Wochenbettdepression bei Männern: Gefühlstief statt Papafreude

Papas Psyche im Taumel: Lange wurde Väterkrisen nach der Geburt keine Beachtung geschenkt.
Nicht nur Müttern kann die Geburt eines Kindes emotional zusetzen. Auch frischgebackene Väter sind vor Krisen nicht gefeit.

Schon mit dem positiven Schwangerschaftstest begann bei Stefan (Name geändert) die väterliche Vorfreude zu keimen. Als der IT-Manager den ersten Papa-Ratgeber ausgelesen hatte, war der Nachwuchs im Bauch seiner Freundin kaum größer als eine Erdbeere.

Nach der Geburt war von der anfänglichen Euphorie plötzlich nicht mehr viel übrig. Das Baby schrie stundenlang, schlief weder tagsüber noch nachts länger als eine halbe Stunde durch. Stefan, der geglaubt hatte, alles im Griff zu haben, plagten zunehmend Ängste. Er fühlte sich hilflos, oft niedergeschlagen, teilweise gereizt.

Als sich die Familie hilfesuchend an die Uniklinik Würzburg wandte, war Stefan bereits in eine Wochenbettdepression geschlittert. "Damit ist er nicht allein", weiß Psychiaterin Sarah Kittel-Schneider, die dort erforscht, warum die Vaterfreude nach der Geburt ausbleibt.

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