ESC in Wien: Kontrollen wie am Flughafen, keine Taschen erlaubt

Beim Event im Mai wird es strenge Sicherheitskontrollen geben. Die zweite Ticketwelle startet am 26. März.
Sicherheit, Nachhaltigkeit, Greenroom u. v. m.: Der ORF präsentiert umfassendes Update zum Eurovision Song Contest

Song-Contest-Fans, die bis jetzt noch kein Glück mit Tickets für das Event im Mai in Wien hatten, dürfen noch einmal hoffen: Am 26. März um 15 Uhr wird die "zweite und letzte Ticketwelle" für den ESC starten, wie ORF-General Roland Weißmann am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mitteilte. 

Dabei kommen wenige tausend Restkarten in den Verkauf, die von den Delegationen der teilnehmenden Länder nicht in Anspruch genommen wurden, und die sich über alle neun Shows (von Generalproben bis zum Finale) verteilen. Erworben werden können diese Tickets allerdings nur von jenen, die sich bereits im Dezember online registriert haben.

Kontrollen vor der Stadthalle

Die glücklichen Ticketbesitzerinnen und -besitzer werden jedenfalls Geduld beim Einlass in die Wiener Stadthalle mitbringen müssen: Die Location verwandelt sich da in eine "Hochsicherheitszone", wie Oliver Lingens, Head of Event, erklärte. Dementsprechend wird es in der Wiener Stadthalle für das Publikum Sicherheitskontrollen mit Metalldetektoren geben, ähnlich wie am Flughafen. 

Zudem gilt eine "No-Bag-Policy": Taschen sind verboten. Man darf also nur mitnehmen, was in die Hosentasche passt - wie Schlüssel, Handy und Brieftasche. Eine Ausnahme gibt es für transparente Behältnisse im Format von maximal A6. Platz für Jacken oder Schirme wird es rund um den Märzplatz geben: Dort werden Schließfächer aufgestellt.

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ZIB-Moderatorin Alexandra Maritza Wachter bei der Pressekonferenz mit ORF-General Roland Weißmann.

Spürhunde und Röntgen

Auch in Sachen Tickets gibt es strenge Regeln: Die Karten sind personalisiert, beim Einlass in die Halle wird der Name am Ausweis kontrolliert. Es werden keine ausgedruckten Tickets akzeptiert - stattdessen gibt es einen QR-Code, der sich bis zum Zeitpunkt des Check-in sekündlich verändert, um Betrug vorzubeugen.

Die Kontrollen sind Teil des 400-seitigen Sicherheitskonzepts für das Event. Dieses sieht auch vor, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Betreten der Stadthalle überprüft werden. Zur Kontrolle des technischen Equipments kommen Spürhunde und eine "Röntgenstraße" zum Einsatz. Rund 180 Sicherheitskameras werden in der Stadthalle aufgestellt, etwa 500 Security-Mitarbeiter im Dienst sein. Der ORF arbeite in enger Abstimmung mit den Behörden und der Polizei zusammen, erklärte Lingens. 

Zivil und uniformiert

Die Wiener Polizei greife auf "langjährige Erfahrung mit derartigen Veranstaltungen" zurück, so Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan. Seit Oktober 2023 gebe es eine erhöhte Bedrohungslage in Österreich, für das Event selbst bestehe derzeit aber "keine konkrete Gefährdung".

Zivile und uniformierte Kräfte werden im Mai im Einsatz sein. Bereits jetzt würden Sicherheitschecks von allen Personen durchgeführt, die beim Event arbeiten werden. Auch Maßnahmen zur Drohnenabwehr würden gesetzt.

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ESC-Head of Event Oliver Lingens

Unterstützung für Sicherheit von Hotels

Für Fragen zur Cyberkriminalität wurde eine "Cybersecurity Coordination Group" ins Leben gerufen, die unter anderem im Kontakt mit dem Staatsschutz DSN, dem Bundeskriminalamt und internationalen Behörden stehe, so ORF-Technikchef Harald Kräuter.

Man unterstütze auch Hotels, die Künstlerinnen und Künstler beherbergen, etwa bei der Sicherheit von Buchungssystemen und Wlan. Details zum Schutz der israelischen Delegation wollte man nicht nennen.

Green Room wird zum Wiener Kaffeehaus

Präsentiert wurde am Donnerstag auch ein weiterer Puzzleteil der Show: Der Green Room, in dem die Acts vor und nach den Auftritten Platz nehmen, wird direkt gegenüber der Bühne in der Halle platziert sein und im Stil eines Wiener Kaffeehauses gehalten sein. Über einen Steg sind Bühne und Green Room direkt miteinander verbunden, was etwa auch von der Moderation genutzt werden könne, erklärte ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz.

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Der Green Room ist beim ESC 2026 ein Wiener Kaffeehaus.

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Über einen Steg soll der Green Room mit der Bühne verbunden sein.

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ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz präsentierte den Entwurf für den Green Room.

Wie schon beim letzten ESC in Wien 2015 soll es sich um ein "Green Event" handeln. Im Sinne der Nachhaltigkeit wolle man anstelle von herkömmlichen Lichtkörpern nur mit LED und Lasern arbeiten sowie Photovoltaik-Energie der Stadthalle nutzen, so Executive Producer Michael Krön. Dank der Photovoltaik-Anlage der Stadthalle habe man Zugang zu nachhaltiger Energie, außerdem wolle man in den Bereichen Mobilität, Logistik und Abfallwirtschaft ansetzen.

Mit der ÖBB werbe man etwa dafür, mit dem Zug anzureisen. Das würde sich auch für Gäste aus Deutschland anbieten - wie sich von den bisherigen Ticketverkäufen ableiten lässt, werden auch die meisten Besucherinnen und Besucher aus dem Nachbarland kommen.

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