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Leben Gesellschaft

Blumenregen für Neujahrsbaby wieder online

Facebook hatte das Posting von Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner über Nacht gelöscht - und hat es nach großer Aufregung wieder online gestellt.

von Laila Docekal

01/05/2018, 09:00 AM

Sogar die New York Times berichtete darüber: Dass dem Wiener Neujahrsbaby Asel im Netz eine Welle ungezügelten Hasses entgegen geschlagen ist, weil seine Mutter ein Kopftuch trägt und weil sie keinen traditionellen österreichischen Namen trägt.

Aber auch darüber wurde berichtet: Dass es dem Wiener Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner reichte, dass er dem Hass etwas entgegensetzen wollte. Er rief zu einem Flowerrain auf, dem Gegenpol zum Shitstorm. Sein Beitrag dazu auf Facebook wurde bis gestern nachmittag 10.000 Mal geteilt, mehr als 20.000 Menschen hinterließen Glückwünsche zur Geburt von Asel.

Schwertner ist selbst erst in der Früh darauf aufmerksam geworden, dass sein Posting gelöscht wurde und war entsetzt. Er vermutete, dass das Posting organisiert gemeldet und dann automatisch gelöscht wurde. Nach großen Protesten wurde das Posting mit den Glückwünschen zu Mittag wieder online gestellt.

Schwertner ruft Facebook-Chef Mark Zuckerberg dazu auf, seinem Neujahrsvorsatz damit treu zu bleiben und dem Hass im Netz den Kampf anzusagen. "Jetzt ist er gefordert!"

"Wir als Zivilgesellschaft sind ganz wesentlich davon abhängig, dass wir miteinander kommunizieren können. Wer bestimmt im Jahr 2018, worüber kommuniziert werden darf und worüber nicht? Was wird als nächstes gelöscht?", fragt der Caritas-Generalsekretär. "Wir wollen gemeinsam zeigen, dass Zusammenhalt, Nächstenliebe, Zuversicht, Menschlichkeit in Österreich und Europa Grundhaltungen sind, die viele, viele Menschen Tag für Tag leben. Auf andere zu achten, denen es nicht so gut geht. Helfen, wo Menschen Hilfe brauchen. Das Wort ergreifen, wo Menschen diffamiert und ausgegrenzt werden. Diese Grundhaltungen haben Österreich und Europa groß gemacht. Diese Grundhaltungen lassen wir uns nicht wegnehmen. Ich möchte, dass meine Kinder in einem Land aufwachsen können, wo Menschlichkeit und Menschenrechte für alle Menschen gelten."

Die Glückwünsche im Posting sollen wie angekündigt zu einem Buch zusammengefasst und der Familie überreicht werden.

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