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Kultur
02/13/2021

Total romantisch: Playlist zum Valentinstag

Wer braucht Zweisamkeit nach einem Jahr Pandemie mit Lockdowns? Diese Songs geben dem Valentinstag eine neue Note.

von Georg Leyrer, Peter Jarolin, Michael Huber, Brigitte Schokarth, Guido Tartarotti, Marco Weise

Romantische Dates finden heute gezwungenermaßen dort statt, wo zuletzt auch Homeoffice, Familienleben, Kaffeetratsch und Filmabende stattgefunden haben: Zu Hause. Also dort, wo wir alle schon zu viel und zu lang waren (Danke für Nichts, Corona).

Umso steiler ist die Kurve, die heute zur gelungenen zweisamen Romantik eingeschlagen werden muss: Raus aus der Pyjamahose, rein in die Abendgarderobe – und dann erst wieder daheimbleiben?

Der KURIER gibt dem Valentinstag zumindest neue Noten: Die Kulturredaktion hat fünf Playlists zusammengestellt, die auch andere Liebesemotionen abholen als nur die Romantik. Peter Jarolin hat die schönsten Opern-Liebesszenen (inklusive Tod und Katzen!) zusammengesucht, Brigitte Schokarth Valentinstagssongs gefunden, die ganz schön brutal sind, Michael Huber lässt Dolly Parton Klassiker singen, Guido Tartarotti die Rolling Stones aufspielen und Marco Weise hat die Kuschelrock-CDs durchforstet. Alle Songs zum Hören gibt es auf KURIER.at/kultur

Die schönsten Opern-Liebesszenen mit Tod und Katze, zusammengetragen von Peter Jarolin

O sink hernieder, Nacht der Liebe, Nilsson und  Windgassen, 1966  
Überirdisch! Wenn Tristan (Wolfgang Windgassen)  und Isolde (Birgit Nilsson) dank eines Liebestranks und der Musik von Richard Wagner ihren Gefühlen  und ihrer Leidenschaft frönen, dann ist das Ekstase pur – leider in der Oper mit tödlichem Ausgang.

Una furtiva lagrima, Luciano  Pavarotti und Kathleen Battle, 1990 
Ein Liebestrank und die herrlichen Melodien von Gaetano Donizetti sorgen auch bei dessen „L’ elisir d’ amore“ für erotische Verwicklungen. Doch  hier werden Nemorino  und Adina letztlich glücklich.

La fleur que tu m’avais jetée, José Carreras und Agnes Baltsa, 1983 
Weil Valentinstag ist. In Georges Bizets Oper „Carmen“ wirft  die Titelheldin ihrem Don José eine Blume vor die Füße.  Dieser verliebt sich unsterblich in sie, besingt die Blume und bringt Carmen letztlich um. 

Lippen schweigen, Elisabeth Schwarzkopf und Eberhard Wächter, 1962
Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Das wusste schon Franz Lehár in seiner Operette „Die lustige Witwe“. Denn wenn Hanna Glawari und Graf Danilo im Duett  zu einander finden, bleibt kein Auge trocken.

Marilyn Horne, June Anderson, Rossinis „Katzenduett“, 1990 
Das hat  mit Liebe  nur bedingt etwas zu tun, aber mein kleiner, süßer vierbeiniger Freund Mau singt gerne mit. Fast 15 Minuten „nur“ Miau in höchster Vollendung. 

Brigitte Schokarths Valentinstagssongs

Happy Valentine’s Day, OutKast, 2003 
Das Hip-Hop-Duo schlüpft in die Rolle von „Amor Valentino“, der von Weihnachtsmann und Osterhase ausgestochen wird.

Valentine’s Day, David Bowie, 2013 
Aus Anlass eines Massakers am Valentinstag porträtiert Bowie die Psyche eines Amokläufers.

My Funny Valentine, Jazzstandard von Richard Rodgers & Lorenz Hart, 1937 
Der Protagonist besingt das lächerliche Aussehen des Gegenübers, bittet es trotzdem zu bleiben, weil er genau das liebt.

Blue Valentines, Tom Waits, 1978 
Tom Waits lässt offen, ob er zum Valentinstag vom Geist der ermordeten Geliebten oder nur  den Erinnerungen an sie heimgesucht wird. 

Michael Hubers Liebe auf Amerikanisch

Spanish Is The Loving, Tongue, Bob Dylan  u. a. 
Dieser wunderschöne Song über eine Liebe, die nationale und ethnische Grenzen überbrückt, basiert auf einem Gedicht aus dem Jahr 1907. Neben Dylan (1973) nahmen Marianne Faithfull (1965), Emmylou Harris (1981) und Darrell Scott (2017) großartige Versionen auf.

If We Were Vampires, Jason Isbell, 2017 
„Vielleicht ist es ein Geschenk, dass uns die Zeit ausgeht“: Die Ode an Liebe  und Vergänglichkeit  erhielt einen Grammy als bester Americana-Song. 

I Get A Kick Out Of You, Dolly Parton, 2001 
Liebe ist besser als Drogen: Partons swingende Bluegrass-Version  des Cole-Porter-Klassikers aus dem Jahr 1934 kann   durchaus neben  den Interpretationen von Frank Sinatra, Ella Fitzgerald & Co. bestehen.  

Guido Tartarotti legt die Rolling Stones auf

Gimme Shelter, Rolling Stones, 1969 
Das bedrohlichste Liebeslied aller Zeiten: Mick Jagger schläft mit Keith Richards’ Freundin, der schreibt sich den Schmerz von der Seele.

Tell Me, Rolling Stones, 1964
Ein waidwundes Flehen: „Sag mir, du kommst zurück zu mir!“

All About You, Rolling Stones, 1980 
Ein bitterer Abschiedsgruß an Keith Richards’ Lebensgefährtin Anita.

How Can I Stop, Rolling Stones, 1997 
Nochmal Keith Richards als Crooner.

This Place Is Empty, Rolling Stones, 2005 
Mick und Keith im picksüßen Duett.

Marco Weises Lieder zum Herz-Schmerz-Dilemma

The First Time Ever I Saw Your Face, Roberta Flack, 1969 
Der erste Augenkontakt, das erste Date, der erste Kuss, das erste Mal  – und  dann gemeinsam einschlafen. Arm in Arm. Herz an Herz. Daran erinnert man sich das ganze Leben. Und am besten mit der großen Roberta Flack.

Cornelius Brothers & Sister Rose, 1972 
Die singende Familie aus den USA veröffentlichte  zwar insgesamt nur zwei Alben, aber die haben es in sich. Vor allem das Debüt   ist  ein einziges „Love“-Feuerwerk: „Lift Your Love Higher“ – mit der Platte gelingt einem das garantiert. 

Drive, The Cars, 1984 
Probleme  sind da, um sie  zu lösen. Gemeinsam. Jetzt. Nicht warten, bis es zu (vielleicht) spät ist.  Davon   erzählt der    große Hit der US-Band, der  einen Ausweg aus  dem Herz-Schmerz-Dilemma sucht: „Who's gonna pick you up / When you fall?“ 

I Just Called To Say I Love You, Stevie Wonder, 1984 
Nehmen Sie sich ein Beispiel an Stevie Wonder,  machen Sie den ersten Schritt und  greifen Sie  zum Telefon.  Einen besseren Grund, jemanden anzurufen, gibt es nicht.  

Leaving On A Jet Plane, John Denver, 1966 
Hin und wieder  muss man sich vom Liebsten, von der Liebsten  auch verabschieden. Mit John Denver, diesem  Romantiker,  der ausgerechnet  1997 bei einem Flugzeugabsturz („Leaving On A Jet Plane“) ums Leben kam, wird das sicherlich  tränenreich. Aber man sieht sich ja wieder. Irgendwann. Oder?

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