Leben
08/31/2019

Schneewittchen spendet Trost: Bild von autistischem Bub rührt Community

In einem berührenden Beitrag beschreibt eine Mutter auf Facebook, wie sich eine Mitarbeiterin in Disney World ihres autistischen Sohnen annahm.

Für die meisten Kinder ist Disney World der Inbegriff des Vergnügens. Bei Autisten kann die Flut an Sinneseindrücken jedoch Stressreaktionen hervorrufen.

Dass hektisches Treiben für ein autistisches Kind zur Qual werden kann, weiß Lauren Bergner, Mutter eines sechsjährigen Buben mit Autismus, nur allzu gut. Als sie sich entschied, ihrem Sohn den Wunsch eines Besuches im Vergnügungspark zu erfüllen, wusste sie um die notwendige Planung im Vorfeld deshalb Bescheid.

Zusammenbruch bei Schneewittchen

Trotz aller Vorkehrungen wurde es dem Sechsjährigen schließlich zu viel. Auf Facebook beschreibt die Mutter die Situation. "Wir haben uns heute Nachmittag (…) mit Schneewittchen getroffen. Mein Sohn hatte einen Zusammenbruch. Er weinte und war überwältigt und es hat ihm einfach alles zugesetzt", erinnert sich die US-Amerikanerin im Posting.

Demnach stand die ganze Familie in einer Warteschlange an, um eine als Märchenfigur Schneewittchen verkleidete Frau zu treffen. Als diese den weinenden Buben entdeckte, reagierte sie prompt. "Schneewittchen war super mit ihm! Sie küsste, umarmte und kuschelte ihn. Er legte seinen Kopf weinend auf ihren Schoß", schildert Lauren Bergner.

Die Frau im Kostüm habe sich mit ihrem Sohn auch etwas von der Menge entfernt, um ihn in Ruhe zu trösten. "Sie war unglaublich. Sie hielt seine Hand, tanzte mit ihm, nahm ihn mit auf eine Bank und setzte sich zu ihm. Sie hat alles gegeben!! (…) Sie war magisch und meine Familie ist für immer dankbar und berührt!"

Mit dem Beitrag auf dem sozialen Netzwerk wolle Bergner der Mitarbeiterin des Vergnügungsparks danken: "Ich würde mich gerne persönlich bei ihr bedanken. (…) Wir werden diesen Moment nicht vergessen."

Ihrem Posting fügte die US-Amerikanerin einige Bilder hinzu, die die berührenden Momente dokumentieren. Die Community rührte sie damit beinahe zu Tränen: Über 100.000 Menschen haben ihren Beitrag bisher geteilt, in den Zehntausenden Kommentaren darunter drücken die User ihre Ergriffenheit aus.

Was ist Autismus?

Laut der Autistenhilfe Österreich handelt es sich bei Autismus um "eine Entwicklungsstörung, die Auswirkungen darauf hat, wie sich eine Person verhält, kommuniziert, mit anderen Menschen in Beziehung tritt und die Umwelt wahrnimmt". Autismus wird oft auch als Informations- und Wahrnehmungsverarbeitungsstörung bezeichnet. Dieser Begriff verdeutlicht, dass Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) Informationen, die sie in der Umwelt wahrnehmen, auf andere Art und Weise verarbeiten.

Internationalen Schätzungen zufolge ist ungefähr ein Prozent der Gesamtbevölkerung eines Landes von einer Autismus-Spektrum-Störung betroffen. Für Österreich sind bislang keine exakten Häufigkeitszahlen vorhanden und es können nur die internationalen Schätzungen herangezogen werden. Anhand dieser Daten kann man davon ausgehen, dass in Österreich ca. 87.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Autismus-Spektrum-Störung leben. Es sind weitaus mehr Burschen beziehungsweise Männer als Mädchen und Frauen betroffen.