© Halbhuber Axel

Leben
06/15/2019

Axels Terrasseneintopf: Die größten Fehler aus einem Jahr

Die grüne Linke: Ihr Terrassengärtner war im vergangenen Jahr nicht immer ganz ehrlich zu Ihnen – was schief lief.

Die Serie Terrasseneintopf ist heute ein Jahr alt und da fragen sich die wohlwollende Leserin und der geneigte Leser natürlich: Grünt diesem Terrasseneintopfer wirklich alles? Denn Zeitungen haben noch immer den Nimbus des Gelungenen, was in der Zeitung steht, stimmt.

Zum 1. Geburtstag ganz ehrlich: Nein. Ich bin Suchender und auf manche Fragen habe ich in diesem Jahr nur unzureichende Antwort gefunden. Jeder Hobbygartler weiß: Mit jeder Erkenntnis zu einer Pflanze sprießen fünf neue Fragen.

Da unser Fernsehsender SchauTV, in dem mein Tun jeden Freitag zu sehen ist, zum Jahrestag auf einem Best-of „Axels Terrasseneintopf“ bestand, halte ich daher an dieser Stelle ein relativierendes Worst-of für gerecht: Welche Pflanzen aus 52 Serienteilen sind vergammelt, welcher Tipp war wertlos, welche Antworten falsch?

Der mit Abstand größte Unfall war das Retortengemüse (4.1.): Großmundig gab ich Tipps, wie man aus Resten wieder vollwertiges Gemüse ziehen kann, „ganz einfach im Zimmertopf“. Meine Karottenstummeln und Stangensellerie-Strunke hielten kürzer als eine Tageszeitung. Gartler wissen, dass man Fehler machen darf, aber jeden nur einmal, daher die Fehleranalyse: Wer Pflanzenteile zur Bewurzelung in Wasser hängt, muss das Wasser alle drei Tage wechseln (man riecht es eh). Und wer direkt in die Erde setzt, muss die zwar feucht halten, aber nicht eingatschen.

Etwas „feucht zu halten“, ohne es zu ertränken, fällt einem Gartel-Berserker wie mir schwer. Ich gieße unregelmäßig, dafür schwallartig, was falsch ist. Also verstarben auch die Chilikerne (Schärfe aus dem Topf, 14.9.), die Obstsamen (Wassertriebe und Totholz, 5.10.), einige Geldbaum-Stecklinge (Geschenk in letzter Minute, 7.12.) und Baumwoll-Samen

(Mond-Pflanze, 18.1.).

Wasser scheint meine Schwachstelle zu sein, ich gestehe, dass meine Bewässerungsideen (Gießen trotz Urlaub, 20.7.) nahezu wertlos waren, Plastikflaschen mit Löchern (nur EIN Loch bohren, nicht fünf!) und Wollfäden im Kübel (lächerlich!) können nur wenig.

Nicht ganz so schrecklich endete der Versuch eines Terrassenteichs in Wanne (3.8.): Das Seerosen- und Wassergras-Biotop lebt, oder sagen wir: Es überlegt, ob es lebt. Fehleranalyse: Zu viele Sonnenstunden, zu wenige Algenfresser. (Die zwei Posthornschnecken haben den Winter übrigens nicht überlebt. Rastet in Frieden.)

Dass manche meiner Pflanzen nicht blühen, liegt an der Missachtung des Tipps der Pflanzenflüsterin Anni, (1.2.): Blühfreude entstehe durch Tag-Nacht-Temperaturwechsel. Apropos Blüte: So schön meine Orchideen blühen, so grauenhaft war meine Idee, die Phalaenopsis in ein Sommerquartier zu stellen (Exoten, 28.9.). Seitdem trägt ihr Blatt Narbe.

Dass meine eingelegten Chilis viel zu bitter und viel viel viel zu scharf sind, ist kein echter Gartelfehler. Ebenso ist keiner, dass mein alternativer Christbaum (O Bonsaibaum, 21.12.) auf wenig Gegenliebe meiner Kinder stieß. Aber zum Geburtstag soll auch das nicht unerwähnt bleiben.

Gute Ratschläge oder Tipps (oder Fotos von besseren Pflanzzeiten) erbeten!

axel.halbhuber@kurier.at