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Leben
09/11/2016

Heidi Williams: Yoga fürs Auge

Heidi Williams hat viel durchgemacht. Mit Yoga hat die US-Amerikanerin Phasen der Depression und Verzweiflung überstanden.

Für viele ist Yoga ein Mittel zum Ausgleich und zur Steigerung von Kraft, Flexibilität, Gleichgewichtssinn und Muskelausdauer. Für Heidi Williams stehen vor allem die positiven Effekte der Sportart auf die Psyche im Vordergrund.

Ihr Name mag einigen von der Fotoplattform Instagram bekannt sein. Dort begeistert die US-Amerikanerin mit ihren beeindruckenden Fotos mittlerweile über 51.000 Abonnenten. Was die meisten nicht wissen: Hinter Williams' märchenhaften Bildern steckt eine tragische Geschichte.

Depression, Angstzustände, posttraumatischer Stress

Mit dem Gesundheitsmagazin Mantra Yoga + Health sprach die junge Frau ganz offen über ihre problembehaftete Vergangenheit und darüber, wie Yoga ihr aus den schlimmsten Krisen half.

Nachdem Williams zum Opfer von Missbrauch wurde, machten sich Depressionen, Angstzustände und posttraumatischer Stress in ihrem Leben breit. Irgendwann sah die in Las Vegas lebende Mutter eines Sohnes keinen Ausweg mehr und versuchte sich das Leben zu nehmen. Der Versuch missglückte - und Williams erkannte, dass es an der Zeit war ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Durch Yoga wurden schließlich ihre Lebensgeister wieder geweckt. "Yoga hat mich wieder an einen sicheren Ort gebracht. Einen Ort des Friedens und der Selbstliebe", beschreibt sie.

Heute versucht die junge Frau anderen Betroffenen zu helfen. Auf Facebook leitet sie die "Heidi Williams Support Group", in der sich Mitglieder über ihre Erfahrungen austauschen können. Auf dem sozialen Netzwerk beschreibt sie die Gruppe als "Ort, an dem die Heilung beginnen kann".

Auf Instagram zeigt sie die ästhetische Seite des Sports. Auch dadurch will sie andere inspirieren. In ausführlichen Postings teilt Williams sehr persönliche Geschichten aus ihrem Leben, stellt Betroffenen heilende Mantras vor und zeigt Mitgefühl.

"Welt braucht mehr Mitgefühl"

Vom großen Erfolg ihres Instagram-Accounts ist Williams selbst überrascht. Nachdem zahlreiche Medien über sie berichteten, verdoppelte sich ihre Followerzahl binnen weniger Tage. "Ich bekam eine Lawine an E-Mails und Nachrichten, in denen mich Menschen um Rat und Interviews baten", schrieb Williams kürzlich in einem Instagram-Beitrag.

Nachdem sie kurz an sich selbst gezweifelt und ihre Qualifikation als helfende Kraft in Frage gestellt hatte, nahm sie die Welle der Anerkennung dankend an. "Man braucht keinen Abschluss oder Zertifikat, um menschliches Leid und menschlichen Schmerz zu verstehen. Diese Welt braucht nicht noch mehr Intellekt, sie braucht Mitgefühl."