Glavinic nennt Sargnagel "sprechenden Rollmops"

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Foto: Jeff Mangione/Kurier/APA Glavinic (links) vs. Sargnagel (rechts).

Der Autor, der erst kürzlich für Toleranz plädierte, nimmt es mit verbalen Entgleisungen selbst nicht ganz so genau.

Der Umgangston in den sozialen Medien ist nicht immer freundlich. Der österreichische Autor Thomas Glavinic sorgte Ende April mit einem Posting auf Facebook, in dem er sich gegen eine Pauschal-Hetze gegen Hofer-Wähler aussprach, für Aufsehen (der KURIER berichtete). Sogar Heinz-Christian Strache teilte dieses auf seiner Seite, woraufhin Glavinic von Lesern kritisiert wurde, er spiele mit seinen Aussagen der FPÖ in die Hände.

Facebook-Streit zwischen Autoren

In einem darauffolgenden KURIER-Interview erklärte Glavinic, dass links sein für ihn mit Toleranz und Diskussionsbereischaft verbunden sei. Wie er es selbst mit diesen Begriffen hält, demonstrierte nun ein Facebook-Streit zwischen ihm und der Autorin Stefanie Sargnagel, die unlängst den Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Bewerb in Klagenfurt gewonnen hat.

Auf "talentfreie Krawallnudel" folgt Fatshaming

Glavinic bezeichnete Sargnagel zunächst als "talentfreie Krawallnudel". Diese holte zum Gegenschlag aus und stellte ihm die Frage, ob er nicht lieber seinen Penis ins Internet stellen oder auf ein Bier mit Strache gehen wolle. Glavinic konterte mit folgenden Worten: "Wieso kann ein sprechender Rollmops meine Seiten verschweinen? Ich muss endlich irgendein Genie diese Dinge abstellen lassen." Sargnagel zeigte sich empört über Glavinics Reaktion, sie wegen ihres Äußeren zu beleidigen.

Der Ex-Grüne Klaus Werner-Lobo teilte den Kommentar auf seiner Facebook-Seite und titelte mit: "Wer noch wissen wollte warum Glavinic so gut mit Strache kann". In der darauf folgenden Diskussion wurde Werner-Lobo harsch für diese als "selbstgerechter Schluss" bezeichnete Aussage kritisiert.

FPÖ-kritische Sargnagel

Werner-Lobo stellte daraufhin klar, dass Sargnagel permanent von Strachefans wegen angeblicher körperlicher Defizite gehated wird und Glavinic genau dasselbe tue. Der FPÖ spielt Glavinics Einsatz tatsächlich in die Hände, denn die Freiheitlichen haben schon seit geraumer Zeit ihre Probleme mit Sargnagel. Nachdem der freiheitliche Norbert Hofer bei einem TV-Duell anlässlich der Bundespräsidentschaftswahl im Mai eine vor Abtreibungen verpflichtende Bedenkzeit für Frauen gefordert hatte, schrieb Sargnagel auf Facebook: "ich glaub, ich setz die pille ab, nur damit ich noch ein paar mal abtreiben kann, bevor hitler bundespräsident wird." Auf der Facebook-Seite der FPÖ Burgenland kam es daraufhin zu folgender Entgleisung: "Leider hat Hitler Sprengnagel vergessen für die g.....Kammer". Das Posting wurde erst nach mehreren Stunden entfernt, wie Der Standard berichtete.

Kreative Streitlösung:

Anstatt das Wortgefecht weiter zu führen, beendete Sargnagel den Streit mit Glavinic, indem sie in der Buchhandlung ihre Bücher (im rechten Bild) über die von Glavinic (im linken Bild) stapelte.

(kurier) Erstellt am
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