Gary Oldman in David Finchers "Mank": Mit zehn Oscarnominierungen der Favorit

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Film
03/15/2021

Oscarnominierungen: Good Old Hollywood ist wieder einmal Favorit

Zehn Nominierungen für David Finchers „Mank“; auch die österreichische Koproduktion "Quo Vadis, Aida?“ ist nominiert

von Alexandra Seibel

Das Kino fand im vergangenen Jahr zumeist zu Hause und auf der Couch statt. Kein Wunder also, dass bei den diesjährigen Oscarnominierungen die Streamingdienste dominieren. Allen voran Netflix: Der Streamingdienst erhielt insgesamt 35 Nominierungen für 16 Filme, die Amazon Studios erhielten 12 Nominierungen.

Die meisten Preischancen konnte Netflix’ „Mank“ einheimsen. Damit ist das Schwarz-weiß-Drama von Regisseur David Fincher der klare Favorit.

Finchers stilvollendete Hommage an Hollywoods goldenes Zeitalter und die Entstehung von Orson Welles’ Film „Citizen Kane“ stimmten die Mitglieder der Academy offenbar nostalgisch und ließen sie womöglich an „bessere Zeiten“ in der Geschichte der Filmindustrie und des Kinos denken.

Von Diversität war da allerdings noch keine Rede.

Mit „Mank“ wurde nicht nur Gary Oldman für sein Spiel als Herman Mankiewicz, Drehbuchautor im Dauerrausch, als bester Schauspieler nominiert, sondern auch Amanda Seyfried als beste Nebendarstellerin. Weiters hagelte es Nominierungen in so wichtigen Kategorien wie bester Film und beste Regie. Nach „Mank“ folgen Favoriten mit jeweils sechs Nominierungen wie „Nomadland“, Aaron Sorkins „The Trial of the Chicago 7“ und das Vater-Tochter-Drama „The Father“ mit Anthony Hopkins und Olivia Coleman.

Zwei Regisseurinnen

Die Regisseurin von „Nomadland“, die in China geborene Chloé Zhao, schrieb mit der Britin Emerald Fennell Geschichte: Erstmals wurden zwei Frauen in der üblicherweise männerdominierten Kategorie für beste Regie nominiert. Zhao hat mit „Nomadland“, mit der famosen Francis McDormand in der Hauptrolle, bereits den Goldenen Löwen in Venedig gewonnen. Doch auch Emerald Fennell, Serien-Seherinnen als Darstellerin von Camilla Parker Bowles in „The Crown“ bekannt, reüssiert konsequent mit ihrem Regiedebüt „Promising Young Woman“ und erhielt fünf Nominierungen.

Gute Neuigkeiten brachten die Oscarnominierungen auch für die Produktionsfirma coop 99: Die österreichische Koproduktion „Quo Vadis, Aida?“, ein aufwühlendes Kriegsdrama der bosnischen Regisseurin Jasmila Žbanić, wurde in der Kategorie für den besten internationalen Film nominiert.

In die Kategorie für den besten Darsteller hat es nur ein Schwarzer Schauspieler geschafft – und das leider posthum: Der an Krebs verstorbene „Black Panther“-Darsteller Chadwick Boseman wurde für sein hinreißendes Spiel in dem Jazz-Drama „Ma Rainey’s Black Bottom“ nominiert. Er ist damit der siebente Schauspieler, der erst nach seinem Tod nominiert wurde, wie vor ihm etwa James Dean, Spencer Tracy oder Heath Ledger. Boswicks Schauspielpartnerin Viola Davis erhielt für die Titelrolle eine Nominierung als beste Darstellerin. Damit ist Davis mit insgesamt vier Nominierungen die meist nominierte Schwarze Schauspielerin der Oscargeschichte.

Die Verleihung findet am 25. April statt. 

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