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über Spots zur EU-Wahl
05/09/2014

Wahlspots: Juncker als Technik-Dino, Grün vs. Neos

10 Wahl-Spots aus dem In- und Ausland, die Sie gesehen haben sollten - inklusive einem Fundstück von der allerersten Europawahl.

von Philipp Hacker-Walton

Juncker zeigt Selbstironie

Philipp Hacker-Walton | über Spots zur EU-Wahl

Vor zwei Wochen ging es an dieser Stelle um nationale und internationale Wahlplakate im EU-Wahlkampf, diesmal sollen die Wahl-Videos aus dem In- und Ausland Thema sein.

Jean-Claude Juncker als Technik-affiner Social-Media-Auskenner? Wenig glaubwürdig. Das dürften sich auch seine Werbe-Strategen gedacht haben - und haben aus dem vermeintlichen Manko einen selbstironischen Spot gemacht. Juncker ist mit Federkiel und Tintenfass zu sehen, er schreibt ein paar Zeilen und gibt das Pergament-Papier dann einer jungen Dame: "So, das kann jetzt getweetet werden ..." Die Botschaft: "Man muss kein Techie sein, um an Technologie zu glauben."

Im Vergleich dazu gibt sich SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz in seinem klassisch gehaltenen Spot eher großväterlich-staatsmännisch seriös - dreht man den Ton ab, lässt sich lange nicht sagen, wofür hier eigentlich geworben wird.

Gut gemacht ist der Spot der deutschen Linken: Er beginnt mit einer idyllischen Erzählung über die EU - ganze 10 Sekunden, bis der Protagonist einen Wutanfall hat und seinem Ärger über die EU freien Lauf lässt. Wer schon einmal die "Heute Show" des ZDF gesehen hat, wird eine starke Ähnlichkeit mit der Figur des cholerischen Gernot Hassknecht erkennen.

Die Kanzlerpartei CDU geht mit einem Wohlfühl-Spot auf Stimmenfang: Alles ist gut, Deutschland profitiert von der EU, die offenen Grenzen machen die Urlaubsreisen angenehmer - und am Ende schaut auf noch "Mutti" Merkel auf ein paar beruhigende Worte vorbei ...

Bei dieser Überdosis Weichspüler hat es nicht lange gedauert, bis die "Heute Show" eine Parodie produziert hat. Ein Hinweis: falls Sie das Original noch nicht gesehen haben, werden Sie sich vielleicht schwer tun, zwischen echten und parodierten Teilen zu unterscheiden.

Das gleiche Prinzip für ihren Wahlwerbespot verwenden Guy Verhofstadt, EU-Spitzenkandidat der Liberalen, und ÖVP-Spitzenkandidat Othmar Karas: Sie lassen andere, mehr oder weniger bekannte, Personen über sie sprechen. Bei Verhofstadt ist das ganze etwas langatmig ausgefallen ...

... während Karas' Spot ganz flott und nur 1/4 so lang geworden ist:

Ein Video-Match liefern sich derzeit Grüne und NEOS. Die Grünen haben in ihrem Video zehn Unterschiede zwischen grün und pink herausgearbeitet ...

... während die NEOS mit zweifelhaftem Lob arbeiten: Sie listen auf, was das Land ÖVP und Grünen zu verdanken haben - um zu schließen: "Jetzt braucht's was Neos."

Zum Abschluss ein Fundstück aus dem Archiv: Ein Spot zur allerersten Europawahl 1979 von der Christlich Bayerischen Volkspartei und ihrem Sprecher, Oberförster Ludwig Volkholz. Eigentlich unerklärlich, wieso es mit diesem Spot nur für 0,2 Prozent der Stimmen reichte ...

An dieser Stelle gibt es jeden Freitag "Brüssel von Innen" - mit aktuellen europapolitischen Themen und Blicken hinter die Kulissen in Brüssel (und Straßburg und Luxemburg). Ihr Feedback ist ausdrücklich erwünscht - als Kommentar unter den Artikeln, per Email oder auf Twitter (@phackerwalton). Die gesammelten Blogeinträge können Sie hier nachlesen.

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