Bibliothekare machen gegen Ivanka mobil

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Foto: APA/AFP/GETTY IMAGES/WIN MCNAMEE Ivanka Trump nutzt Twitter als Sprachrohr.

Während der National Library Week verfasste die First Daughter einen Tweet, der Bibliothekaren schmeicheln sollte. Das Gegenteil war jedoch der Fall.

"In dieser #NationalLibraryWeek wollen wir unsere Bibliotheken und Bibliothekare ehren, weil sie uns die Augen für die Welt des Wissens, des Lernens und des Lesens öffnen", schrieb Ivanka Trump vergangene Woche auf Twitter.

"Wir brauchen deine Ehrung nicht"

Für den nett gemeinten Tweet erntete die Tochter von US-Präsident Donald Trump jedoch keine Anerkennung, sondern einen Shitstorm. Auf dem Mikrobloggingdienst, den sowohl Ivanka als auch ihr Vater rege nutzen, zeigten sich zahllose User erbost über den ihrer Meinung nach heuchlerischen Tweet. Ivanka Trumps Lobeshymne sei angesichts der Tatsache, dass ihr Vater sämtliche öffentliche Gelder von Bibliotheken im ganzen Land abziehen wolle, unglaubwürdig und dreist – so der Tenor. Das berichtet unter anderem die Huffington Post.

Sogar jener Account, dessen Posting Ivanka Trump im Zuge ihres Beitrags geteilt hatte, wandte sich spöttisch an die US-Amerikanerin. Bei Every Library handelt es sich um eine gemeinnützige, durch Spenden finanzierte Organisation, die regionale Bibliotheken fördert und unterstützt.

Auch der Verband US-amerikanischer Bibliotheken (American Library Association) reagierte mit einem kritischen Tweet:

Umwelt und Kultur leiden

Seit Donald Trump das Amt des US-Präsidenten bekleidet, macht er mit Plänen zur Kürzung öffentlicher Gelder für diverse Institutionen Schlagzeilen. So will die neue US-Regierung zwar beispielsweise die Mittel für Verteidigung und Heimatschutz massiv aufstocken, allerdings auf Kosten der Budgets des Außenministeriums und der Umweltbehörde EPA. Auf der Streichliste stehen auch Bundesprogramme für kommunale Entwicklung sowie Hilfsprojekte für Arme und Arbeitslose. Auch das Agrarbudget wird von Kürzungen betroffen sein.

Zudem will Trump den zwei wichtigsten amerikanischen kulturellen Fördereinrichtungen NEA (National Endowment for the Arts) und NEH (National Endowment for the Humanities) die Zuschüsse ebenfalls drastisch kürzen. Die NEA, zuständig für die Förderung von Organisationen und Einzelprojekten aus bildender Kunst, Literatur, Theater, Musik oder Design, und die NEH, zuständig für die Förderung von Bildungs- und Konservierungsprogrammen, darunter Bibliotheken, könnten so im schlimmsten Fall komplett abgeschafft werden.

(kurier / pama) Erstellt am
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