Einsamkeit ist keine Frage des Alters, zeigt eine neue Studie.

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Leben
10/03/2019

Britische Umfrage: Einsamkeit trifft Junge härter

Eine Befragung aus Großbritannien legt nahe, dass jüngere Menschen verstärkt unter dem Gefühl der Isolation leiden.

Über 2.000 Britinnen und Briten wurden kürzlich vom britischen Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov zum Thema Einsamkeit befragt. Nun wurden die Ergebnisse veröffentlicht.

Es zeigt sich: Alleinsein betrifft nicht nur ältere Generationen. Im Gegenteil: 31 Prozent der 18 bis 14-Jährigen gaben im Zuge der Befragung an, sich oft oder gar ständig einsam zu fühlen. Konkret gaben 24 Prozent der jungen Menschen an, sich in ihrem Leben bereits einsam gefühlt zu haben, sieben Prozent gaben an, täglich unter Einsamkeit zu leiden. Bei den über 55-Jährigen sagten 17 Prozent aus, vom Gefühl der Isolation betroffen zu sein. Zwei Prozent gaben an, sich die ganze Zeit über einsam zu fühlen.

Neue Herausforderungen

Die YouGov-Experten gehen davon aus, dass die Ergebnisse mit den "neuen Herausforderungen" zusammenhängen könnten, mit denen junge Menschen zum ersten Mal konfrontiert sind. Etwa nach dem Auszug von zu Hause, dem Eintritt ins Berufsleben oder dem Beginn eines Studiums.

Die Umfrage ergab auch, dass 46 Prozent der 18- bis 24-Jährigen Schwierigkeiten haben, neue Freunde zu finden – im Vergleich zu 38 Prozent der Gesamtbevölkerung und 28 Prozent der älteren Umfrageteilnehmer.

Hobbys als Hindernis

Auf die Frage, warum es ihnen schwerfällt, neue Freunde zu finden, gaben 80 Prozent der Jugendlichen zu Protokoll, dass Schüchternheit ein hinderlicher Faktor sei. Bei den Erwachsenen über 55 Jahren sagten 43 Prozent dasselbe.

Rund 32 Prozent der jungen Erwachsenen gaben an, dass es ein Problem sei, nicht jener Art von Hobbys nachzugehen oder Interessen zu haben, die neue Freundschaften fördern. Es mangle außerdem an Menschen in ihrer Umgebung, mit denen sie befreundet sein möchten. Bei den älteren Befragten hielten nur 18 Prozent ungesellige Hobbys für ein Problem. 25 Prozent sahen den Mangel an potenziellen Freunden in ihrer Nähe als Hindernis.

Connor Ibbetson, Forschungsleiter bei YouGov, sagte, dass in der gesellschaftlichen Debatte über Wohlbefinden und Zufriedenheit meist das geistige Wohlbefinden älterer Menschen im Vordergrund stehe. Die neue Erhebung belege jedoch, dass auch viele junge Menschen Einsamkeit und der sozialen Isolation ausgesetzt sind.

"Die neue Umfrage zeigt, dass sich fast ein Drittel der 18 bis 24-Jährigen oft oder immer einsam fühlt, das ist dreimal so viel wie bei Menschen über 55", sagte Ibbetson dem Independent. "Fast die Hälfte der 18- bis 34-Jährigen findet es auch schwierig, neue Freunde zu finden, und dies könnte daran liegen, dass sie in dieser Zeit ihres Lebens neuen Herausforderungen gegenüberstehen, beispielsweise dem ersten Umzug von zu Hause oder dem Neuanfang Jobs oder Universität."

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