Leben
18.06.2018

Britische Studie: Wann die meisten Babys zur Welt kommen

Symbolbild © Bild: Getty Images/iStockphoto/bernie_photo/iStockphoto

Die Erkenntnis könne für die Arbeitszeitenregelung von medizinischem Personal von Bedeutung sein, betonen die Forscher.

Zwischen ein Uhr früh und sieben Uhr am Morgen erblickt der Großteil der britischen Neugeborenen das Licht der Welt. Wie eine Untersuchung des University College London von rund fünf Millionen Geburten zwischen 2005 und 2014 zeigt, finden 70 Prozent der natürlichen Geburten außerhalb der regulären Arbeitszeiten statt. Geplante Kaiserschnitte werden hingegen am häufigsten morgens und unter der Woche angesetzt. Das berichtet unter anderem die BBC.

Für Arbeitszeiten relevant

Den Forschern und Experten aus dem Gesundheitswesen zufolge sind die Ergebnisse nicht nur für sich allein gesehen spannend. Sie könnten auch für die Arbeitszeitenregelung von medizinischem Personal relevant sein. Immerhin finden laut der Analyse nur 28 Prozent aller Geburten in der Kernarbeitszeit, also zwischen neun Uhr früh und fünf Uhr abends, statt.

Sean O'Sullivan vom Royal College of Midwives (Verband der Hebammen, Anm. d. Redaktion) sagte im Interview mit der BBC etwa, dass die Forschungen bei der Erstellung von Dienstplänen helfen könnten.

Veränderte Muster

Seit den 50er-Jahren hätten sich laut Studienautorin Alison Macfarlane zufolge die zeitlichen Muster, denen Geburten folgen, grundlegend verändert. Nicht zuletzt aufgrund steigender Kaiserschnittraten. Während natürliche Geburten häufig während der Nacht eingeleitet werden, werden Kaiserschnitte meist bewusst für die Morgenstunden eingeplant und durchgeführt. Die Kaiserschnittrate nimmt weltweit nach wie vor zu. In Westeuropa wurden 2016 rund 25 Prozent aller Kinder mittels Sectio geboren, in Nordamerika 32 Prozent, in Südamerika 41 Prozent. Österreich liegt nach früheren Anstiegen seit einigen Jahren im Mittelfeld – etwa jede dritte Geburt erfolgt mittels Sectio (mehr dazu hier).

Peter Martin, Professor für Statistik am University College London und Mitautor der Studie, geht außerdem davon aus, dass es evolutionsbedingte Gründe für die nächtliche Geburtenkonzentration gibt. "Unsere Vorfahren lebten in Gruppen, die tagsüber aktiv und zerstreut waren und in der Nacht zusammengekommen sind."

Eine Erklärung für ein weiteres Ergebnis der Studie – jenem, dass die Geburtenraten an Weihnachten und dem Tag darauf um sieben Prozent geringer sind – liefert dieser Ansatz jedoch nicht.