In der Berlinischen Galerie: Jeanne Mammens „Revuegirls“, 1928/29.

© Berlinische Galerie

Ausstellung
11/13/2013

"Wien - Berlin": Von Schiele bis Grosz

Die Klassische Moderne in den beiden Metropolen Wien und Berlin.

von Reinhard Frauscher

Unglaublich, dass es so einen systematischen Vergleich der heute Klassischen Moderne der zwei Metropolen Wien und Berlin bisher nie gab: Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Nazibarberei hinein erzeugte sie in beiden Höhepunkte an Innovation und Ausdruckskraft.

Die der Hauptstadt gehörende Berlinische Galerie zeigt 200 Werke bis 27. 1. Ab 14. 2. sind sie in Wien im Unteren Belvedere zu sehen. Sie sind höchst sehenswert, auch wenn mancher Besucher angesichts nur weniger und eher zweitrangiger Klimts und Schieles enttäuscht ist: Was sich unterhalb dieser damals schon superteuersten Ebene mitteleuropäischer Kunst tat, verdient genauso viel, wenn nicht noch mehr Aufmerksamkeit.

Bilder der Ausstellung

Wien-Berlin-Ausstellung

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In beiden Metropolen gab es um 1900 die Revolution der „Sezession“. Während Wien die Ornamentik Klimts und seiner Freunde feierte, blieben die Berliner mehr Epigonen der Pariser Impressionisten. Der Vorsprung Wiens änderte sich durch den frühen Tod Schieles aber rasch zugunsten des dynamischeren Berlins, wo danach der Expressionismus mit Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner u. a. die bedeutenderen Werke hervorbrachte.

Noch mehr aber beeindruckt die Dichte der Ebene darunter, deren Kraft und Können. Obwohl die Kunstszenen der beiden Städte sich durch regen persönlichen Austausch, Rezeption in den Medien und den Kunsthandel befruchteten, ging die Richtung auseinander, in Stil und Inhalten: In Berlin waren gesellschaftliche Themen und Fakten dominanter, die Leiden des Weltkriegs, das Elend der Unterklasse bis zum Dadaismus. In Wien konzentrierte man sich auf das Private, Personen der verunsicherten Bürgerschicht, die morbide Stimmung

www.berlinischegalerie.de

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