Leben
11.10.2017

Drei Jahre nach Transgender-Outing von Tochter folgt Vater

Der Transformierungsprozess der eigenen Tochter ermutigte einen Mann dazu, ebenfalls zu sich selbst zu stehen.

Corey Maison wusste schon im Kindesalter, dass sie lieber ein Mädchen sein wollte. Doch sie war im Körper eines Jungen geboren. Weil sie Angst vor einer Zurückweisung ihrer Eltern hatte, behielt sie ihr Verlangen nach einer körperlichen Veränderung lange Zeit für sich. Im Alter von 14 Jahren begann sie schließlich, weibliche Hormone einzunehmen, heute ist Corey ein 15-jähriges Mädchen. Sie wusste jedoch lange nicht, dass auch ihre Mutter Erica Maison jahrelang unglücklich mit ihrem Geschlecht war.

Nachdem Erica, heute Eric, Corey dabei beobachtet hatte, wie sie zu jener jungen Frau wurde, als die sie sich schon immer gefühlt hatte, war sie ebenfalls dazu ermutigt, zu sich selbst zu stehen. So wie Corey Angst davor gehabt hatte, dass sie von ihren Eltern zurückgewiesen wird, fürchtete sich Erica vor den Reaktionen ihrer Kinder und ihres Ehemannes. Nach einem Jahr voller Gespräche, einer Testosteron-Therapie und einer beidseitigen Brustamputation fühlt sich Eric heute besser als je zuvor und wird von seiner Familie auf dem Weg zu sich selbst unterstützt.

"In unterschiedliche Richtungen, aber zu sich selbst"

Im vergangenen Jänner veröffentlichte die Journalistin Katie Couric die Geschichte von Corey und Eric als Teil der Serie Gender Revolution im Magazin National Geographic. Sie schrieb damals über die beiden: "Sie bewegen sich in unterschiedliche Richtungen, aber zu sich selbst."

ABC News hat den Weg von Tochter ebenfalls einfühlsam aufgezeichnet:

Umstrittenes Toiletten-Gesetz

Corey Maison setzte sich vor gut einem Jahr öffentlich dafür ein, dass ein umstrittenes Gesetz im US-Bundesstaat North Carolina zur Nutzung öffentlicher Toiletten durch Transgender wieder zurückgenommen wird. Tatsächlich beschloss das Regionalparlament in Raleigh im März dieses Jahres, das zu diesem Zeitpunk ein Jahr alte Gesetz aufzuheben. North Carolina hatte die freie Toilettenwahl in staatlichen Einrichtungen wie Schulen und Behörden untersagt. Dies löste eine Welle von Protesten und Boykotten gegen den Staat im Südosten der USA aus, dem sich diverse Stars der Entertainment-Branche, Unternehmen und Sportverbände anschlossen.

Ein Bild von Corey wurde vergangenes Jahr als Protest gegen das Gesetz mit folgendem Statement auf Facebook veröffentlicht: "Wenn das EURE Tochter wäre, würdet ihr euch wohl damit fühlen, sie auf die Männertoilette zu schicken? Nein, ich auch nicht. Seid fair, seid empathisch, seid freundlich. Behandelt andere, wie ihr selbst gerne behandelt werden würdet", schrieb Meg Bitton, die Fotografin des Bildes.