Leben
05/14/2019

Axels Terrasseneintopf: Wie man im Topf die größten Beeren hat

Him, Brom, Heidel und Stachel: Mit Beeren lässt sich ein ganz hervorragender Nasch-Topf auf der Terrasse einrichten.

Auf der Suche nach einem properen Muttertagsgeschenk erfuhr ich jüngst, dass die Himbeere in manchen Regionen Mutterbeere genannt wird. In einen schönen Topf gesetzt, Mascherl herum und schon wird Mutters Ehrentag zum Beerentag. Das Wort „Himbeere“ selbst leitet sich übrigens vom althochdeutschen Hintperi ab, was „Hirschkuh“ heißt und mit der Verbreitung der Himbeere zu tun hat – die Beere aus der Hirschkuh. Das kann man der Mama ersparen.

Weil es jedoch noch keine Himbeerstauden mit reifen Früchten gibt, muss man schummeln. Es gibt Brombeer-Pflanzen mit unreifen Früchten und die sind rot sehen also quasi aus wie große Himbeeren.

Sehr in Mode ist gerade auch die Taybeere für den Topf, eine Kreuzung aus Him und Brom, benannt nach dem schottischen Fluss Tay. Die Taybeere ist robust (Schottland eben!), eignet sich aber wegen ihres intensiv-säuerlichen Geschmacks eher zum Verkochen als zum Naschen.

Also am besten für Mama die Mutterbeere. Damit Mami auch wirklich den Sommer über stets süße Früchte naschen kann (während sie im Liegestuhl entspannt und wir sie bedienen, weil jeder Tag ist Muttertag!), brauchen Beeren die richtige Erde und den richtigen Standort.

Sonnig bis sauer

Alle bisher genannten Arten haben diesbezüglich sehr ähnliche Ansprüche – wie auch die Johannisbeere, die ident mit Ribiseln ist und zu der die Stachelbeere gehört: lockerer, humoser Boden, am besten gut durchlässige Blumenerde. Wichtig ist, dass man die Erde beim Pflanzen sehr gut wässert, den Wurzelballen davor sogar 15 Minuten einweicht.

Eine echte Ausnahme ist die Heidelbeere, die sauren Boden mag. Also einfach Rhododendronerde.

Allen Beeren gemein ist, dass man sie am besten im Herbst setzt (aber nicht zu spät, damit sie festwurzeln, bevor es kalt wird). Oder im Frühjahr (aber nicht zu früh, damit es nicht zur Wurzelfäulnis kommt). Ebenso mögen alle Beeren Sonne, für Naturbeobachter eigentlich logisch: Sie wachsen meist am Waldrand, strecken sich aber immer zum lichten Weg. Halbschatten funktioniert auch, wichtig sind Windschutz und guter Halt. Die schnell wachsenden Ranken mancher Arten müssen angebunden werden.

Damit auf der Welt jedes Jahr 800.000 Tonnen Himbeeren geerntet werden können (ein Fünftel davon in Russland, dahinter folgen fast nur europäische Länder – die Himbeere ist ursprünglich in Europa zu Hause), gibt es auch spätreifende Sorten. Bei uns ist mittlerweile die Herbst-Himbeere sehr beliebt, die ab August fertige Früchte trägt.

Bleibt nur mehr die Frage, wie die Him- zur Mutterbeere wurde? Man sagt der Pflanze heilende Wirkung nach. Oder nur „Wirkung“: Himbeerblätter sollen als Tee Wehen fördern, weshalb Schwangere tatsächlich im letzten Drittel keinen Himbeerblättertee trinken sollen.

Der Botaniker Hermann Fischer schrieb weiters in seinem Werk Heilung durch die Natur: „Himbeerblätter, grün zerstoßen, auf den hitzigen Magen gelegt, vertreiben die Hitze.“ Und dieses Wissen kann man am Muttertag irgendwie auch brauchen.