"Wickie" bekommt ein neues Gesicht

40 Jahre: Wickie... und die starken Männer (2014)
Foto: Studio 100 Animation / ASE Studios Der 3D-Wickie ist ab 18. April auf ZDFtivi und KIKA zu sehen

Wickie und die starken Männer kehren als 3-D animierte Helden ins Kinderprogramm zurück - die Botschaft bleibt gleich

Die Abenteuer des rot-blonden Wikingerbubs aus dem Dorf Flake haben viele Kindheiten geprägt. Rund 40 Jahre nachdem Wickie das erste Mal im österreichischen Fernsehen zu sehen war, bekommt er jetzt ein neues Gesicht verpasst. Ähnlich wie bei "Biene Maja", die ab September als Kinofilm zu sehen ist, setzen die Fernsehproduzenten auf ein 3-D-animiertes Erscheinungsbild.

Der Inhalt soll gleich bleiben: Wickie ist nach wie vor der Einzige im Dorf, der einen klaren Kopf behält. Wenn die Dänen das Dorf plündern und alle Frauen entführen oder Vater Halvar und die starken Männer in Gefangenschaft geraten und alle nach Wickie rufen - dann reibt sich der schlaue Bub zunächst an seiner Stupsnase, bevor er mit den Fingern schnippt und plötzlich eine Idee hat. Als der schwedische Schriftsteller Runer Jonsson 1963 die Buchreihe "Vicke Viking" schrieb, wollte er mit seinen Geschichten eine Botschaft vermitteln: Köpfchen statt Muskelkraft! Daran erinnert sich noch die heutige Eltern-Generation gerne. Die Psychologin Helga Kernstock-Redl weiß, warum wir auf die alten Zeiten positiv reagieren. "Sie erinnern nicht nur den Kopf an unsere Kindheit, sondern auch unseren Körper. Es entstehen angenehme Körpererinnerungen und diese schaufeln aus unserem Gedächtnis längst vergessen geglaubte Bilder an die Oberfläche, die wiederum mit angenehmen Gefühlen verknüpft sind."

Wer sich vom neuen Wickie überzeugen will, kann dies ab 18. April tun. ZDF und KIKA zeigen 78 neue Episoden.

Der Kasperl am Mittwoch um 17 Uhr war für einen Kollegen das Highlight der Woche. "Dafür unterbrachen wir sogar das Fußballspiel im Hof. Weil in einem Floridsdorfer Gemeindebau noch nicht alle Mieter einen Fernseher hatten, schauten wir oft gemeinsam mit Freunden."
  Heidi erlebte in den Schweizer Bergen  unbeschwerte Tage mit dem Ziegenpeter, obwohl der Alm-Öhi ein mürrischer Zeitgenosse war. Eine Kollegin verfolgte jede Episode gemeinsam mit ihrer Schwester. "Wir haben so oft geschaut, dass sie unsere Eltern sogar als Zeitspanne verwendeten, z.B. bei Fragen wie: „Mama, wie lange fahren wir noch?“ Ihre Antwort: „Zwei Heidis!“
  Unser Autor aus der Gesundheitsredaktion ist auch heute noch von Bonanza überzeugt: "Der „Wilde Westen“, eine Ranch, ein Vater mit drei Söhnen, die jede Menge Abenteuer erleben, die aber immer gut ausgehen – was konnte es Ende der 60er-/Anfang der 70er-Jahre Spannenderes für Kinder im Fernsehen geben?"
  Mila Superstar zählte zu den Lieblingsserien unserer Kollegin aus dem Reise-Ressort. "Wegen ihr suchte ich bereits in jungen Jahren einen Volleyballverein auf und versuchte mich am 'Schmetterball'. Nur das mit dem 'Luftballon-Angriff' hab ich nie so gut hinbekommen wie meine Heldin – ich schaffte es einfach nicht mehrere Sekunden in der Luft zu schweben."
  Der Mann aus den Bergen, der in der amerikanischen Wildnis ein neues Leben anfängt - Grizzly Adams war das große Vorbild eines Kollegen: "So wollte ich schon als kleiner Bub leben, in einer Blockhütte leben, Schießgewehr herumtragen und außer Jagen und Überleben nicht viel zu tun." Puschel, das Eichhorn - "Der kleine Revoluzzer hatte es als Stadtkind im Wald gar nicht leicht, aber er machte seinen Weg, mit Charme und Schmäh. Weiters bin ich der Meinung, dass der legendäre Schwanzlecken-Dialog zwischen Priscilla und Puschel ganze Scharen von Kleinkindern aufgeklärt haben", berichtet ein Kollege. Bill Cosby Show - "Bumm, konnte der tanzen. Und grimmig schauen." Die Rede ist natürlich von Familienoberhaupt Cliff Huxtable. Gemeinsam mit seiner Frau Claire versuchte er die siebenköpfige Familienbande in Schach zu halten. Alf - "Wie dieser pelzige Außerirdische den biederen Willie Tanner zur Weißglut bringt, ist einfach ein Genuss. Und er hat sicher einige 'grumpy cats' dezimiert." Die Schlümpfe - "Die niedlichen, blauen Waldgeschöpfe haben mich lange begleitet. Mir waren zwar nicht alle sympatisch. Aber Gargamel war jedenfalls ein Bösewicht, der einem manchmal Leid tun konnte", meinte ein Kollege. Hero Turtles - "Auf die 'Turtles' konnten sich mein Bruder und ich immer einigen. Die Abenteuer von Raphael, Leonardo, Michelangelo und Donatello waren auch immer spannend, Meister Splinter ein bisschen unheimlich und Shredder ziemlich böse. Ich mochte Raphael am Liebsten, mein Bruder vermutlich die Wissenschaftlerin April." Knight Rider - "David Hasselhoff ist nicht nur ein spitzen Sänger, sondern war auch ein glänzender Schauspieler - auch wenn ihn das Auto oft an die Wand gespielt hat. Mein Jugendheld." Alfred Jodocus Kwak - "Depressiv, bestürzend, fatalistisch", lautet das prägnante Fazit eines Redakteurs. Das Waisenkind Alfred, eine Ente, wird von einem Maulwurf namens Henk aufgezogen, der sein ständiger Freund und Begleiter wird. Blossom - "Sie war schräg und trug noch schrägere Hüte!" Die hochbegabte Blossom lebt mit ihem Vater und ihren Brüdern zusammen und muss die klassischen Alltagsprobleme eines Teenagers meistern. Nils Holgersson – Das war doch dieser fiese kleine Junge, der ständig die Tiere auf seinem Bauernhof quälte. Ja, schon. Aber nachdem er von einem Wichtelmännchen auf die Größe seines Hamsters Krümel geschrumpft wird, muss er sich mit den Tieren arrangieren. Eine einfache Moral, die jeder verstand. Die  Anime-Serie aus Japan basiert auf dem Roman der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf. Im deutschsprachigen Raum wurde sie 1981 erstmals ausgestrahlt. Dort wurde auch Niklaas - ein Junge aus Flandern produziert. Obwohl in dieser Sendung unglaublich viel Leid geschah, konnte man sich nicht davon losreißen. Der arme Waisenjunge, der Maler werden wollte, und sein Hund Patrasch waren unzertrennlich. Fazit: eine herzzerreißende Serie. Parker Lewis - Der Coole von der Schule: Drei Freunde, die ihren Schulalltag im Kampf gegen Rektorin Grace Musso überstehen müssen. "Am Besten gefiel mir Jerry, der immer überraschende Gimmicks in seinem Mantel hatte. Und natürlich der unvergessliche Uhrenvergleich", erinnert sich ein Kollege. Ghostbusters - Die Geisterjäger waren in Wahrheit eine Gruppe sympatischer Nerds. Slimer, ihren grünen sympatischen Begleiter, mochte ich am Liebsten. Produziert wurde die Zeichentrickserie von 1986 bis 1988. Pippi Langstrumpf - Sie war einfach die Coolste. Immer Flausen im Kopf und keine Erwachsenen in der Nähe, die sie hätten aufhalten können.
  Als die Tiere den Wald verließen - Fuchs, Kröte, Wiesel, Dachs… Die Waldbewohner müssen ihre gewohnte Umgebung verlassen und machen sich gemeinsam auf eine abenteuerliche Reise in Richtung Weißhirschpark. Zu Beginn schwören sie noch, dass keiner den anderen fressen darf. Aber es lauern noch ganz andere Gefahren. "Aufregend!" Der Onkel vom Mars - Die US-Sitcom aus den 60er Jahren wurde 1976 im deutschen und österreichischen Fernsehen ausgestrahlt. Zeitungsreporter Tim nimmt einen, durch einen UFO-Absturz, gestrandeten Marsianer bei sich zu Hause auf und gibt ihn als seinen Onkel Martin aus. Legendär: die zwei ausfahrbaren Antennen und die metaphysischen Tricks, mit denen der Onkel Teile zum Schweben brachte. Pinocchio - Zu den Klassikern zählt natürlich "Pinocchio", die japanische Serienversion des Kinderbuchs von Carlo Collodi. Die Holzpuppe, die zum Leben erwachte und beim Lügen eine lange Nase bekam, machte sich gemeinsam mit Küken Gina auf die Suche nach Meister Geppetto, der ihn gebaut hat. Ein Spaß war immer das Zusammentreffen mit dem räudigen Fuchs und dem Straßenkater. Biene Maja - Die Abenteuer von Maja und Willi ließen zahlreiche Kinderherzen höher schlagen. Auf der Klatschmohnwiese war immer etwas los. Es gab so viele Figuren mit unterschiedlichem Charakter. Für Aufregung sorgte Anfang des Jahres die Nachricht, dass Maja ab nun mit Wespentaille über die Bildschirme schwirren soll. Alice im Wunderland - Die Abenteuer der kleinen Alice, die einem weißen Kaninchen hinterherläuft und dadurch in die ungewöhnlichsten Situationen gerät, hat  niemandem von uns kalt gelassen. "Ein bisschen unheimlich war die Serie schon ab und zu", meint ein Kollege. Tom Turbo - Den oberschlauen Drahtesel gibt es immer noch. Deshalb wird er hier erwähnt. Genervt hat er damals schon. Der interaktive Kinderkrimi von Thomas Brezina wird seit 1993 durchgehend produziert, es gibt mittlerweile mehr als 500 Folgen. „Calimero, mit Sombrero, Küken aus Palermo, wenn wir dich sehen sind wir sehr froh!“ Den Text werden noch einige Generationen auswendig mitsingen können, die Serie wurde 20 Jahre im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Das Küken, mit der Eierschale am Kopf und seine Schulfreundin Priscilla, erleben jede Episode viele Abenteuer mit ihren Freunden aus Palermo.
  Wer durch Es war einmal…das Leben  seine ersten Kenntnisse vom menschlichen Körper erworben hat, kennt Abwehrkräfte noch als weiße Fliegen in glänzender Rüstung, Botenstoffe, die mit kleinen Raumschiffen durch den Körper fliegen und die Blutkörperchen Globus, Hemo und Globine, die Sauerstoffblasen in ihrem Rucksack transportieren. Jede Folge der französischen Kinderserie widmete sich einem Vorgang, einer Funktion oder einem Teil des Körpers. Fazit: Pädagogisch wertvoll.  
  Mit Wickie und die starken Männer verbrachte man gerne den Vormittag. Die Abenteuer des schlauen Wikinger-Buben waren lustig wie spannend. Und wenn Wickie mal nicht weiter wusste, dann halfen ihm seine Freundin Ylvy oder die Seehunde. Fred Feuerstein und Barney Geröllheimer waren unzertrennlich. Sie fuhren gemeinsam zu Arbeit und gingen zum Bowling. Besonders witzig sind die Tiere als Gerätschaften: Das Mammut als Wasserhahn oder ein Specht als Plattenspieler.

(Kurier) Erstellt am
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