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11/23/2021

Turkovac: Die letzten Schritte zum türkischen Totimpfstoff

Der Impfstoff soll in dem Land vor allem als Booster-Imfpung verwendet werden.

von Naz Kücüktekin

Biontech/Pfizer, Johnson&Johnson, Moderna oder Astra Zeneca. Das sind die Corona-Impfungen, die man kennt. Tatsächlich zählt die Weltgesundheitsorganisation WHO derzeit 322 Impfstoffprojekte. Dazu kommen noch mindestens zwölf weitere, die sie noch nicht verzeichnet hat. Eines von den Impfprojekten, das sich derzeit im Endspurt befindet, ist Turkovac – ein türkischer Eigenbau.

Sinovac als Vorbild

Der Impfstoff wird von der Erciyes Universität im Auftrag des türkischen Gesundheitsministeriums sowie dem Gesundheitsinstitut entwickelt. Bei Turkovac handelt es sich um einen sogenannten "Totimpfstoff". Totimpfstoffe - oder inaktivierte Impfstoffe - enthalten entsprechend ihrer Bezeichnung nur abgetötete Krankheitserreger, die sich nicht mehr vermehren können, oder auch nur Bestandteile der Erreger.

Turkovac befindet sich derzeit in der dritten Testphase. Im Februar dieses Jahres wurden zunächst 44 Personen damit geimpft. Im April folgten dann weitere 250 freiwillige Tester. Mit Juni ging man in die dritte und letzte Testphase über. Die Entwicklung von Antikörpern der Testpersonen soll insgesamt sechs Monate beobachtet werden. "Turkovac hat dieselben Eigenschaften wie der chinesische Impfstoff Sinovac. Aber unsere bisherigen Ergebnisse zeigen, dass er besser wirkt", so Experte İlhami Çelik im Interview mit der Zeitung Hürriyet.

Turkovac als Booster-Impfung

Die türkische Impfung soll vor allem als Auffrischungsimpfung, also als dritte Impfdosis, dienen. Daher wird die Möglichkeit einer Kreuzimpfung auch getestet. In bisherigen Untersuchungen erhöhte eine dritte Dosis mit Turkovac bei bisher mit Sinovac immunisierten Menschen die Antikörper-Anzahl bis auf das Sechsfache. Nun soll auch die Kreuzung mit Biontech/Pfizer erhoben werden. Für die letzte Phase sollen auch Testpersonen aus dem benachbarten Aserbaidschan einbezogen werden. "Wir werden nach der Genehmigung durch das Gesundheitsministerium in den kommenden Tagen eine Studie starten, in der wir die Wirksamkeit von Turkovac bei Freiwilligen untersuchen, die zwei Dosen des Biontech-Impfstoffs erhalten haben", teilte Bedia Mert Dinç, Koordinatorin von Turkovac, mit. In der Türkei wurde bisher hauptsächlich mit Sinovac und Biontech/Pfizer geimpft.

Ursprünglich wollte man schon im Oktober mit der Produktion beginnen. Nun gab Gesundheitsminister Fahrettin Koca bekannt, dass man noch vor Jahresende mit der Massenproduktion anfangen werde. "Länder wie Indonesien und Malaysia warten bereits auf die türkische Impfung", betonte Koca zudem.

West-Ost-Gefälle bei Impfraten

Derzeit sind rund 80 Prozent der über 18-jährigen türkischen Bevölkerung doppelt geimpft. Rund 90 Prozent haben bereits eine Impfdosis erhalten. Am niedrigsten liegt die Impfquote in der anatolischen Provinz Şanlıurfa. "Wir wollen zum ersten Mal die Impfrate einer Provinz auf die Agenda setzen und appellieren daher an die Bevölkerung Şanlıurfas, schnellere Schritte im Kampf gegen die Pandemie zu ergreifen", twitterte Gesundheitsminister Fahrettin Koca kürzlich dazu.

Die höchste Rate hat Ordu mit 84,2 Prozent Geimpften. Generell lässt sich ein West-Ost-Gefälle bei der Impfrate der Türkei beobachten.

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