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Leben Gesellschaft
03/14/2022

Tiercoach: Augenprobleme bei Katzen können sehr komplex sein

Erkrankungen des Sehorgans erfordern oft eine Untersuchung durch den Spezialisten, der KURIER-Tiercoach gibt Rat.

von Hedwig Derka

Warum heilt das Auge nicht? Was hat es mit dem Schnupfen auf sich? Leser haben Sorgen mit ihren Katzen – und Fragen. KURIER-Tiercoach Katharina Reitl, Zoodoc in der Ordination Tiergarten Schönbrunn, antwortet:

Leserfrage: Mein Kater ist seit drei Monaten wegen Augenproblemen in Behandlung. Die Hornhaut war verletzt, das Auge vergrößerte sich. Es stand eine operative Entfernung im Raum. Doch nach diversen Salben, Tropfen und Spritzen ist das Auge derzeit stabil, vollständig geheilt ist es aber immer noch nicht. Was raten Sie?

KURIER-Tiercoach-Antwort: Leider gibt es chronische Augenkrankheiten, die permanent behandelt werden müssen bzw. trotz Therapie nicht ausheilen oder sich sogar weiter verschlechtern. Bei Ihrer Katze könnten mehrere Probleme vorliegen bzw. ineinander übergegangen sein. Ein Tierarzt mit spezieller Ausbildung und eigenen Instrumenten ist gefragt. Aus der Ferne kann ich Ihnen aber ein Beispiel geben, was unter Umständen bei Ihrem Kater passiert ist; es zeigt die Komplexität von Augenerkrankungen: Eventuell liegt bei Ihrem Kater statt einer simplen Hornhautverletzung ein Defekt durch eine Herpesinfektion vor. Diese könnte zuerst zu einer inneren Augenentzündung und danach zu einem Glaukom, einem Grünen Star, geführt haben. Jede dieser Erkrankungen wäre für sich schon schwerwiegend und bedürfte einer zeitgerechten, gezielten Therapie. Leider gibt es auch unbeherrschbare Fälle. Die Entfernung eines permanent schmerzhaften Auges ist dann die bessere Option. Natürlich muss die Diagnose davor zu 100 Prozent abgesichert sein. Auch wenn sich der Zustand bei Ihrem Kater anscheinend etwas beruhigt hat, sollte er einem Spezialisten vorgestellt werden. Dieser kann auch eine verlässliche Prognose stellen.

Leserfrage: Ich würde gerne wissen, ob Katzenschnupfen bei Kätzchen geheilt werden kann.

KURIER-Tiercoach-Antwort: Wurden Katzenschnupfen-Erreger diagnostiziert oder wurde die Diagnose nur anhand der Symptome gestellt? Welche Symptome hat die Katze? Nicht jeder Schnupfen ist automatisch ein Katzenschnupfen. Katzenschnupfen ist eigentlich ein Überbegriff für ansteckende Erkrankungen der Atemwege und der Kopfschleimhäute. Er wird durch verschiedene Viren oder Bakterien hervorgerufen; die Erreger begünstigen einander gegenseitig und kommen oft in Kombination vor. Die Therapie richtet sich in erster Linie nach dem Schweregrad, aber auch danach, welche Erreger beteiligt sind. Katzenschnupfen kann gut ausheilen oder vor allem durch stressige Situationen immer wieder ausbrechen oder gar chronisch bestehen bleiben. In der Regel ist der schlimme chronische Verlauf eher selten. Vorbeugend gibt es eine Impfung, die vor allem vor den therapeutisch schwierigen Auslösern des Katzenschnupfens schützt.

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen  zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at

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