Trump wird am 20. Jänner angelobt.

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Liberaler Wählerprotest
12/23/2016

Trumps Angelobung: "Ich würde lieber Glas kauen"

Am 20. Jänner wird Donald Trump im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Washington DC zum 45. Präsidenten der USA vereidigt.

Seit Montag ist es fix, Donald Trump wird die Vereinigten Staaten in den kommenden vier Jahren als Präsident politisch führen und vertreten. Nach der Stimmabgabe der Bevölkerung am 8. November und jener der Wahlleute am 19. Dezember, steht nun noch Trumps Vereidigung im Zuge der traditionellen Presidential Inauguration bevor. Auch Vize-Präsident Mike Pence wird am 20. Jänner öffentlich in sein neues politisches Amt eingewiesen.

Tickets für die Zeremonie werden Mitgliedern des Kongresses (setzt sich aus Senat und Repräsentantenhaus zusammen) im Vorfeld zugewiesen. Diese werden von den betreffenden Personen dann in einer Lotterie an die Wählerschaft verteilt. Viele Wähler haben jedoch gar kein Interesse daran live dabei zu sein, wenn Trump zum neuen Präsidenten vereidigt wird. Das machen sie auf Social Media deutlich, wie die US-amerikanische Online-Plattform mic.com berichtet.

"Ich würde eher Glas kauen"

So postete ein User nach der Ticketvergabe-Verkündung von Eric Swalwell, er ist Mitglied der Demokraten und vertritt seit 2013 den Bundesstaat Kalifornien im US-Repräsentantenhaus, auf Facebook: "Danke für das Angebot, aber ich würde eher Glas kauen." Andere brachten ihre Ablehnung mit noch bizarreren Beiträgen zum Ausdruck. "Ich würde eher meine Hände und meine Zunge in einen Reißwolf stecken, als dahin zu gehen. "Danke, aber jeder Tag, an dem ich sein lügendes, betrügendes, voreingenommenes, xenophobes, frauenfeindliches oranges Arschgesicht nicht sehen muss, ist ein großartiger Tag."

Swalwell, der nach der Kritik von einem Reporter auf die Nachrichten angesprochen wurde, twitterte: "Ich muss diese Tickets anbieten, was aber nicht heißt, dass ich nicht mit dem Ekel und der Angst, die ausgedrückt wurde, konform gehe", schrieb der als sehr liberal geltende Demokrat.

Auch der Demokrat Beto O'Rourke, ebenfalls Mitglied des Repräsentantenhauses, erhielt ähnliche Kommentare, als er die Tickets für die Feier anbot. In seinem Facebook-Posting zur Ticketvergabe wies er auch darauf hin, dass die Gewinner sich selbst eine Bleibe suchen müssten und die Reisekosten nicht gedeckt seien. Daraufhin posteten User Sätze wie "Ich muss meinen Gartenzaun putzen", "Ich werde damit beschäftigt sein, mir Nadeln in die Augen zu stecken" oder "Nein danke, das wird ein trauriger Tag in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika".

Auch Tom MacArthur, er vertritt als Demokrat New Jersey im Repräsentantenhaus, wurde für seine Facebook-Auslosung verspottet.

Republikaner berichten von "überwältigendem Interesse"

Es gibt jedoch auch US-Bürger, die glücklich über ein Ticket sind, wie Thomas Massie, Republikaner und Mitglied des Repräsentantenhauses, auf Facebook betont. Er hätte ein "überwältigendes Interesse" an den Karten für die Zeremonie bemerkt.

Vorbereitungen laufen

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für das Präsidentenfest auf Hochtouren. Vor der großen Amtseinführung von Trump wurden vom verantwortlichen Presidential Inaugural Committee eine Website und ein Twitter-Account für die Zeremonie eingerichtet. Die Feier findet in Washington DC statt.