Vollsonne und gutes Feuchtigkeits-Management: So hat man die besten Erdbeeren.

© Halbhuber Axel

Leben
05/31/2019

Axels Terrasseneintopf: Wie man die besten Erdbeeren erntet

Goldene Ananas für die Fragaria: Mit Eigenbau-Erdbeeren gewinnt man keinen Blumentopf, aber Anerkennung. Ein paar Tipps.

von Axel Halbhuber

Mitten in der Regentrübsal erklärte am Mittwoch die Landwirtschaftskammer, wie super das aktuelle Wetter für die Erdbeere ist. Während der Reifeperiode im Mai schade Hitze den Früchten, da unterscheiden sich Erdbeeren klar von Freibädern.

Wie gut der Wechsel aus Regen und milder Sonne ist, sehen derzeit viele Gartler am überüppigen Erdbeerwuchs. Die süßen Roten gehören zu den Stars jeder Terrasse, wie an Paradeisern will sich jeder an der Fragaria beweisen.

Was keine große Kunst ist, Erdbeeren sind wie alle beliebten Pflanzen pflegeleicht. Sie brauchen keinen extravaganten Boden, Blumenerde reicht – eventuell mit lockerndem Kleingehölz vermischt. Sie können mit wenig und viel Wasser (aber nicht mit Dürre oder Gatsch!), und geht es ihnen gut, vermehren sich Erdbeeren fleißig von selbst.

An diese Stelle ein wenig Belehrung: Das Fruchtfleisch der „Scheinbeere“ lockt die Tiere bloß zum Verzehr. Die Nüsschen darauf sind so hart (knacken ja auch beim Draufbeißen), dass sie andernorts unverdaut wieder vom Tier freigegeben werden und keimen können. An der Pflanze verbleibende Früchte trocknen ein, die Nüsschen fallen ab und keimen ebenfalls.

Noch besser sehen Hobbygartler die Vermehrung über Triebe, die am Boden von der Pflanze wegwachsen und frisch anwurzeln. Sobald die neue Pflanze austreibt, kann man sie von der Mutter kappen und versetzen.

Aber Erdbeergarteln ist nicht nur Sonnenschein und der Regen hat auch seine Schattenseiten. Die Feuchtigkeit ist nämlich das große Problemfeld der Erdbeere. Sie gehört zu den Rosengewächsen und die neigen bei anhaltender Nässe zu Pilzen – besonders zur Rotflecken- (lila Flecken mit dunkler Mitte, gelbe Blätter, taucht jetzt auf) und zur Weißfleckenkrankheit (meist erst nach der Ernte, helle Kreise mit roter Umrandung, Blatt stirbt beim Fleck ab).

Den Kampf gegen Pilze gewinnt man ...

... durch Schnitt aller Ableger und alter Blätter im August, denn die Pilzsporen überwintern im Laub. Junge Innenblätter dürfen bleiben, wenn sie nicht infiziert sind.

... durch Pensionierung: Je älter die Pflanze, umso anfälliger wird sie. Nach drei Erntejahren sollten junge Leistungsträger her.

... durch sanften Luftzug: Erdbeerpflanzen sollten gut und schnell abtrocknen können, Luftstau fördert Pilze.

... durch etwas Distanz: Pflanzen sollten mit 30 Zentimeter Abstand zueinander gepflanzt werden.

... durch richtiges Gießen: am besten nur in der Früh und nicht auf die Blätter.

... durch Jäten: Unkraut zwischen den Erdbeerpflanzen hält das Mikroklima in Topf und Kisterl feucht.

Die Nässe fördert natürlich auch Schimmel auf den Früchten selbst. Damit die nicht auf nasser Erde liegen, hilft eine Strohschicht oder die Wahl rankender oder (über den Topfrand) hängender Sorten. Denn die weltweit 20 Erdbeerarten verteilen sich auf fast 1.000 Sorten, Zahl dank Züchtungen steigend. In Europa war einst nur die Walderdbeere heimisch, sie wurde seit dem Mittelalter flächig angebaut. Weil man von den Früchtchen kaum satt wird, war ein Souvenir aus Amerika der Segen: Die eingeführten großfruchtigen Sorten Scharlachbeere und Chile-Erdbeere kreuzte man 1750 zur Fragaria Ananassa.

Womit auch klar wird, warum unsere Omis immer „Ananas“ zu den Erdbeeren gesagt haben.

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