© Romuald Hazoumè

Graz
09/20/2013

"steirischer herbst" eröffnet mit Veranstaltungsmarathon

Ausstellungen, drei Aufführungen und Musik: Am Freitag eröffnet der "steirische herbst" mit einem Paket an Veranstaltungen.

Der "steirische herbst" wird am Freitag, mit einem ganzen Paket an Veranstaltungen eröffnet. Den Auftakt bildet "H, an incident" von A Two Dogs Company und Kris Verdonck in der Helmut-List-Halle. Das Festival unter der Leitung von Veronica Kaup-Hasler steht heuer unter dem Motto "Alliancen, Mesalliancen und falsche Freunde: Liaisons dangereuses" und dauert bis 13. Oktober.

Als Festivalzentrum wurde heuer das ehemalige Zollamt am Bahnhof adaptiert, wo neben Aufführungen auch die Ausstellung "Liquid Assets" zu sehen ist. Gezeigt werden auch Arbeiten der Choreografin Anne Juren ("Happy end"), von Amund Sjölie Sveen ("Economic Theory for Dummies") oder von Dewey Dell ("Marzo").

Das "musikprotokoll" ist auch in diesem Jahr ein Fixpunkt und bringt unter anderem die Komponistin Angelica Castello, das Radio-Symphonieorchester Wien oder das Klangforum nach Graz.

"Gefährdete Westler"

In Kooperation mit dem "steirischen herbst" ist im Grazer Kunsthaus unter dem Titel "Beninische Solidarität mit gefährdeten Westlern" eine Werkschau des afrikanischen Künstlers Romuald Hazoume zu sehen.

Ausgangspunkt für die großteils für die Ausstellung geschaffenen Installationen war die Frage, was wäre, wenn Afrika verarmten Europäern helfen würde. Mit Benzinkanistern, Flaschen, Holz und Videos gibt Hazoume Statements dazu ab.

Das diesjährige "herbst"-Thema "Liaisons Dangereuses" lässt sich als Hintergrund zur Ausstellung von Romuald Hazoume denken, geht es doch um eine Umkehrung des Verhältnisses zwischen Afrika und Europa. Am Anfang stand eine ältere Arbeit von Hazoume, bei der es um eine NGO geht, die verarmten Europäern helfen soll und damit die Verhältnisse umkehrt.

Voodoo

"Beninische Solidarität mit gefährdeten Westlern" ist der Name der von Hazoume gegründeten NGO, die damit der Ausstellung ihren Titel gab. Der 1962 geborene Künstler schuf für den Raum im Kunsthaus sechs neue Installationen, die alle auf ironische Weise mit dem Begriff der Umkehrung spielen, so Kurator Günther Holler-Schuster bei der Presseführung am Freitag.

Gleich beim Eingang steht die Statue einer Liebesgöttin, die einen Drahtrock anhat, in den unzählige Schlösser eingehängt sind. Rundherum stehen schwarze Rüstungen aus dem Zeughaus, als würden die Krieger sie bewachen. Hazoume spielt damit auf die Liebesschlösser an Brücken an. "Eigentlich eine gefährliche Voodoo-Praxis, wenn der Schlüssel weggeworfen wird, gibt es keine Umkehrung", erläuterte Holler-Schuster. Auch der Benzinschmuggel, der in Benin weitverbreitet ist, taucht in den Arbeiten immer wieder auf. Sei es, dass ein Schiff in den Kanistern versinkt oder dass es auf Mopeds und Fahrrädern transportiert wird - die leeren Behälter finden sich in mehreren Arbeiten.

INFO: "steirischer herbst 2013" von 20.9. bis 13.10. // "Romuald Hazoume. Beninische Solidarität mit gefährdeten Westlern." Ausstellung im Grazer Kunsthaus. Von 21.9.2013 bis 12.1.2014. Geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr.

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