Leben
19.08.2018

Axels Terrasseneintopf: Teich in der Wanne

Es ist ein Leichtes, Wasserpflanzen auf der Terrasse anzusiedeln. Und Gelsen dennoch fernzuhalten.

Hobbygartler kommen vor allem nicht zur Ruhe, weil ihnen einfach immer ein neues Projekt in den Schoß fällt. Mir zum Beispiel jüngst Seerosen mit Wurzeln und Wasserlilien. Nun kann man auf „Kannst du’s brauchen?“ sicher auch „Nein, danke“ sagen, man kann sich aber auch der ewigen Idee vom Teich auf der Terrasse entsinnen. Ich sagte: „Ja, gerne.“

Auch, weil ich derzeit in jedem Baumarkt und Gartencenter über den neuen Trend stolpere: Miniteich im Kübel hier, Terrassenteich im Angebot dort, Tischdeko-Schale bis Wassergarten-Set. Alles Firlefanz, sagt Ihr Terrassengärtner Axel, das mach’ ich mir selber. Das ist günstiger, man ist gestalterisch frei und vor allem: Man hat endlich wieder etwas zu tun.

Schon die Auswahl des Gefäßes macht Spaß, weil man kaum Regeln befolgen muss: Es sollte wasserdicht sein (man kann es auch mit Teichfolie auskleiden) und mindestens 40 Liter fassen. Holzfass, Zinkwanne, Baustellentrog, was auch immer. Je größer, umso leichter hält der Teich das ökologische Gleichgewicht. Deswegen bleibt er am besten erdfrei – zu viele Nährstoffe belasten das Wasser und es „kippt“. Und aus diesem Grund sollten auch keine Fische hinein – Fischfutter und -gacki sind ziemlich nährstoffreich.

Spannend ist die Pflanzenwahl. So viele Wasserpflanzen es auf der Welt gibt, so lächerlich ist das Sortiment im durchschnittlichen Baumarkt. Aber gut, das erste Gefäß ist meist ohnehin klein, mit Zwergseerose (braucht 30 Zentimeter Tiefe), ein bisschen Wassersalat (schwimmt auf der Oberfläche; auch Muschelblume genannt) und den geschenkten Wasserlilien (im Korb an der Seite eingehängt, quasi Uferbereich) kommt man anfangs aus. Überhaupt geht man es zierlich an, Schilf zum Beispiel wuchert für einen Topfteich zu stark. In flache Becken passen Gräser und Sumpfpflanzen, ab 30 Zentimeter Tiefe sollen auch Unterwasserpflanzen wie Wasserfeder oder Hornblatt hinein – die liefern viel Sauerstoff, der das Wasser stabilisiert (der Gegenspieler zu den Nährstoffen).

Alle diese Pflanzen setzt man am besten in Teichtöpfe, die es oft nur in schwarz gibt (grummel), ich habe also Schlitze in transparente Plastiktöpfe geschnitten. Statt der bösen Erde füllt man sie mit Kies (vorher abwaschen, sonst trübt er das Wasser). Die Pflanzen haben so Halt und Nährstoffe bekommen sie genug – im äußersten Fall düngt man sie, aber das ist anfangs kein Thema. Mit den Töpfen lassen sich Stufen errichten, manche stellt man höher (auf Ziegel oder in Körbe), andere tiefer. Oben sind die pflegeleichten Schwimmpflanzen wie Schwimmfarn oder Wasserhyazinthe (aus denen in Afrika-Filmen immer die Nilpferde lugen).

Bedeckte Oberflächen erschweren auch den Gelsen das Laichen (ja, die handelt man sich mit Teich ein, so ehrlich muss man sein) und die Sonne erhitzt den Teich weniger. Ab fünf Sonnenstunden pro Tag wachsen die Algen nämlich schnell. Wogegen Wasserbewegung hilft (jaja, ich will einen Springbrunnen). Oder aber Posthornschnecken (jaja, ich will Schnecken in meinem Teich!).

Aufruf: Ihr Terrassengärtner sucht Leserinnen und Leser, die ihren eigenen Garten/Balkon/Terrasse vorstellen wollen. Bewerbungen an: axel.halbhuber@kurier.at