Leben 27.01.2015

Neue Tätowierung auf Ötzis Körper entdeckt

Ein Fund liefert neue Einblicke in die Bedeutung von Tätowierungen in vorgeschichtlicher Zeit.

Mehr als 5300 Jahre alt, sorgt Eismann "Ötzi" 24 Jahre nach seiner Entdeckung noch immer für Überraschungen. Wissenschafter der Europäischen Akademie in Bozen (EURAC) haben durch eine nicht-invasive fotografische Technik eine bisher unbekannte Tätowierung auf der Gletschermumie entdeckt. Das gefundene Tattoo soll nun neue Einblicke in die Bedeutung von Tätowierungen in vorgeschichtlicher Zeit liefern.

Kartierung aller Tätowierungen auf Ötzis Körper
© Bild: Marco Samadelli
Die neu entdeckte Zeichnung auf dem Körper der Mumie sticht durch ihre Lage auf der rechten unteren Seite des Brustkorbs heraus. Die anderen Tätowierungen befinden sich auf dem unteren Rücken und den Beinen zwischen Knie und Fuß. Deshalb vermuteten einige Wissenschafter bisher, dass es sich bei den Tattoos um therapeutische Behandlungsmaßnahmen, nämlich einer Art der Akupunktur, handle, erklärte das Forscherteam.

Rätsel um Bedeutung

Das Brustkorbtattoo soll nun ein weiteres Puzzlestück bei der Erörterung der Frage, ob prähistorische Tätowierungen eine therapeutische, symbolische oder religiöse Bedeutung hatten, liefern. Verschiedene Studien haben seit dem Fund der Gletschermumie deren Hautzeichnungen untersucht. Mit einer eigenen Fototechnik sei es nun gelungen alle Tätowierungen des Mannes aus dem Eis sichtbar zu machen, teilte das Institut mit.

Die mit multispektralen Techniken fotografierten Tätowierungen
© Bild: Marco Samadelli
Jedes Foto der Mumie sei sieben Mal aufgenommen worden, jedes Mal mit einer anderen Wellenlänge. "So konnten wir die verschiedenen Tiefen abdecken, in denen sich jeweils das für die Tattoos verwendete Kohlepulver abgesetzt hatte", erklärte Marco Samadelli, Wissenschafter vom EURAC-Institut.
( APA ) Erstellt am 27.01.2015