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06/27/2012

Wenn Gottschalk nur aufhören könnt' ...

Der Selbstdarsteller Thomas Gottschalk braucht das Fernsehen! Aber braucht das Fernsehen den Selbstdarsteller Thomas Gottschalk? Nein! Schon längst nicht mehr! Oder?

von Michael Hufnagl

Dieter Bohlen hat also einen neuen Partner. Jener Mann mit der Fähigkeit, ein Unsympathler zu sein ohne so zu tun, als wäre er keiner, holt sich den Sonnyboy Gottschalk ins Juroren-Boot. Der Quoten-Sinkflug von "Deutschland sucht das Supertalent" machte offenbar so eine Maßnahme notwendig. Mit dem großen Tommy und der Frage, wer von den beiden am Ende die tollere Show ist, soll frischer Wind in die Sache kommen. Der bleibt zwar unter Garantie auch nur eine Prime-Time-Blähung, aber was soll`s? Er ist Gesprächsthema.

Und wenn es nur das ist, wieso Thomas Gottschalk partout nicht in der Lage zu sein scheint, sich zumindest für eine Zeitlang aus dem Kamera-Fokus zu entfernen. Das Geld wird es doch wohl nicht sein, dass den TV-Dino veranlasst, nach dem Motten-Motto ins Scheinwerferlicht zu dränge(l)n.

Nein. Thomas Gottschalk bleibt lediglich seiner Linie treu. Er ist ein Aufmerksamkeitsjunkie.

Wiederholungstäter

Zuerst hat er sich mehrere Sendungen lang von "Wetten, dass ...?" verabschiedet (einer Show, die im Herbst tragischerweise fortgesetzt wird). Vielleicht ahnend, dass seine Zeit, in der er als schlagfertiger Entertainer Karriere machte, längst vorbei ist. Gewichen einem Dasein als geschmacksverirrter Bühnen-Agent für prominente CD- und Buchpräsentatoren. Als Schmähbruder, der nur mehr als müder Wiederholungstäter entlarvt werden konnte.

Blöderweise stürzte er sich in ebendieser Funktion gleich ins nächste Abenteuer. Und das auch noch ohne das Auffangnetz von Wetten und Saalpublikum. Den Zuschauern tat er damit keinen Gefallen. Und sich selbst erst recht nicht. Die Talksendung wurde zum Desaster. Wobei Gottschalk kaum mehr tat als er immer getan hatte: Nämlich Gottschalk sein. Egomanisch, auf Improvisationskunst vertrauend und ein bisserl peinlich. Nur fielen die Defizite mehr auf, weil kaum jemand da war, der von ihnen ablenken konnte.

Rückzug? Nein!

Aber nicht einmal die Tatsache, dass das Format in Folge dramatischen Seherschwunds schon nach wenigen Monaten wieder bei der Hintertür des Studios rausgekickt worden war, bewirkte beim Selbstdarsteller offenbar einen Nachdenkprozess. Von Rückzug ganz zu schweigen.

Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass er sich jetzt, mehr Schalk als Gott, freiwillig in den Windschatten eines Dieter Bohlen wuchtet. Warum? Um seine Show-Biografie mit einem Kasperl-Kapitel abzuschließen?

Und was kommt bitte als nächstes? Gottschalk als Testimonial für Gummibärlis? Ach so, das ist er ja schon.

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