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Leben Gesellschaft
02/21/2022

Tiercoach: Wie eine Krallenbett-Entzündung zu behandeln ist

Wenn Käsepappeltee-Bäder nicht helfen, braucht es antibiotische Salben oder Tabletten.

von Hedwig Derka

Meist fängt das Problem mit einer kleinen Verletzung an. Der Hund klemmt sich die Kralle ein, die Katze bleibt beim Klettern hängen, das Kaninchen zieht sich grabend eine Horn-Splitterung am Lauf zu. Dort, wo die Kralle aus der Zehe wächst, rötet sich die Haut und beginnt zu jucken und zu glühen. In schwereren Fällen blutet die frische Wunde und wird mit der Zeit eitrig.

Sehr schmerzhaft

„Krallenbett-Entzündungen sind sehr schmerzhaft. Oft reichen aber wenige Mittelchen, um sie zu behandeln; nur manchmal muss der Patient zum Tierarzt“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, worauf Halter achten müssen, wie sie die Heilung beschleunigen und was sie vorbeugend tun können.

Kontrolle der Krallen nach Verletzung

„Humpelt der Vierbeiner oder schleckt er ständig an der Pfote, sollte der Besitzer die Krallen kontrollieren“, rät Reitl. Die Ursachen für die Entzündung können durchaus schlimm ausschauen. Die betroffene Kralle ist eventuell verdreht, eingerissen, aufgespalten oder sie steht ab. Eine akut lebensbedrohliche Notsituation ist das in der Regel jedoch nicht.

Desinfizieren, schmieren, schlucken

„Zuerst muss die Entzündung desinfiziert werden. Dann helfen antiseptische Wund-Gels oder Käsepappeltee-Bäder“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Klingen die Symptome nicht ab bzw. beginnt die Wunde, Sekret abzusondern, ist der Veterinärmediziner gefragt. Er verordnet lokale antibiotische Salben, bei Bedarf darüber hinaus Tabletten. Mitunter legt er einen Verband zum Schutz an. Am wichtigsten dabei ist, dass der Patient nicht an der Wunde schlecken kann. Breitet sich die Krallenbett-Entzündung aus, kann die Infektion auch Gelenke oder Knochen in Mitleidenschaft ziehen.

Pilz, Geschwür oder Gene als Auslöser

„Bringt die Therapie keinen Erfolg, sind andere Ursachen zu überlegen“, sagt Reitl. Hin und wieder lösen Pilze eine Krallenbett-Entzündung aus; sehr selten sind es Gewächse im Krallenbereich oder Knochentumore. Nicht zuletzt können Probleme mit dem Immunsystem oder genetische Gründe für ein chronisches Leid an den Pfoten verantwortlich sein. „Man sollte nicht allzu lang ohne Rücksprache herumdoktern. Unterschiedliche Ursachen verlangen unterschiedliche Behandlung“, sagt der Zoodoc.

Vorsicht bei der Krallenpflege

Vorbeugen lässt sich nur der Verletzungsgefahr: Akkurat geschnittene bzw. gefeilte Krallen verringern das Risiko, mit den Hautanhangsgebilden hängen zu bleiben. „Mit dem richtigen Werkzeug und einer Erklärung vom Profi ist das Kürzen keine Hexerei“, sagt der KURIER-Tiercoach. Vorsicht ist bei Vierbeinern mit langen Blutgefäßen und Nerven in den an sich unempfindlichen Krallen geboten. Werden diese durchtrennt, blutet die schmerzhafte Verletzung meist stark. Sinnvoll ist, Hund, Katze und Kaninchen schon von Klein auf an die Pediküre zu gewöhnen.

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen  zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at

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