Leben
20.06.2017

US-Aktrice Slate: Ivanka Trump ist "Fake-Feministin"

Die US-amerikanische Schauspielerin und Stand-up-Komikerin Jenny Slate hat die First Daughter in einem Interview als "Fake-Feministin" bezeichnet.

Auf Ivanka Trump ist Jenny Slate, bekannt aus der US-Show Saturday Night Live, nicht gut zu sprechen. Das machte sie kürzlich im Interview mit dem britischen Guardian deutlich. "Ich denke, dass Ivanka Trump eine Fake-Feministin ist, die als jemand in die Geschichte eingehen wird, der Menschen wirklich hinters Licht geführt hat und der sich schämen sollte", so Slate im Gespräch mit der Zeitung.

"Ich bezeichne mich selbst als Feministin"

Ivanka Trump, ihres Zeichens offizielle Beraterin von US-Präsident Donald Trump, wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach für ihr vermeintlich frauenfeindliches Verhalten kritisiert. Obwohl sie in Interviews für die Rechte von Frauen eintritt, beim W20-Gipfel in Berlin sagte sie im April "Ich bezeichne mich selbst als Feministin", scheint ihr Einfluss nicht auf die oberste politische Ebene durchzudringen.

Ivanka Trump hat bisher des öfteren betont, dass ihr die Themen Kinderbetreuung, Frauen in Führungspositionen und Mutterschutz wichtig sind, dennoch verfolgt ihr Vater eine Politik, die Frauen in den USA potenziell schaden könnte. So will er beispielsweise Obamacare zu Teilen abschaffen. Das Bundesgesetz aus dem Jahr 2010 regelt den Zugang zur Krankenversicherung und damit einen wesentlichen Aspekt des US-Gesundheitssystems. Auch die Kosten für alle von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) abgesegneten Mittel zur Empfängnisverhütung wurden damit bisher abgedeckt. Dazu zählen auch sogenannte Intrauterinpessare (IUP), umgangssprachlich auch Spiralen genannt, die eine niedrig dosierte hormonelle (Hormonspirale), beziehungsweise hormonfreie (Kupferspirale, etc.) Langzeitverhütung ermöglichen. Dadurch wurden Verhütungsmittel in den vergangenen Jahren für Frauen wesentlich zugänglicher und die Wahl des Verhütungsmittels konnte unabhängig von den Kosten getroffen werden. Die künftige Finanzierung unter Trump ist ungewiss (mehr dazu hier).

Auch beim Thema Abtreibung spricht sich Trump für strenge Beschränkungen aus. Planned Parenthood, eine Organisation, die in über 650 Kliniken im Land medizinische Dienste in den Bereichen Sexualmedizin, Gynäkologie und Familienplanung und auch Abtreibungen anbietet, will Trump künftig nicht mehr finanziell unterstützen (mehr dazu hier)

Slate sieht die USA aktuell in einer prekären politischen Lage. "Was gerade passiert ist furchtbar und abscheulich", sagte Slate. Für sie sei es daher besonders wichtig, ihre Reichweite als bekannte Persönlichkeit für ihre Agenden zu nutzen. Sie habe genug Follower auf Twitter um Planned Parenthood zu unterstützen oder zu sagen, dass Donald Trump ein "Krimineller" sei und seines Amtes enthoben werden sollte. "Ich kann Leute erreichen, das ist wunderbar."