© Stefan Marx

Kultur
03/05/2021

"The End Of The Party": Schriftbilder von Stefan Marx

Ein Buch versammelt die Arbeiten des deutschen Künstlers Stefan Marx.

von Marco Weise

Stefan Marx braucht nicht viel, um das derzeitige Lebensgefühl vieler Menschen auf den Punkt zu bringen: "The End Of The Party". Dieser Satz steht auch in Großbuchstaben auf dem Cover des Buches "Schriftbilder/Type Works", das seine Arbeiten aus den letzten beiden Dekaden abbildet. Es sind Zeichnungen, in denen er seine Liebe zur Sprache in den Mittelpunkt stellt. Dominiert werden sie von kurzen, prägnanten Sätzen, von teils melancholischen, teils poetischen Botschaften, die sich Stefan Marx seit nunmehr 20 Jahren für unterschiedliche Medien und Formate überlegt. Er lässt Buchstaben spielerisch über Fassaden von Häusern purzeln, fertigte Zeichnungen an, die 2019 einen Monat lang als Kolumne in der New York Times erschienen sind. Seine Schriften schmücken aber auch Porzellangeschirr, T-Shirts, Stofftaschen, Skateboards und Plattencover, die Marx für das Hamburger Label Smallville Records und den gleichnamigen Plattenladen in der Hein-Hoyer-Straße anfertigt.

Mit Musik hat dann auch die Entstehungsgeschichte seiner Schriftbilder zu tun, wie der Künstler sagt. Er sehe seine Arbeiten als Versuch, Musik zu malen. Die daraus entstehenden Bilder haben meist nicht nur eine Botschaft, sondern setzen sich auch intensiv mit dem Verhältnis von Text und Sprache auseinander.

Vielfältige Botschaften

Die Ästhetik seiner Schriftzüge wendet sich dabei vom Perfektionismus ab: Mit einer kindlichen, mitunter auch schlampigen Handschrift werden die ausgewählten Texte mit unterschiedlichen Techniken und Werkzeugen aufgebracht – mal mit ungewöhnlich filigraner Strichführung, dann wieder mit klobigen, unförmigen Buchstaben. So gelingt es Marx, sich "als Künstler zwischen Ausstellungsbeteiligungen innerhalb des institutionellen Kunstbetriebs, Grafik und Objektdesign zu positionieren, ohne sich in die eine oder andere Richtung anzubiedern", schreibt die Kunstkritikerin Britta Peters in ihrem Vorwort zu "Schriftbilder/Type Works", das kürzlich bei Hatje Cantz erschienen ist.

Und wie sieht das der Berliner Künstler selbst? "Meine Zeichnungen balancieren zwischen innovativer Subkultur und breiter Öffentlichkeit. Je nach persönlicher Perspektive lassen sich vielfältige Botschaften und Ebenen ableiten – ohne in simplen Schubladen zu enden", beschreibt der 42-Jährige sein Schaffen. Ein Großteil davon, nämlich über 100 Bilder, sind nun auf 240 Seiten zu entdecken. Meistens begegnet man darin weißen Buchstaben, die unrhythmisch auf einer schwarzen Fläche tänzeln. Zu lesen sind immer wieder Sprüche, die einen zum Schmunzeln bringen – ein Beispiel gefällig: "So Drunk In The August Sun You`Re The Kind Of Girl I Like". Der nächste Sommer kommt bestimmt.

Stefan Marx: "Schriftbilder / Type Works". Mit Texten von Britta Peters, Nicola von Velsen, Florian Waldvogel, Gestaltung von Michael Satter. Deutsch, Englisch. 240 Seiten. 40 Euro. Hatje Cantz.

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