Das Rennen um den ORF-Topjob wird zunehmend härter

Das Rennen um den ORF-Topjob wird zunehmend härter
Amtsinhaber Alexander Wrabetz wirft Roland Weißmann vor, nicht der Ausschreibung zu entsprechen. Der matcht sich mit Lisa Totzauer.

Es wäre ein unbedeutender Auftritt in einem kleinen Sender gewesen, aber Alexander Wrabetz nutzte ihn, um dort am Mittwochabend eine kleine Bombe zu platzieren: Der vom Kanzleramt unterstützte Vizefinanzdirektor Roland Weißmann erfülle als „Abteilungsleiter“ nicht die Anforderung der Ausschreibung, meinte er auf oe24.tv.

Abgekanzelt

Kein kleiner Vorwurf in Zeichen von ÖBAG-Chats und Besetzungsskandalen der Regierung. Auch sonst zog der amtierende ORF-Chef die Samthandschuhe aus: Am Donnerstag nutzte er ein ORF-internes Hearing vor allem dafür, seine Erfahrung in den Vordergrund zu stellen – und die Konkurrenz abzukanzeln. „Ich habe keine Powerpoint vorbereitet. Sie wissen, wer ich bin, sie wissen, was wir gemeinsam erreicht haben, sie wissen, dass wir mit der Strategie ORF 2025 einen Plan für die Zukunft haben, der vom Stiftungsrat einstimmig beschlossen wurde, den ich ausgearbeitet und vorgelegt habe – und dessen Analyseteil Lisa Totzauer (sie hat sich ebenfalls für die Generaldirektion beworben, Anm.) nun sehr gut präsentiert hat, und die Maßnahmen sind ja allergrößten Teils von Roland Weißmann referiert worden“, meinte der ORF-Chef süffisant in Richtung seiner Mitbewerber und Vorredner.

Wrabetz’, dessen Chancen auf eine Verlängerung politisch unter keinem allzu guten Stern stehen, versucht, unentschlossene Stiftungsräte vor allem mit einem Argument zu ködern: Er sei der Erfahrenste der Kandidatenriege, die beiden Konkurrenten eine unsichere Option.

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