Leben
20.06.2017

"Nicht für Mutterschaft gemacht": Mutter wehrt sich

Weil ihr gesagt wurde, dass sie nicht wie jemand wirke, "der für die Mutterschaft gemacht ist", verfasste Gylisa Jayne ein Plädoyer für mehr Toleranz unter Müttern und postete dieses auf Facebook.

Ein Kind in die Welt zu setzen ist für die meisten Frauen etwas Wundervolles. Auf das, was nach der Geburt auf einen wartet, ist man jedoch selten vorbereitet. Während sich das Wunder Mensch im Leben einer frischgebackenen Mama entfaltet, baut sich nicht selten auch enormer Druck von außen auf. Das musste auch Gylisa Jayne am eigenen Leib erfahren.

Als der gebürtigen Britin gesagt wurde, dass sie nicht wie jemand wirke, "der für die Mutterschaft gemacht ist", saß der Schmerz tief. Die Stereotype, die die betreffende Person über ihre Aussage transportierte, veranlassten Jayne dazu, einen Beitrag auf Facebook zu verfassen, indem sie über die Herausforderungen der Mutterschaft und die gesellschaftliche Intoleranz Müttern gegenüber spricht.

Mütter müssen sich Normen fügen

"Als Mütter müssen wir gewissen Normen entsprechen und dabei geht es nicht nur darum, sich um sein Kind zu kümmern", so Jayne in ihrem Posting. Es werde erwartet, dass Mütter jeden Aspekt ihrer Persönlichkeit für das Kind opfern. Es sei ihnen nicht erlaubt "sich teure Taschen zu kaufen, shoppen zu gehen oder sich die Nägel machen zu lassen". Man dürfe als Mutter auch keine Tattoos tragen, sich die Haare färben oder Piercings haben. Auch vergangene Lebensabschnitte und Erfahrungen müsse man verleugnen, um als gute Mutter zu gelten.

"Es wird erwartet, dass Mütter ihre Identität nach der Geburt vergessen, um jemand anderen großzuziehen, aber wie können wir unsere Kinder gut großziehen, wenn wir keine Lebenserfahrungen haben?", schreibt sie.

Jayne plädiert dafür die Mutterschaft nicht als "exklusiven Club" zu sehen, zu dem man nur "mit dem richten Aussehen" Zugang hat. Ganz im Gegenteil: Es sei Platz für alle Frauen, "egal welchen Hintergrund sie haben".