Gouda statt Emmentaler

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über Partys, Löcher und Bobo-Bomben
02/14/2013

Gouda statt Emmentaler

von Marco Weise

Als vorbildlicher Bobo sollte man nicht nur Tschisi-Eis mögen.

Marco Weise | über Partys, Löcher und Bobo-Bomben

Zuerst die gute Nachricht: Das Tschisi-Eis ist zurück. Nun zur schlechten: Das Eis im Käse-Look hat keine Löcher mehr. Man lutscht ab März also Gouda statt Emmentaler. Brutaler ist nur noch der Preis: 90 Cent soll jenes Eis kosten, das man in den 1990er Jahren um 5 Schilling erstehen konnte. Das war wenig Geld für viel Geschmack. Und bei 20 Schilling Taschengeld fürs Freibad ging sich in meiner Kindheit noch eine Portion Pommes und zwei, drei Mampfi (Esspapier) aus. Tja, es war einmal…

Aber auch heutzutage ist "alles bestens" - so lautet zumindest der Titel einer Ausstellung im MuseumsQuartier. Gezeigt werden noch bis 17. Februar Cartoons und Karikaturen von über 40 heimischen Künstlern - darunter Bruno Haberzettl, Gerhard Haderer, Clemens Haipl, Michael Pammesberger und Tex Rubinowitz. Letzterer veröffentlicht seine Skizzen seit Kurzem auch im Sonntags-KURIER.

Übrigens, bevor ich es vergesse: Als vorbildlicher Bobo sollte man nicht nur Tschisi-Eis mögen, sondern auch seinen Beitrag zur Rettung der Schwedenbombe leisten. Denn die Krapferl mit der fragilen Schokolandehaube und dem hauchdünnen Waffelboden sind vom Aussterben bedroht. Also gehe in den Supermarkt, kaufe, tue Gutes und genehmige dir Schwedenbomben. In diesem Sinne: Auf das vorzeitige Fastenbrechen.

Apparat + Fritz Kalbrenner und mehr

Themenwechsel: Fritz Kalkbrenner gastiert am Freitag in der Arena zu Wien und am Samstag im Linzer Posthof. Der Bruder von Paul Kalkbrenner hat ein gutes Händchen für feinfühlige und soulige Dancefloor-Tracks. Auch auf seinem kürzlich präsentierten zweiten Album "Sick Travellin" schwingt der Berliner wieder gekonnt die romantische Keule. Damit gelingt ihm auch die Abgrenzung zu seinem älteren Bruder, mit dem er 2008 den enorm erfolgreichen Soundtrack zu "Berlin Calling" schrieb. Die Stimme bei dem Überhit „Sky And Sand“ gehört übrigens auch Fritz, der derzeit der bessere Kalkbrenner ist.

Ein Jahr Meuterei. Die Veranstaltungsreihe in der Grellen Forelle hat sich in den letzten zwölf Monaten auf klangvolle Namen im Technobereich verlassen: Extrawelt oder Robert Babicz - kommerziell durchaus erfolgreiche Acts. Für das einjährige Jubiläum konnte man Marc Houle verpflichten. Feine Sache.

Eher herzlich als hart geht es am Freitag beim Hart aber herzlich in der Pratersauna zur Sache. Dafür sorgt Sascha Ring alias Apparat.

Der Berliner Produzentelektronischer Musikhat sich in den letzten Jahren immer mehr zum Songschreiber entwickelt. Aus Apparat wurde eine Band, die mit Gitarre und Klavier wunderschöne und schmusige Klangbilder generiert. Am Freitag wird Sascha Ring jedoch alleine nach Wien kommen. Auch super.

Gewinnspiel: Wir verlosen für den Abend mit Apparat 1x2 Karten. Eine eMail mit dem Betreff "App" an kult(at)kurier.at genügt. Die Gewinner werden per eMail verständigt.

Sein Wien-Comeback feiert der Wahl-Berliner Mosaik am Freitag im Morisson Club. Der aus dem Dunstkreis der Filterqueen-Bande stammende DJ wird im Rahmen des Bubble Club seine derzeitigen Lieblingsplatten drehen. Frisch aus dem Berliner Plattenladen Hardwax. Willkommen zu Hause!

Heartless Bastards + Young Guns und mehr

Americana gibt es am Samstag im Chelsea zu Wien. Auf der Bühne stehen nämlich die Heartless Bastards, eine Combo aus Austin in Texas, die von einer Lady angeführt wird: Erika Wennerstrom und ihre Männer variieren auf ihren Platten gerne das Tempo und die Intensität. Da wird mal kraftlos und verträumt gegen Sonnenuntergang geritten, mal ordentlich die Gitarre gewürgt. Ein Banjo darf bei den Rednecks natürlich auch nicht fehlen. Aber das Ganze ist nichts für Kuhbuben, sondern eher was für verträumte Indiegirls- und Boys. Schön.

Gewinnspiel: KURIER.at verlost 2x2 Karten für das Konzert der Heartless Basterds im Chelsea. Eine eMail mit dem Betreff "Heartless" an kult(at)kurier.at genügt. Die Gewinner werden per eMail verständigt.

Ähnlich rockig geht es fast gegenüber zur Sache: Der Teenbeat Club feiert sich am Samstag selbst – und zwar im Ragnarhof. Erzählt werden neun Geschichten von Wegbegleitern des Clubs. Dazu gibt es Bilder, die die sechsjährige Geschichte der Veranstaltungsreihe dokumentieren. Neben einem Filmscreening und einem Überraschungskonzert legen zur späteren Stunde noch DJs ihre Lieblingsmusik auf – ein Abend von „A“ wie Animal Collective bis „Z“ wie Zoot Woman. Los geht es um 20.00 Uhr.

Scharf geschossen wird am Samstag in der Auslage. Nur unweit vom Ragnarhof entfernt. Der Club am Gürtel lädt zum Young Guns-Abend. Pärchenweise werden sich die DJs hinter dem Mixer einfinden - zum Duell quasi. Die Paarungen des Abends: Mann & Klamm, K:Sun & Levski, Petrik & Messing.

Gewinnspiel: KURIER.at verlost für Young Guns in der Auslage 2x2 Karten. Eine eMail mit dem Betreff "Zieh!" an kul(at)kurier.at genügt. Die Gewinner werden per eMail verständigt.

Disco Tales in der Grellen Forelle präsentiert dieses Mal Terje Bakke. Der Norweger ist bekannt für seine trancigen, melodischen und hypnotischen Remixe. Dazu gesellen sich Gerd aka NY Stop aus den Niederlanden und die bezaubernde Veronika Amie vom Club Pompadour.

Ruhetag

John Spencer + Lesung + Patrick Richardt

John Spencer Blues Explosion: Dieser Name steht für kompromisslosen Bluesrock: laut, dreckig und energievoll. Das New Yorker Trio um Gitarrist und Frontmann Jon Spencer hat sich nach einer kurzen Pause wieder vereinigt und mit „Meat and Bone“ auch eine neue Platte im Programm. Darauf treffen männliche Triebe auf ein gutmütiges Herz – ein ständiger Kampf zwischen Explosion und Implosion.

Wer mit lässig vorgetragenem Bluesrock nicht viel anfangen kann, sollte ins B72 gehen. Denn dort gastiert das jüngste Pferd im Grand Hotel Van Cleef-Stall. Du weißt schon, das ist das Label von Thees Uhlmann. Tomte und so.

Patrick Richardt heißt der Bub, der laut Pressetext auf der Suche nach dem Hit ist. Wer nicht? Auf seiner ersten, vor kurzem veröffentlichten Platte "So, wie nach Kriegen" könnte dann auch durchaus einer dabei sein. Wer also auf Deutschrock-Hymnen mit allerhand Gefühlspoesie steht, ist am Montag im B72 gut aufgehoben.

Gewinnspiel: Wir verlosen für das Konzert von Patrick Richardt 2x2 Karten. Eine eMail mit dem Betreff „Ade“ an kult(at)kurier.at genügt.

Zum Schluss noch ein Lesung: Die heimische Autorin Anna Weidenholzer hat mit "Der Winter tut den Fischen gut" einen gelungenen Roman über eine Arbeitslose geschrieben. Am Montag wird sie aus ihrem Buch lesen – und zwar in der Alten Schmiede in der Schönlaterngasse 9 im 1. Wiener Gemeindebezirk. Hingehen.