Kaiser Franz Joseph hat Ischl geliebt

© Schuster, Joseph / ÖNB-Bildarchiv / picturedesk.com

Kultur
11/17/2019

Zwischen Innovation und Tourismusfalle: Good Ischl, Bad Ischl

Bad Ischl und die Region stehen für k.k.-Nostalgie und manchmal für zu viel Tourismus. Das will die Kulturhauptstadt überwinden.

von Matthias Nagl, Katharina Salzer

Der Kaiser und seine Sisi winken den Menschen zu. Das ist Nostalgie. Das ist Bad Ischl.

20-mal pro Jahr flanieren die beiden Darsteller durch die Stadt. Tausende kommen rund um den Geburtstag von Franz Joseph, um das Kaiserliche zu zelebrieren.

Es könnten noch mehr Besucher werden. Im Jahr 2024 werden Bad Ischl und das Salzkammergut Europäische Kulturhauptstadt (nicht der Favorit St. Pölten oder Dornbirn). Das Motto: „Salz und Wasser als DNA“. Seit die Jury den Sieger verkündete, gibt es durchaus Kritik: Das würde einen Zuwachs an Tourismus bedeuten in der von Overtourism ohnehin betroffenen Region. Dessen war man sich bei der Bewerbung aber bewusst. Ein Schwerpunkt wird Hypertourismus selbst sein. Bad Ischl will touristisch nicht bad Ischl werden.

In der Konditorei Zauner klappern die Kaffeetassen. Zaunerstollen werden serviert. Das ist Klischee. Das ist Bad Ischl.

Die Süßigkeit ist ähnlich berühmt wie Sachertorte und Mozartkugeln. Für den KURIER kreierte Josef Zauner den Stollen „Wir versüßen Europa“. Er nimmt an, dass die Seen die Jury beeindruckt haben. Und: die Geschichte der Region. „Vor allem auch die Handwerkskunst. Ich habe die Hoffnung, dass dieses Handwerk nun ins Rampenlicht kommt.“

Josef Pühringer, Oberösterreichs Alt-Landeshauptmann – attestiert den Ischlern und Salzkammergütlern, „ein besonderes Stück Oberösterreich“ zu repräsentieren. „Es ist eine geschichtsbeladene Region, aber auch die Moderne hat Einzug gehalten.“

Die Vergangenheit ist es dennoch, die mit Ischl assoziiert wird. „Wie viele Komponisten und Schriftsteller immer wieder da gewesen sind und hier gewirkt haben“, sagt Porno-König Peter Janisch, eine lokale Berühmtheit. Er gründete das ÖKM (Österreichische Kontaktmagazin).

Beim nicht nur retro-orientierten Lehárfestival wird 2020 u. a. die „Csárdásfürstin“ gegeben. Modern gedachte Operette. Auch das ist Bad Ischl.

1 Kaiser-Darsteller: Gérard Fritz aus Luxemburg und Weyregg am Attersee.

1 Sisi-Darstellerin: Annabella Plamberger aus Bad Ischl

20-mal sind die beiden pro Jahr etwa in Ischl unterwegs

400.000 Nächtigungen hat Bad Ischl jährlich

95.000 Ankünfte jährlich

10 Hotels gibt es in Bad Ischl, in den 1970er Jahren waren es 3x so viele

100 Gastgeber gibt es in Bad Ischl

5,8 Millionen Nächtigungen hat das gesamte Salzkammergut (OÖ,S,Stmk) jährlich

468 Meter über dem Meer liegt das Stadtzentrum

1542 Meter hoch ist die Katrin, der Hausberg Ischls

30.000 Tagesgäste sind am Kaiserbummel-Tag in Bad Ischl (17. August)

162.276 Eintritte in die Trinkhalle Bad Ischl zu den Öffnungszeiten im Jahr 2018

1.461.402 Fußgänger überquerten 2018 den Kreuzplatz in Bad Ischl (inkl. Mehrfahczählungen)

24.000 Gäste kommen alljährlich zum Lehar-Festival

22,50 Euro kostet eine Tageskarte in der Therme Bad Ischl

4.337 Häuser stehen in der Stadt

4820 Postleitzahl von Bad Ischl

800 vor Christus: Beginn der Hallstattzeit, Eisen begann Bronze als wichtigstes Metall abzulösen.

1800 vor Christus: Erste Spuren des Salzabbaus am Hallstätter Salzberg

1,2 Millionen Tonnen Salz produziert die Salinen Austria AG an ihren Standorten Altaussee, Hallstatt und Bad Ischl

1849-1914 war Bad Ischl kaiserliche Sommerresidenz

1823 Ischl wurde zum Heilbad erhoben.

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