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Kultur
01/20/2020

Opernball: Maria Großbauer gibt die Organisation ab

Heuer wird es der letzte Opernball unter ihrer Leitung.

von Georg Leyrer

Maria Großbauer kommt einer etwaigen dahingehenden Entscheidung des künftigen Staatsoperndirektors Bogdan Roscic zuvor und gibt die Organisation des Opernballs nach dem Ball am 20. Februar ab. „Es ist der richtige Zeitpunkt“, sagte sie der APA. Großbauer hat den gesellschaftlichen Höhepunkt des Faschings insgesamt vier Mal organisiert.

Großbauer hatte bereits bei ihrem Antritt 2017 betont, vor allem der Staatsoperndirektion von Dominique Meyer für die ehrenamtliche Aufgabe zur Verfügung zu stehen. Nachdem Meyer die Oper mit Saisonende in Richtung Mailänder Scala verlässt, habe sie sich „entschieden und der neuen designierten Staatsoperndirektion mitgeteilt, dass der kommende Ball mein letzter als Organisatorin sein wird“. Sie wolle genügend Zeit für die Nachfolge-Suche ermöglichen.

ÖVP-Kultursprecherin und neue Herausforderungen

"Dieser Entschluss ist schon über einen längeren Zeitraum in mir gereift", schrieb sie in einem Statement. "Ich werde mich weiterhin auf meine Tätigkeit als Abgeordnete zum Nationalrat im Österreichischen Parlament konzentrieren und dort meine Funktion als Kultursprecherin der Neuen Volkspartei mit voller Energie fortsetzen. Daneben möchte ich mich mit Freude und Tatkraft auch neuen Herausforderungen stellen."

"Große Ehre und Freude"

Über ihre Arbeit beim Opernball zog Großbauer eine positive Bilanz: „Es war für mich eine große Ehre und Freude, an der Seite von Dominique Meyer insgesamt vier Mal den Wiener Opernball gestalten und organisieren zu dürfen. Für mich war und ist der Opernball ein Herzensprojekt, nicht zuletzt, weil ich die Staatsoper mit ihrer Kunst und ihren Künstlern seit Kindheitstagen kenne und liebe - mein Herz hängt an dieser Institution“, meinte sie.

Ihre Hauptziele waren demnach, den Bezug zum Haus und seinen Künstlern sowie zur Kunstform Oper generell zu festigen, Benefiz-Aktivitäten zu etablieren sowie die Qualität und Vielfalt in allen Bereichen, vor allem beim Musikprogramm und in der Kulinarik, zu stärken. „Ich denke behaupten zu können, dass uns dies mit vereinten Kräften gut gelungen ist!“, sagte Großbauer.Für ihren letzten Opernball am 20. Februar ist schon beinahe alles fertig vorbereitet. „Ich freue mich auf den letzten Countdown!“, so die Organisatorin.

Maria Großbauer

Von Hoschek ließ sich Maria Großbauer dieses Jahr eine rote Robe schneidern. Der Wiener Juwelier Von Köck stattete die Opernball-Organisatorin mit Diamant-Ohrringen und dem passenden Armband aus. Großbauer bewies: Eine Hochsteckfrisur ist kein Muss (mehr).

Anna Netrebko

Opern-Star Anna Netrebko strahlte in einer Erdem-Robe im Meerjungfrauen-Schnitt. Hingucker: Das XL-Collier von Chopard.

Lena Hoschek

Hoschek selbst kam natürlich auch in einer Eigenkreation. Die Statement-Ohrringe fertigte Von Köck an.

Conchita Wurst

Den einprägsamsten Look des Abends lieferte Conchita Wurst, die zum JC Hoerl-Kleid Glatze trug.

Elle Macpherson

Einen ersten Blick auf ihre schwarze Ballrobe von Nevena gewährte Elle Macpherson bereits im Grand Hotel. Auf dunkles Abend-Make-up verzichtete das Topmodel.

Doris Schmidauer und Alexander van der Bellen

Ein fließende Kreation suchte sich Doris Schmidauer beim Wiener Label Femme Maison aus.

Alexandra Winkler

Sacher-Erbin Alexandra Winkler in einer aufwendig verzierten Robe von Zuhair Murad.

Doris Bures

Nationalratspräsidentin Doris Bures gab sich glamourös in Silber.

Karoline Edtstadler

Im Vorfeld des Balls zeigte sich Staatssekretärin Karoline Edtstadler im Hotel Sacher in ihrer Kleiderwahl des Abends: einer Kreation von Gattinolli Couture.

Kristina Inhof

Moderatorin Kristina Inhof zeigte mit einer Cutout-Kreation von Erika Süß einen Hauch Bauch.

Maria Yakovleva

Ballett-Star Maria Yakovleva in einer ausladenden Robe von Susanne Bisovsky und Schmuck von Von Köck.

Alice Firenze

Erste Solotänzerin des Wiener Staatsballets Alice Firenze ließ sich vom Wiener Modemacher JC Hoerl einkleiden.

Silvia Schneider

In kräftigem Korallenrot stach Moderatorin und Designerin Silvia Schneider aus der Menge.

Maria Köstlinger

Bestens gelaunt posierte "Vorstadtweib" Maria Köstlinger in ihrem Look von Renee L Collections.

Sebastian Kurz und Susanne Thier

Schlichte Eleganz: Susanne Thier wählte eine schulterfreie Kreation in klassischem Rot.

Karin Kneissl und Wolfgang Meilinger

Mit Pailletten in Regenbogenfarben arbeitete Designer Atil Kutoglu beim Kleid für Außenministerin Karin Kneissl.

Elisabeth Köstinger und Thomas Kassl

Umweltministerin Elisabeth Köstinger in einer Spitzenkreation.

Michael und Irmtraud Ludwig

Mit einem zur Seite auslaufenden Schößchen war das Ballkleid von Irmtraud Ludwig versehen.

Heinz Christian und Philippa Strache

Auf kunstvolle Drapierungen in Weiß setzte Philippa Strache.

Johanna Mikl-Leitner und Andreas Mikl

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner führte am Opernball eine schulterfreie Robe mit farblich passender Clutch aus.

Harald and Andrea Samonigg-Mahrer

Andrea Samonigg-Mahrer setzte auf die bewährte Kombination aus Ballkleid und passenden Handschuhen.

Valentina Nafornita

Opernsängerin Valentina Nafornita in einer schulterfreien Robe mit Barockmuster von Atelier Daniela De Souza.

Nina Proll

Die Femme Fatale gab Nina Proll in einem Samt-Entwurf von Silvia Schneider.

Kristina Sprenger

Kristina Sprenger feierte mit Ehemann Gerald Gerstbauer in einem Entwurf von Sposa Toscana.

Natascha Mair

Ballerina Natascha Mair tanzte in Laskari.

Lidia Baich

Geigerin Lidia Baich kam im figurbetonten Look mit Stickereien und kombinierte dazu eine Perlenkette.

Susanne Wuest

Ballkleid mal anders: Im himmelblauen Volumen-Look präsentierte sich Schauspielerin Susanne Wuest den Fotografen.

Artur und Kristina Worseg

In kupferfarbenen Pailletten hüllte sich Zahnärztin Kristina Worseg.

Birgit Sarata

Ein modisches Statement in Pink setzte Sängerin Birgit Sarata - auch bei den Nägeln.

Jeannine Schiller

Rot und Schwarz waren die Farben des Abends, doch Jeannine Schiller sorgte mit ihrer Thang de Hoo-Kreation für Abwechslung im Farbspektrum.

Barbara Meier und Klemens Hallmann

Auch bei ihr fiel die Wahl auf Austro-Design: Model Barbara Meiers Kleid mit Statement-Cape wurde von Eva Poleschinski entworfen.

Ingrid Flick

Unternehmerin Ingrid Flicks dunkelrotes Kleid bestach mit Wasserfall-Ausschnitt.

Zdenka Hartmann-Prochazkova

Zdenka Hartmann-Prochazkova, besser bekannt als Oma Putz, verriet dem KURIER, dass ihr Kleid bereits 71 Jahre alt ist.

Natalia Ushakova

Opernsängerin Natalia Ushakovas Kleid von Zoë by Inge Cecka war mit aufgesetzten Blüten versehen.

Niki Osl

Designerin Niki Osl führte am Opernball einen selbst kreierten Blumenkranz und ein Kleid von Dolce & Gabbana aus.

Nina Proll, Gregor Bloeb und Barbara Rett

Barbara Rett moderierte in einer spektakulären Robe mit weinrotem Taillengürtel von JC Hoerl durch den Abend.

Nadja Swarovski

Im schlichten dunkelblauen Kleid genoss Nadja Swarovski die rauschende Ballnacht.

Gerüchte wegen Besetzung

Großbauer wurde am 25. Mai 1980 in Neunkirchen in Niederösterreich in eine Musikerfamilie geboren. Sie selbst spielt neben Querflöte und Klavier vor allem Saxofon. „Ich habe mit Big Bands auf vielen Bällen bis 5.00 Uhr in der Früh gespielt“, erzählte sie. Auch in ihrer Ehe nimmt die Musik eine große Rolle ein, ist sie doch mit dem ehemaligen Philharmoniker-Chef Andreas Großbauer verheiratet, mit dem sie ein gemeinsames Kind hat.

Die Ehe führte auch zu Gerüchten, die die Bestellung der Werbefachfrau mit einer etwaigen Wiederwahl von Dominique Meyer als Staatsoperndirektor in Verbindung brachten, da der Posten damals neu ausgeschrieben wurde. Dies wurde seitens der Staatsoper jedoch vehement zurückgewiesen. „Die Philharmoniker bestellen auch nicht den Direktor, das macht der Kulturminister“, unterstrich Meyer.

"Ball der Künstler" als Ziel

Bei ihren insgesamt vier Bällen forcierte Großbauer unter dem Motto „Alles Oper“ den Kurs von Meyer, den Opernball zu einem „Ball der Künstler“ umzuformen.

Opernthemen in allen Varianten - vom Opernball-Drink bis hin zur Debütantinnen-Tiara - zogen sich wie rote Fäden durch die von ihr organisierten Veranstaltungen. Kein Wunder, dass zwischen Großbauer und der Staatsoperndirektion - anders als bei ihren Vorgängerinnen - kein Blatt passte. Auch bei ihrem Abschied hielt die Werbefachfrau Linie: Sie kommunizierte diesen erst rund eine Woche nach der offiziellen Pressekonferenz, um dem Haus hier medial nicht die große Bühne zu nehmen.