Die österreichische Autorin Teresa Präauer

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Der Weg nach oben, zu den Zehennägeln
10/18/2014

Der Weg nach oben, zu den Zehennägeln

"Johnny und Jean". Die österreichische Autorin Teresa Präauer malt wieder mit ihren Worten.

von Peter Pisa

Zwei Kunststudenten vom Land auf dem Weg zu ihrem Stil und, vielleicht, nach oben. Man bekommt sofort Lust, kleine Fische zu zeichnen (wie Johnny). Oder mit lackiertem Sperrmüll aktionistisch die eigene Wohnung zu verbarrikadieren (wie Jean).

Oder seine abgeschnittenen Zehennägel in einem Glas zur Schau zu stellen – aber gut, das wird nicht so einfach sein, denn dann hätte man es schon ins Museum geschafft.

In "Johnny und Jean" zeigt die gebürtige Linzerin Teresa Präauer (nach ihrem Debüt "Für den Herrscher aus Übersee") erneut, wie sicher sie mit Wörtern malen kann.

Die 35-Jährige hat ja Malerei studiert, "Die Gans im Gegenteil" von Wolf Haas beglückt auch wegen ihrer Illustrationen, und im neuen Roman kann sie auf die eigenen Krämpfe an der Universität zurückgreifen. Teresa Präauer führt den Pinsel sehr heiter, auch beim Schreiben, leicht, und sehr präzise: Sie muss nicht viel reden, um eine Menge mitzugeben (und mithilfe den beiden unterschiedlichen Studenten gut zu unterhalten). Beuys Rede an einen toten Hasen kommt vor, Maria Lassnigs Selbstbildnis als Zitrone, über allem schweben Vater und Sohn Cranach, die angeblich immer helfen, in der Kunst, also auch im Leben.

KURIER-Wertung:

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