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Will Ferrells neue Serie auf Netflix: Penis-Witze am Golfplatz

In „The Hawk“ gibt Will Ferrell einen Ex-Golf-Star, der wieder an die Spitze will. Warum die Serienwelt so auf Sport steht - und das nicht immer zum Erfolg führt.
Will Ferrell schlägt bei einem Golfturnier vor einer jubelnden Zuschauermenge ab.

Es ist schon ein Weilchen her, dass Lonnie Hawkins – Spitzname: „The Hawk“ – eine Große Nummer in der Golfwelt war. Mittlerweile dümpelt er auf einem Level dahin, das ihm höchstens noch mitleidige Blicke beschert. Seinem Optimismus tut das aber keinen Abbruch. Und so tingelt der von Will Ferrell gespielte Kindskopf mit einem überdimensionierten Tour-Bus, schrillen Outfits und jeder Menge Peniswitzen von Turnier zu Turnier – in der Hoffnung, wieder an alte Erfolge und die Gegenwart anknüpfen zu können. Zu sehen ist das in der neuen Netflix-Serie „The Hawk“.

Wer das Gefühl hat, so eine ähnliche Inhaltsangabe vor nicht allzu langer Zeit gelesen zu haben, irrt nicht. Im Vorjahr schickte AppleTV Owen Wilson in der Dramedy-Serie „Stick“ auf einen etwas weniger von Brachial-Humor gekennzeichneten, aber im Kern doch vergleichbaren Comeback-Versuch eines gefallenen Golf-Stars.

Und auch zahlreiche andere Serien haben sich in den vergangenen Jahren dem Sport und da insbesondere den nicht mehr (oder noch nicht) erfolgreichen Playern gewidmet: Glen Powell gab in der Disney-Serie „Chad Powers“, einer charmanten Mischung aus „Mrs. Doubtfire“ und Football-Comedy, einen einstigen Profisportler, der nach einem Eklat wieder zurück an die Spitze will. Nicht wegzudenken aus der Serienlandschaft ist mittlerweile auch die allseits beliebte Fußballserie „Ted Lasso“ (die vierte Staffel startet im August bei AppleTV) und auf Netflix kümmerte sich Kate Hudson in „Running Point“ um das familieneigene Basketball-Team.

Mann im Golfoutfit liegt auf dem Grün und telefoniert, während andere Spieler in der Nähe stehen.

Will es noch mal an die Spitze der Golfwelt schaffen: die wandelnde Peinlichkeit Lonnie „The Hawk“ Hawkins (Will Ferrell).

Diese Themenlage muss aber nicht automatisch mit Heiterkeit verbunden sein: Gael García Bernal stieg für die düstere Drama-Serie „La Máquina“ (Disney+) in den Boxring. Und – erweitert um Elemente aus dem Genre der High-School-Serie – erzählt auch die ORF-Produktion „School of Champions“ nicht nur von den schönen Seiten des Spitzensports, sondern u. a. von Leistungsdruck und Machtkämpfen.

Sieg und Niederlage

Dass sich die Serienwelt für diesen Kosmos interessiert, liegt auf der Hand: Hier stecken zahlreiche Geschichten über Sieg und Niederlage, über Durchhaltevermögen und aussichtslos erscheinende „Wiederauferstehungen“. Auch erzählerisch bietet sich das Feld des Sports an: Denn hier gibt es zumeist ein wichtiges Turnier, ein Finalspiel oder Rennen, auf das über eine ganze Staffel hinweg hingearbeitet werden kann. Der Zeitdruck erhöht die Dringlichkeit und das Endergebnis ist allgemein verständlich (Triumph, Schlappe oder zumindest eine gelernte Lektion).

Radford (David Hornsby) und Stacy (Molly Shannon) beobachten mit VIP-Ausweisen aufmerksam das Geschehen.

Verfolgen den Comeback-Versuch von "The Hawk": Noch-Ehefrau Stacy (Molly Shannon, re.) und ihr Neuer, Radford (David Hornsby).

Eine hohe Punktzahl korreliert aber nicht zwingend mit dem Schauvergnügen. Denn die Witze, die sich durch die zehnteilige Serie „The Hawk“ ziehen, waren zuletzt in Teenie-Komödien aus den 2000ern lustig. Ferrell tanzt nun im roten Tanga über das Grün, wird beim morgendlichen Klo-Gang vom „Ketchup Song“ gestört und erscheint mit Erektion zur Aufbahrung seines eben verstorbenen Freundes.

Der Figur des unverbesserlichen Berufsjugendlichen ist schon lange nichts mehr Neues hinzuzufügen. Und so weiß man am Ende von Folge zwei immer noch nicht so ganz, warum man hier eigentlich weiterschauen sollte.

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