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Kultur
07/12/2020

Tipps für Kinder- und Jugendbücher: Sommer ist trotzdem

Eine Auswahl von Kinder- und Jugendbüchern, die ins Herz treffen, Wissen vermitteln und unterhalten.

von Marco Weise

Dieser Sommer ist zwar anders, aber die Lust am Lesen, die Freude an der Lektüre bleiben. Egal, ob man jetzt im nächsten Freibad – inklusive Pommes-Eis-Langos-Orgie – Abkühlung sucht, oder sich an irgendeinem Strand vergräbt und sich dabei (endlich!) den Traum eines eigenen Wasserschlosses erfüllt: Abwechslung in Form einer guten Geschichte ist da wie dort gefragt.

Hier ein paar Kinder- und Jugendbücher, mit denen der Sommer vielleicht sogar zu einem besonderen wird.

Palmen am Nordpol
Schmelzende Polkappen, kaputte Wälder und Wetterextreme. Fast täglich wird man mit dem Klimawandel konfrontiert. Aber wie steht es um Mutter Natur wirklich?
Und wie hat sich die Erde im Laufe ihrer Geschichte verändert? Gab es tatsächlich schon einmal Palmen am Nordpol? Der niederländische Autor Marc ter Horst wollte es wissen und hat Informationen zusammengetragen. Bei seinem nachhaltig produzierten Buch geht es aber, wie er im Vorwort sagt, „um viel mehr als um bedrohte Eisbären und Auspuffgase.“ Er wolle „alles über den Klimawandel“ erzählen und beginnt bei der Frühgeschichte des Klimas, erklärt, warum die Dinosaurier damals ausgestorben sind; wie sich die Erde in einen Schneeball verwandelt hat und „warum ein paar fette Meeresfürze“ für eine Hitzewelle sorgten. Am Ende gelangt er im Heute an. Es geht um aktuelle Maßnahmen gegen den Klimawandel, über die Energie der Zukunft. Das alles wird einfach, klug und wissenschaftlich fundiert aufbereitet und ist mit wunderschönen Zeichnungen von Wendy Panders geschmückt.

Marc ter Horst: Palmen am Nordpol (Gabriel)

Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat
Marc-Uwe Klings wunderbar komischen Geschichten „ohne Moral“ erfreuen sich bei jung und alt großer Beliebtheit. Nun legt er mit „Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat“ ein neues Buch vor – gelungen illustriert von Astrid Henn. Zum Inhalt: Es sind Sommerferien – Oma und Opa sind wieder zum Aufpassen gekommen. Opa stellt den neuen schicken Retro-Wasserkocher auf den Herd, weil Oma einen Tee haben möchte. Keine gute Idee, denn binnen kurzer Zeit beginnt das Gerät zu schmelzen. Ein fürchterlicher Gestank breitet sich im Haus aus und zwingt die Familie, die Nacht im Garten zu verbringen. Eigentlich ist das gar nicht so schlecht, finden Tiffany, Max und Luisa. Denn es wird richtig abenteuerlich. Eine wunderbar komische Geschichte, die sensibel das Thema Demenz aufgreift.

Marc-Uwe Kling: Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat (Carlsen)

Pembo – Halb und halb macht doppelt glücklich!
Ayse Bosse erzählt von einem türkischen Mädchen, das nach Hamburg umziehen muss und sich dort nicht wohlfühlt. Alles ist grau, nass und ungewohnt langweilig – bis Pembo merkt, wie schön es sein kann, wenn man sich auf neue Abenteuer, neue Kulturen und ein neues Umfeld einlässt. Das Herz ist weit offen – eine emotionale Achterbahnfahrt garantiert. Dieses humorvolle, clevere und stets positive Buch über ein junges türkisches Mädchen mit starkem Charakter ist mehr als eine Migrationsgeschichte. Es ist ein gegenseitiges Kennenlernen – von Sprache und kulturellen Eigenheiten. Der Roman wurde kürzlich für die Shortlist des Paul Maar-Preises nominiert, der von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur vergeben wird.

Ayse Bosse: Pembo – Halb und halb macht doppelt glücklich! (Carlsen)

Sommer ist trotzdem
Um das Thema Tod und Trauer dreht sich diese etwas andere Sommergeschichte, die vom Norweger Espen Dekko stammt und von Karoline Hippe ins Deutsche übersetzt wurde.
Papa ist gestorben, die Sommerferien beginnen und die 11-jährige Ich-Erzählerin verbringt die Wochen bei den Großeltern am Meer. Es gibt vertraute Momente wie vergnügliche Badetage, Bootsausflüge und den Geruch von Omas gebackenen Waffeln. Doch der Sommer entwickelt sich ähnlich wechselhaft wie das Wetter an der Küste. Der Roman vereint scheinbar Gegensätzliches: Er erzählt von der Trauer eines Mädchens – eingebettet in die Idylle eines norwegischen Sommers. Lachen und Weinen stehen dicht beieinander. Sommer ist eben trotzdem. Machen Sie das Beste daraus.

Espen Dekko: Sommer ist trotzdem (Thienemann)

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