© Birdlife / Gertraude Stolz

Leben
01/21/2019

Wintervogelzählung: Der Spatz überholt die Kohlmeise

Der Spatz ist heuer der meistgesichtete Vogel in Österreich, großen Einfluss hatte die Schneelage.

Je mehr Schnee lag, desto mehr Vögel wurden bei der diesjährigen Wintervogelzählung in Österreich gesichtet. Tirol war Spitzenreiter mit 44 Vögeln pro Garten. Der Osten und der Süden waren rund um das Dreikönigswochenende schneearm – mit 30 Vögeln pro Garten flogen weit weniger Tiere als im jahrelangen Durchschnitt zu den Futterhäuschen. Hier war außerhalb der Siedlungsräume mehr als ausreichend Nahrung zugänglich. In Kärnten und Niederösterreich wurden im Schnitt 32 Vögel beobachtet, in Wien 19 pro Garten.

Somit wurden in der schneereichen Hälfte von Österreich so viele Vögel wie noch nie gezählt, in der schneearmen Hälfte blieben die Vögel regelrecht aus.

„Der massive Schneefall im Alpenraum beeinflusst ganz deutlich das Auftreten unserer heimischen Wintervögel“, erklärt Gabor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich. „Wenn die Vögel durch den Frost und die dicke Schneedecke weniger Nahrung finden, drängen sie in die Siedlungsräume.“ In den Alpen und entlang der Nordseite der Alpen sah man daher bei dem Projekt „Stunde der Wintervögel“ so viele Tiere wie noch nie.

Der Haussperling, bei vielen besser bekannt als Spatz, war diesmal erstmals das meistgesehene Tier. 12.783 Teilnehmer zählten innerhalb einer selbst gewählten Stunde zwischen 4. und 6. Jänner im Schnitt zehn Spatzen in ihrem Garten. Insgesamt wurde der Vogel in 45 Prozent aller Gärten beobachtet, meldete die Vogelschutzorganisation BirdLife.

Platz zwei ging an den Vorjahressieger, die Kohlmeise. Auf Rang drei landete der Feldsperling. Die freiwilligen Beobachter zählten insgesamt 322.391 Vögel, das sind im Durchschnitt 35 Vögel pro Garten.

Weniger Amseln

Die Zahl der Amseln sank heuer stark. „Die diesjährige Zählung meldet die niedrigste Anzahl an Amseln pro Garten seit Beginn der Wintervogelzählung“, berichtet Wichmann. In den vergangenen vier Jahren sei sie aus jedem fünften Garten verschwunden.

Das aus Afrika stammende Usutu-Virus, das bereits von 2001 bis 2005 zu einem Amselsterben geführt hatte, setzte der Amsel neuerlich zu. Seit dem Vorjahr wurden wieder zunehmend Fälle vor allem im Osten und Süden Österreichs diagnostiziert. Beim von der Vogelkrankheit Trichomoniasis betroffenen Grünfink wurde unterdessen der Abwärtstrend des Bestandes gestoppt.