Mit YouTube und Co. lÀsst sich viel Geld verdienen - jedoch muss die Followerzahl stimmen

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Leben
04/04/2019

Wie kann sich eine YouTuberin einen Maserati leisten?

In Wien crashte ein angeblicher Social-Media-Star mit einem Luxusauto in eine Bim. Wie YouTuber & Co. zu Schwerverdienern werden.

Über 100.000 Euro gingen am vergangenen Donnerstag in der Wiener Innenstadt zu Bruch, als eine junge Frau mit ihrem Maserati in eine Straßenbahn krachte. Berichten zufolge handelt es sich um eine 25-jĂ€hrige Ukrainerin, die seit zwei Jahren in Wien lebt und als YouTuberin arbeitet.

So manch einer dĂŒrfte sich fragen: Wie kann sich jemand, der als Influencer sein Geld verdient, ein Auto wie dieses leisten?

Soziale Medien, allen voran Youtube und Instagram, haben im vergangenen Jahrzehnt ein komplett neues GeschĂ€ftsfeld eröffnet. Selbsternannte Influencer können sich mit etwas Geschick und viel Fleiß eine treue Fangemeinde aufbauen - und dank dieser dann zu Schwerverdienern werden.

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Follower lassen die Kasse klingeln

Das Konzept ist simpel, wie effektiv: FĂŒr die Werbungen, die vor und hĂ€ufig auch in der Mitte von YouTube-Clips geschaltet werden, bekommt nicht nur YouTube selbst Geld. 45 Prozent behĂ€lt das Unternehmen, die restlichen 55 Prozent gehen an den Inhaber des Videos weiter. Pro Zuseher handelt es sich um kleine CentbetrĂ€ge, deshalb muss das gedrehte Video möglichst oft aufgerufen werden.

MĂŒhsam nĂ€hrt sich das Eichhörnchen? Stimmt, aber sobald eine gewisse Mindestgrenze an Zusehern erst einmal ĂŒberschritten ist, rollt der Rubel. Hinzu kommen VertrĂ€ge mit Werbepartnern, deren Produkte in den (Werbe-)Videos prĂ€sentiert werden.

Mit welchem Thema sich YouTuber in ihren Videos befassen, spielt dabei keine Rolle - Hauptsache es interessiert möglichst viele Menschen. Weltweit am erfolgreichsten konnte vergangenes Jahr ausgerechnet ein SiebenjÀhriger auf der Plattform Geld verdienen.

Ryan ist mit seinem Kanal "Ryan ToysReview" laut Forbes der am besten verdienende YouTuber der Welt. Laut SchĂ€tzungen des Wirtschaftsmagazins verdiente der blutjunge Influencer mit seinen Clips, die ihn beim Spielen mit neuem Spielzeug zeigen, vergangenes Jahr satte 22 Millionen Dollar (ca. 19,6 Millionen Euro). Sein prall gefĂŒlltes Konto hat er ĂŒber 18 Millionen Followern zu verdanken.

Aufgrund ihrer Followerzahl wird sich die ukrainische Bloggerin ihren Maserati definitiv nicht geleistet haben. Ein genauer Blick auf ihren Youtube-Kanal zeigt, dass die 25-JĂ€hrige dort gerade einmal knapp 500 Follower hat. Auf Instagram sind es immerhin 43.000 Abonnenten. Selbst mit letzterer Zahl lĂ€sst sich kein hohes Gehalt verdienen, geschweige denn ein Maserati erwirtschaften. In Österreich zĂ€hlen Blogger mit 100.000 Followern und mehr auf Instagram zu den grĂ¶ĂŸeren Namen im Business. International wird es ab 500.000 Euro sehr lukrativ, die goldene Marke sind eine Million Fans.

2015 verriet Modebloggerin Danielle Bernstein von We Wore What in einem Interview mit Harper's Bazaar, dass sie pro Posting von einem Werbepartner bis zu 15.000 Dollar (ca. 13.000 Euro) verlangen kann. Dazu sei gesagt: Zum Zeitpunkt des GesprĂ€chs hatte Bernstein "nur" 992.000 Follower. Schon damals sagte sie, dass sie nach Überschreiten der Millionen-Grenze deutlich mehr verlangen könne. Heute folgen der New Yorkerin bereits ĂŒber zwei Millionen Menschen.

Weltweit: Das sind die erfolgreichsten YouTuber (Stand April 2019)

"Blogger" kein geschĂŒtzter Beruf

Zum Leidwesen jener Blogger, die ihren Job mit voller Ernsthaftigkeit betreiben, kann sich jeder, der seine Zeit gerne auf Instagram und Co. verbringt, ebenfalls Blogger nennen. Dass diese noch relativ neue Berufsgruppe einen teilweise schlechten Ruf hat, ist vor allem auf die Dreistigkeit mancher zurĂŒckzufĂŒhren. Erst kĂŒrzlich beschwerte sich ein Hostel auf den Philippinen ĂŒber schnorrende Blogger, die dort gratis schlafen, essen und trinken wollen.

Und auch PR-Agenturen aus dem Mode-, Beauty- und Lifestyle-Bereich mĂŒssen sich mittlerweile mit Anfragen nach kostenlosen Hotelzimmern, Kleidung und Beautyprodukte herumplagen. Denn nur, weil den selbsternannten Influencern ein Produkt zugeschickt wird, heißt es noch lange nicht, dass dieses auf dem Instagram-Account prĂ€sentiert wird.

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