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Leben Gesellschaft
08/05/2022

Deutsches Wunderkind maturiert mit 12 Jahren

Ruben Charara dürfte der jüngste Maturant Deutschlands sein - und bald wohl auch der deutschlandweit jüngste Hochschulstudent.

Ruben Charara ist zwölf, höchstbegabt und vielseitig interessiert. Im klimatisierten Büro arbeitet er an einer Software-Lösung für Urlaubsanträge. Das Programm dafür hat er binnen zwei Wochen in völliger Eigenregie während eines Praktikums entwickelt. 

Ruben ist zwölf Jahre alt. Das Programmieren hat er sich selbst beigebracht, dafür reichten ihm vier Wochen. „Ich habe mir eine Schulung im Internet angeschaut, das war recht einfach und das konnte ich schnell anwenden“, berichtet der Junge gegenüber der dpa. Die Matura hat er schon in der Tasche jetzt soll es bald mit einem regulären Studium losgehen - Informatik oder Wirtschaftsinformatik.

Ein ganz normales Wunderkind

Ruben ist höchstbegabt. Mit einem Jahr hat er in ganzen Sätzen gesprochen, mit fünf konnte er lesen. „Da hat er plötzlich eine Postkarte vorgelesen, wir waren völlig überrascht“, erzählt seine Mutter Hana Charara. Das Lesen habe er sich alleine beigebracht, ohne dass jemand etwas bemerkte. „Ruben hat alles sehr früh und sehr schnell gelernt und viele Interessen und Talente gleichzeitig gezeigt.“

Mit drei Jahren wollte er Architekt werden, erinnert sich seine Tante Rabab Charara. „Er hat so lange gedrängelt, bis ich fünf Bewerbungen mit ihm geschrieben habe.“ Mit vier Jahren bekam das Kita-Kind ein Tagespraktikum in einem Architekturbüro.

Ruben ist 1,60 Meter groß, schmal, aufmerksam, höflich, wirkt eher zurückhaltend, bescheiden. Wenn man ihn auf seinem Roller sieht, würde man nicht darauf kommen, dass er seine gesamte Schullaufbahn in sechs Jahren abgehakt hat, fließend Englisch und Französisch spricht. Aktuell bereitet er sich mit seinem Praktikum - bei einer IT-Firma (aievas AG) in Burscheid nahe Köln - auf sein angestrebtes Hochschulstudium vor.

Intelligenz versus Langeweile

Ruben hat eine Gegnerin, die häufig seine Wege kreuzt und bezwungen werden muss: die Langeweile. „Im Kindergarten habe ich mich gelangweilt und wollte in die Schule. In der Grundschule habe ich mich schnell gelangweilt. Und als ich in die 5. Klasse kam, wurde es mir auch langweilig.“

Auf dem Gymnasium packte er immer zwei Schuljahre in ein Kalenderjahr. Ruben musste dennoch jeweils den gesamten Unterrichtsstoff beherrschen und auch sämtliche Klausuren mitschreiben. Was er durch das Überspringen verpasst hatte, erarbeitete er sich selbst. „Das war für mich erträglicher als Langeweile.“

Laut Mensa, dem bundesweit größten Netzwerk für Hochbegabte, spricht man ab einem Intelligenz-Quotienten von 130 von Hochbegabung. Der Begriff Höchstbegabung sei unklarer, häufig werde ein IQ ab etwa 145 angeführt, der bei 0,13 Prozent der Bevölkerung vorliege. Dazu gehört Ruben. In Österreich gibt es rund 1000 Menschen, die dem Hochbegabten-Club der Mensa angehören.

Mensa International ist ein Dachverband von Vereinen für Menschen mit hohen  Intelligenzquotienten. Sitz der Vereinigung ist Caythorpe, Lincolnshire, Großbritannien. Weltweit gehören der Institution etwa 120.000 Mitglieder an. „Unser Ziel ist es, den Austausch zwischen hochintelligenten Menschen zu fördern und das Wesen der Intelligenz zu erforschen“, heißt es seitens des Vereins.

Weitere Informationen zu Mensa-Österreich: https://www.mensa.at/hochbegabung

Spanisch, Portugiesisch und Chinesisch

„Ich sage immer, was ich möchte“, erzählt Ruben. Auch Freizeit ist ihm wichtig - Schwimmen, Kartfahren, Tennisspielen, er veranstaltet kleine Golfturniere. Das Kind liebäugelt mit Spanisch, Portugiesisch, Chinesisch. „Und Lesen macht mir generell viel Spaß. Ich lese alles querbeet.“ Comics, Geschichten, Biografien.

Er liebt Tiere, verreist gerne, war mit seiner Tante schon in vielen Ländern Europas. „Es gibt immer Spannendes zu entdecken.“
Ruben habe einen eisernen Willen, sagt seine Tante: „Er ist auch menschlich sehr gereift. Er hat sich als Kind immer wieder auf neue Kontakte und ein neues Umfeld einstellen müssen. Daran ist er sehr gewachsen.“ Der Junge habe schon weitaus mehr Lebenserfahrung als altersüblich. 

Jetzt freut sich Ruben aufs Studium - für die Zeit danach denkt er schon an ein eigenes Unternehmen im Bereich der Autoindustrie oder Pharmaindustrie. 

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