Plakat zur EU-Wahl Ende Mai vor dem Parlament in Wien

© APA/ROLAND SCHLAGER

über EU-Wahlplakate in Deutschland
04/25/2014

Plakate im EU-Wahlkampf: Krumme Gurken und ungeschminkte Kandidaten

Ein Rundblick auf die Sujets der österreichischen und internationalen Kampagnen.

von Philipp Hacker-Walton

Die Große Koalition bietet werblichen Einheitsbrei

Philipp Hacker-Walton | über EU-Wahlplakate in Deutschland

Die österreichischen Parteien haben diese Woche ihre Plakate für die Intensiv-Wahlkampfphase enthüllt - ohne große Überraschungen: SPÖ und ÖVP setzen (mit bzw. ohne Parteilogo) auf ihre Spitzenkandidaten Eugen Freund und Othmar Karas, die FPÖ auf Parteichef HC Strache "weniger EU"; die NEOS wollen "nach den Sternen greifen" und die Grünen - das ist vielleicht die einzige kleine Überraschung bei den neuen Plakaten - haben die längst abgeschaffte Gurkenkrümmungsverordnung aus der Mottenkiste geholt: "Für krumme Gurken - gegen krumme Geschäfte".

Zeit, auch einen Blick auf die internationalen Plakatkampagnen zu werfen.

Deutschland: Yoda und Einheitsbrei

In Deutschland könnte man den Eindruck haben, die große Koalition hat sich gemeinsam eine Werbe-Agentur für ihre Plakate genommen: Wachstum statt Stillstand, stabiler Euro, Chancen für alle sind die Themen, die sowohl bei SPD als auch CDU plakatiert werden - teilweise sehen sich Design und Farbschema zum Verwechseln ähnlich:

Kreativer sind die Sujets, die aus einem deutschen Plakatwettbewerb als Sieger hervorgegangen sind. Anstatt für eine Partei werben sie für die Teilnahme an der EU-Wahl - und zwar ebenfalls mit den krummen Gurken ...

... und sogar im aus Star Wars bekannten "Yoda-Stil": "Große Macht in Europa du hast".

Einen guten Überblick über die deutschen Plakate (mit ein, zwei aus anderen Ländern) gibt es im (laufend aktualisierten) Flickr-Album von Blogger Jon Worth.

UK: "Wer hat das Sagen im Land?"

Für heftige Debatten in England sorgt die aktuelle Plakat-Kampagne der UK Independence Party (UKIP), die es sich zum Ziel gesetzt hat, Großbritannien aus der Union zu bringen.

UKIP-Chef Nigel Farage setzt im Wahlkampf auf die Holzhammer-Methode - mit eher plumpen Angriffen auf Brüssel. "Wer hat wirklich das Sagen im Land?", steht auf einem UKIP-Plakat - nicht wir, suggeriert der Text darunter: "75 Prozent unserer Gesetze kommen aus Brüssel."

UKIP greift auch die (auch von anderen Parteien, u.a. den regierenden Konservativen) geschürte Angst vor den angeblichen Horden an (Ost-)Europäern auf, die auf die Insel strömen würden, um den Briten ihre Jobs wegzunehmen:

Schulz und Juncker "old school"

Die EU-weiten Spitzenkandidaten von Sozialdemokraten und Europäischer Volkspartei, Martin Schulz und Jean-Claude Juncker, präsentieren sich in ihren Plakat-Kampagnen "old school" - Schlagworte wie "Zukunft" oder "Stabilität" werden affichiert oder überhaupt nur das Konterfei des Kandidaten:

Was bei den Sujets des 59-jährigen Junckers auffällt: Seine Fotos wirken nicht so, als ob sie intensiv nachbearbeitet worden wären:

An dieser Stelle gibt es jeden Freitag "Brüssel von Innen" - mit aktuellen europapolitischen Themen und Blicken hinter die Kulissen in Brüssel (und Straßburg und Luxemburg). Ihr Feedback ist ausdrücklich erwünscht - als Kommentar unter den Artikeln, per Email oder auf Twitter (@phackerwalton). Die gesammelten Blogeinträge können Sie hier nachlesen.

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