Kunstprojekt zeigt Spuren sexualisierter Gewalt

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Foto: Twitter/cheezitfan1 Emma Krenzers "Karte der Berührungen".

Das Kunstprojekt einer US-amerikanischen Studentin zeigt die Nachwirkungen sexualisierter Gewalt.

"Ich habe dieses Projekt hauptsächlich für mich selbst gemacht, um zu verbildlichen, welche bleibenden Auswirkungen Berührungen für Individuen haben können", sagt die 19-jährige Emma Krenzer über ihr Kunstwerk, dem derzeit auf Social Media viel Beachtung geschenkt wird.

"Karte der Berührungen" zeigt sexuellen Übergriff

Krenzers "Karte der Berührungen" zeigt eine fotografische, lebensgroße Abbildung eines nackten Frauenkörpers in Schwarz-Weiß. Dieser ist mit unterschiedlichen Farben markiert.

Die einzelnen Pinselstriche stehen dabei für die unterschiedlichen Berührungen, die die junge Amerikanerin von ihrer Mutter, ihrem Vater, ihren Geschwistern, ihren Freunden und ihren Liebhabern erhalten hat. In grellem Rot sind auf dem Körper die Berührungen einer Person eingezeichnet, der Krenzer dies eigentlich untersagt hatte.

Beschriftet sind die Striche mit "someone I told no" - "jemand zu dem ich nein gesagt habe". Die farbigen Spuren finden sich an den Armen, dem Hals und im Intimbereich.

Inspiriert wurde Krenzer vom Women’s March on Washington, einem Protestmarsch für Frauen- und Menschenrechte, der am 21. Jänner, einen Tag nach der Angelobung von Donald Trump, stattfand (kurier.at berichtete). Das Großereignis, welches nicht nur in den USA, sondern auch an vielen anderen Orten weltweit organisiert wurde, veranlasste die 19-Jährige dazu die sexualisierter Gewalt, die ihr widerfahren war, auf künstlerische Weise zum Thema zu machen. In der Nacht nach der Protestkundgebung stellte Krenzer das Kunstwerk fertig.

Die Reaktionen auf ihre Kunst seien für Krenzer berührend und überwältigend gewesen, wie sie gegenüber Buzzfeed erklärte. "Manche Menschen sagten mir, dass sie in Tränen ausbrachen, nachdem sie mein Stück gesehen hatten“, berichtete sie. Und weiter: "Andere dankten mir wiederholt dafür, dass ich es geschaffen habe."

Serie geplant

Krenzer plant nun eine größer angelegte Serie, die die Botschaft der Originalkunstwerks aufgreift. "Ich mag es mit großen Abbildungen des menschlichen Körpers zu arbeiten und wichtige Botschaften damit auszudrücken."

(kurier / pama) Erstellt am
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