Mail-Recycling: Peter Pilz macht via Twitter gegen Richard Grasl mobil

© kurier

ORF-Wahl
08/03/2016

Pilz startet "dirty campaign" gegen Grasl

Der Abgeordnete der Grünen will ORF-Finanzchef mit alten Mails als ORF-Chef verhindern

von Christoph Silber

Die Wahl des nächsten ORF-Generaldirektors am 9. August rückt näher. Und die Bandagen werden härter. Was zeigt, dass die Entscheidung, ob es Alexander Wrabetz wieder schafft, oder er von Richard Grasl abgelöst wird, eine sehr knappe Angelegenheit wird.

Nun ist Peter Pilz, Nationalratsabgeordneter der Grünen, ins Match eingestiegen. Er kündigt an, alte Mails von Richard Grasl zu veröffentlichen, die ihn als ORF-Chef verhindern sollen, "Ich halte Grasl für jede Funktion in der ÖVP, aber für keine einzige im ORF für geeignet", erklärt dazu Pilz auf Twitter.

Zum Aufwärmen gibt es eine Mail Grasls von 2002 an den damaligen schwarzen Innenminister und vormaligen ORF-Kurator Ernst Strasser. Wenige Stunden nach seiner Kür zum Chefredakteur im Landestudio Niederösterreich am 8. März 2002 schreibt Grasl: "ich weiß ja offiziell nicht, ob du deine finger dabei irgendwie im spiel gehabt hast... aber ich danke dir jedenfalls für deine bisherige unterstützung!".

Für Pilz ergibt sich daraus und, offenbar, aus weiteren Mails die Nichteignung von Grasl für den Posten des ORF-Generaldirektors. Er schreibt ebenfalls auf Twitter: "Ich halte Grasl für jede Funktion in der ÖVP, aber für keine einzige im ORF für geeignet."

Mail-Recycling

Pilz stützt sich offenbar auf einen Mail-Fundus, der bereits einmal 2010 in den Medien veröffentlicht wurde und nun wiederverwertet wird. Der damalige ORF-Kommunikationschef Pius Strobl erklärte daraufhin im Standard: "Belanglos. Weitere Kommentare erübrigen sich."

Der Vorwurf seiner Nähe zur niederösterreichischen ÖVP kommt bei Grasl allerdings immer wieder auf. In einem KURIER-Interview meinte Grasl auf die Vorhaltung, er gelte als Zögling der niederösterreichischen ÖVP: "Ich komme aus Niederösterreich, genauer gesagt aus Krems. Ich habe im Landesstudio gearbeitet. Ich fühle mich deshalb aber definitiv noch lange nicht als Zögling irgendeiner Partei. Es verwundert mich sehr, dass man in der politischen Zuordnung scheinbar oft mit zweierlei Maß misst, wie diese Zuschreibung zeigt. Andere Persönlichkeiten haben schon für Parteien gearbeitet, ich sicher nicht." Womit er auf Alexander Wrabetz zielte.

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