Menstruationstassen werden als wiederverwendbare Alternative zum Tampon immer beliebter.

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Leben
07/23/2019

Hofer verkauft Menstruationstassen: Männliche Kundschaft empört sich

Im Netz wird die Ankündigung des Verkaufs der Menstruationscups teils derb diskutiert.

Sie sind rund zehn Zentimeter groß, trichterförmig und aus weichem Silikon gefertigt: Als nachhaltigere Alternative zum Tampon haben sich Menstruationstassen in den vergangenen Jahren am Markt etabliert. Große Drogerieketten haben die Cups ins Sortiment aufgenommen, immer mehr Hersteller lancieren neue Produkte.

Auch der Discounter Hofer bietet Kundinnen neuerdings Menstruationsschalen an, wie man am Montag auf Facebook verkündete. "Das etwas andere und tolle Produkt", hieß es dort im Postingtext zum Cup der Marke Olivia. Dazu teilte man ein Bild der Silikonschale.

Etliche Reaktionen

Unter dem Beitrag finden sich teilweise heftige Reaktionen. Dort werden die Silikontassen – vorwiegend von männlichen, aber auch von weiblichen Usern – unter anderem als "grauslich" und "widerlich" bezeichnet.

Andere machen sich mit Sprüchen wie "100% vegan. Isst man die Dinger nach Gebrauch??" über die Hygieneprodukte lustig.

Dass Menstruationstassen für Gesprächsstoff sorgen, zeigt sich an der Zahl der Likes und Wortspenden: Fast 1.000 Mal wurde das Posting bisher gelikt, knapp 900 Userinnen und User haben es kommentiert.

Vonseiten der Supermarktkette ist man um Sachlichkeit und eine geordnete Diskussion bemüht. Beinahe unter jedem Kommentar findet sich eine Reaktion des Social-Media-Teams.

Auch Aufklärung kommt dabei nicht zu kurz: Unter dem Produktbild finden sich auch konstruktive Fragen zur Tasse. Etwa, ob man diese auch beim Sport verwenden kann (Antwort: ja) und in welcher Größe sie erhältlich sein wird (Antwort: in zwei verschiedenen Größen).

Was kann die Silikonschale?

Aber was zeichnet die Alternative im Vergleich zum Tampon aus? Menstruationstassen sind keine Wegwerfprodukte, nachhaltiger als Tampons und Binden – und kostengünstiger für die Konsumentinnen. Das ist nicht unwesentlich, immerhin gibt eine Frau im Laufe ihres Lebens zwischen 2500 und 4500 Euro für Binden und Tampons aus. Nach dem Gebrauch landen die Produkte im Müll, wo es aufgrund der Plastikbestandteile über 500 Jahre dauert, bis diese verrotten.

In puncto Tragekomfort sollen die Cups Frauen, die zu Scheidentrockenheit neigen, entgegenkommen.

Viele Frauen haben beim Wechsel zur Tasse Bedenken. Das liegt in erster Linie daran, dass sie nach der Verwendung nicht weggewerfen werden. Eingesetzt werden die Schälchen ähnlich wie Tampons. Durch das Falten der Tasse wird diese schmal genug, um sie in die Scheide einzuführen, wo sie sich wieder entfalten kann.

Entfernt wird die Schale, indem man sie seitlich mit dem Finger eindrückt, den Unterdruck löst und dann an ihrem Stiel zieht. Danach spült man sie mit klarem Wasser aus, bevor sie wieder eingeführt wird.

Dass Menstruationstassen genauso effektiv – oder sogar effektiver – als Binden oder Tampons sind, haben aktuelle Forschungen bestätigt. Die erste umfassende Untersuchung der Hygieneprodukte wurde in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet Public Health veröffentlicht.

Die häufigsten Fragen zur Tasse – und Antworten darauf – finden Sie hier:

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