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Oktober-Ausgabe
09/28/2016

Noor Tagouri: Erstmals Frau mit Hidschab im Playboy

Noor Tagouri wird als erste Frau mit Hidschab im Playboy abgedruckt werden.

von Marlene Patsalidis

Eine Frau mit Hidschab im Playboy - das gab's noch nie. Die US-amerikanischen Muslimin und Journalistin Noor Tagouri zeigt sich in der Oktoberausgabe des Männermagazins Playboy mit Kopftuch. Für ihre Entscheidung mit der bekannten Zeitschrift, die hauptsächlich für erotische Fotografie beziehungsweise Aktfotografie bekannt ist, zusammenzuarbeiten, erntete sie gleichermaßen lobende Anerkennung und harsche Kritik.

Noor Tagouri in der Rubrik "Renegade"

Zusammen mit einer Aktivistin, einer Komikerin und einer Autorin wird Tagouri in der Serie "Renegade", zu Deutsch "Abtrünnige", erscheinen. In der Rubrik geht es um Menschen, "die alles - sogar ihr Leben - riskiert haben, um das zu tun, was sie lieben".

Auf Twitter teilte die 22-Jährige, die für das Newsportal Newsy arbeitet, am vergangenen Donnerstag ein Video, dass sie bei der Verkündung der Nachricht über ihre Kooperation mit Playboy zeigt.

Laut CNN wurde Tagouri in schwarzen Jeans, Converse Schuhen, schwarzer Lederjacke und Hidschab für das Blatt abgelichtet. Ein von Playboy veröffentlichtes Foto belegt dies.

Tagouri selbst teilte das Teaserbild selbst auf Instagram. In den Kommentaren zum Foto wird die junge Frau von vielen beglückwünscht und verteidigt. Es finden sich jedoch auch zum Teil enorm wüste Beschimpfungen und Beleidigungen unter dem Posting.

Weniger Nacktheit im Playboy

Seit März dieses Jahres werden im Magazin keine nackten Frauenkörper mehr abgedruckt. Bei der Verkündung der Entscheidung im Oktober des Vorjahres (kurier.at hat berichtet) begründete man diese mit dem Argument, dass Nacktheit im Internet überall frei verfügbar und kein Anreiz für den Kauf des Playboys mehr sei.

Online wird bereits seit 2015 keine vollständige Nacktheit mehr gezeigt. Allein mit dieser Maßnahme habe man dem Verlag zufolge die Reichweite auf 16 Millionen Unique Monthly Users vervierfacht, der Altersdurchschnitt sei von 47 Jahren auf 30 Jahre gefallen und man habe so eine deutlich wertvollere Zielgruppe für sich gewinnen können.