Leben
20.06.2017

Podcast: Der Paartherapie von Fremden lauschen

Wenn Paare nicht mehr weiter wissen, kann eine Paartherapie helfen. Ein neuer Podcast gewährt Einblicke in Dreier-Gespräche.

"Wo sollen wir anfangen" - diese Frage stellt sich jedes Paar zu Beginn einer gemeinsamen Therapie. Der Satz, der symbolisch für die vielen Erfahrungen steht, die man im Laufe einer Liebesbeziehung durchmacht, ist auch der Titel der Podcast-Serie "Where Should We Begin". Ins Leben gerufen wurde dieser von Ester Perel, einer belgischen Psychotherapeutin, die durch ihren Bestseller "Erotic Intelligence" und TED-Talks zum Thema Beziehungsarbeit internationale Bekanntheit erlangte.

In den einzelnen Episoden können Hörer den Erzählungen und Unterhaltungen von Paaren mit Perel lauschen. So werden in den ersten Episoden die Themen Sexsucht, Prostitution und Untreue besprochen. Die Namen der Menschen wurden im Vorfeld anonymisiert, die Geschichten hinter den Stimmen sind jedoch echt.

"Paare leben oft wie isolierte Inseln"

Doch warum die Therapiegespräche überhaupt aufzeichnen und verbreiten? "Paare leben viel zu oft wie isolierte Inseln. Wir denken, dass das, was wir in unseren Beziehungen erleben, einzigartig ist, und wir wissen nicht, dass unsere Nachbarn und Freunde dieselben Bedürfnisse, Sorgen, Entbehrungen und Enttäuschungen in ihren Leben erfahren", schreibt Perel erklärend auf ihrer Homepage.

Mit ihrem Podcast will die 59-Jährige Menschen in den unterschiedlichsten Beziehungen Wegweiser zur Verfügung stellen - und ihnen die Sprache zeigen, "nach der Sie gesucht haben, um Unterhaltungen mit den Menschen in Ihrem Leben zu führen".

Die Suche nach Protagonisten für die Audiosessions gestaltete sich Perel zufolge nicht annähernd schwierig: "Wir haben ein E-Mail an einen Teil der Menschen in unserem Verteiler ausgeschickt und die Idee auf sozialen Medien verbreitet, dann kamen an die 450 Bewerbungen", sagte die Psychotherapeutin, die in der belgischen Stadt Antwerpen aufwuchs und unter anderem an der New York University studierte, gegenüber der Vogue.