Wegbröckeln der Wrabetz-Unterstützer?

© APA/HERBERT NEUBAUER

Ausblick
01/07/2017

Was das Medienjahr 2017 bringen wird

Der ORF wird teurer, soll aber endlich reformiert werden, ebenso wie die längst überfällige Presseförderung. ATV steht unterdessen weiter zum Verkauf.

von Philipp Wilhelmer

Die schlechte Nachricht zuerst: Fernsehen wird heuer wieder teurer. Wie im Dezember vom ORF beschlossen, werden ab Mai pro Monat und Haushalt zwischen 26,73 Euro und 20,93 Euro fällig. Die damit einhergegangenen Querelen haben die Regierung aber nun endgültig aufgescheucht: Eine ORF-Reform soll in den kommenden Monaten kommen, heißt es. Schwerpunkt: Entpolitisierung, Finanzierung und eine Klärung der Mission des ORF. Für Aufsehen sorgte etwa der ungewöhnliche Mechanismus, wonach der ORF sich selbst Gebührenerhöhungen genehmigen darf, solange Stiftungsrat und Publikumsrat zustimmen.

Weiter spannend bleibt es, ob ORF-intern die Pläne von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zu einer Channel-Struktur umgesetzt werden. Und wo es weniger wird: Ganze 300 Millionen Euro will der ORF-Chef im Gegenzug für die Gebührenerhöhung einsparen. Die Technik bleibt davon aber wohl unberührt, darf man mutmaßen.

Noch vor einer ORF-Reform könnte die längst überfällige Erhöhrung der Presseförderung in eine von den Verlegern seit Jahren eingeforderte Erhöhung münden. Eigentlich hätte man eine Präsentation noch im Dezember geplant, wegen Wirbels im Vorfeld der ORF-Gebührenerhöhung wurde dann doch nichts daraus. Woher das Geld kommen soll, ist allerdings noch Gegenstand von – laut beiden Seiten – konstrukiven Verhandlungen zwischen rot und schwarz.

Weiter Abschaltung

Antennen-TV über den "alten" Standard DVB-T wird im Laufe des kommenden Jahres abgeschaltet – dann heißt es in jenen Ländern, wo das noch nicht passiert ist, neue Geräte anzuschaffen.

In Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark wird DVB-T am 19. April endgültig durch DVB-T 2 ersetzt. Mitte Oktober 2017 folgen Kärnten, Tirol und Vorarlberg. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland ist die Umstellung schon vollzogen – in den anderen Ländern ist das neue Signal zwar schon on air, aber parallel sind ORF eins und ORF 2 auch noch über DVB-T zu empfangen. Die Verbreitung erfolgt über die Antennenplattform SimpliTV, für den Empfang ist eine Set-Top-Box oder ein Steckmodul für den Fernseher nötig.

Weiter Verkauf

Was aus ATV wird? Eigentümer Herbert Kloiber will seinen Sender verkaufen – hat die Ware aber nicht unbedingt preissteigernd beworben ("ATV war mein größter Fehler."). Dem Vernehmen nach sondiert der deutsche ProSiebenSat.1-Konzern kartellrechtlichen Spielraum für eine Übernahme, eine offizielle Bestätigung dafür gibt es freilich nicht. Vorgespräche bei der Bundeswettbewerbsbehörde werden jedoch hartnäckig kolporitert. Der Verfassungsgerichtshof hat sich mit etlichen Beschwerden gegen die Werbeabgabe zu befassen, und mitder ORF-Finanzierung.

Zwischen Geldnöten und diplomatischen Wirren

Noch vor wenigen Monaten war unklar, ob die Ukraine den Song Contest 2017 überhaupt ausrichten kann – die finanziellen Belastungen erschienen zu hoch. Jetzt ist fix, dass der Musikbewerb von 9. bis 13. Mai in Kiew stattfinden wird, mit einer Rekordzahl an teilnehmenden Ländern (43), darunter auch wieder Australien. Und Russland; gegen viele russische Künstler besteht allerdings ein Einreiseverbot, weil sie die russische Annexion der Halbinsel Krim unterstützten. Für Österreich nimmt der junge Sänger Nathan Trent teil, der diesmal ohne öffentliche Vorausscheidung nominiert wurde.

Langsam werden auch Details zur Umsetzung bekannt. Eine ukrainische Agentur hat den Auftrag erhalten, sich um die kreative Umsetzung zu kümmern – man wolle den Song Contest nützen, um eine Botschaft nach Europa zu schicken, heißt es. Stuart Barlow fungiert als Show-Produzent, Wiktorija Romanowa und Oleksandr Charebin als ausführende Produzenten. Der Deutsche Florian Wieder gestaltet die Bühne, wie schon in Wien 2015.

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