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Kultur Medien
01/20/2021

"Sörensen hat Angst": Bjarne Mädel als kauziger Ermittler

Die ARD zeigt das Regiedebüt des Schauspielers (20.45 Uhr)

von Nina Oberbucher

Weite Wiesen, das Rauschen des Meeres, ein beschauliches Städtchen – eigentlich genau der richtige Ort für den von Angststörungen geplagten Kriminalhauptkommissar Sörensen, der sich nach seinem Wechsel aus dem hektischen Hamburg nur eines wünscht: bloß nicht zu viel Stress.

Blöd nur, dass gleich an seinem ersten Tag im nordfriesischen Katenbüll der Bürgermeister ermordet aufgefunden wird. Ein turbulenter erster Fall also, zu sehen in „Sörensen hat Angst“ (heute, Mittwoch, 20.45 Uhr, in der ARD).

In die Rolle des kauzigen Ermittlers („Ich bin Sörensen. Ihr könnt mich Sörensen nennen.“) ist der norddeutsche Schauspieler Bjarne Mädel geschlüpft, der ein Spezialist für schrullige Charaktere ist: In der ProSieben-Comedy „Stromberg“ wurde er dem TV-Publikum als Pechvogel Bernd bekannt, für die Darstellung des Schotty in der NDR-Serie „Der Tatortreiniger“ wurde er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, im deutschen Netflix-Hit „How To Sell Drugs Online (Fast)“ verkörperte er einen tollpatschigen Mafioso. Der 52-Jährige kann aber auch ernst, etwa im Drama „24 Wochen“. In „Sörensen hat Angst“ hat er nicht nur die Hauptrolle übernommen, der Krimi ist auch seine erste Regiearbeit.

Der Film im Bauch

Autor Sven Stricker hat Mädel die Rolle des lakonischen Sörensen auf den Leib geschrieben. 2014 erschien die Geschichte zunächst als Hörspiel, ein Jahr später kam der Roman und nun gibt es auch das Bewegtbild dazu. „Ich hatte den Film im Bauch“, erklärte Mädel der Deutschen Presse-Agentur. „Ich wusste, es soll eben insgesamt sehr düster sein. Es war mehr so die Stimmung, die der Film erzeugen soll, die ich im Bauch hatte. Und da bin ich wahnsinnig stolz, dass ich jetzt sagen kann: Ja, genau das, was ich mir gewünscht habe, haben wir umsetzen können.“

Herausgekommen ist ein langsam erzählter Krimi mit nordischem Charme, wortkargen Protagonisten und schrägen Dialogen. Gleichzeitig geht es aber um Ernstes. Da wäre zum einen Sörenses Angststörung, die ihn immer wieder vor herausfordernde Situationen stellt. Schon Routinebefragungen treiben ihm Schweißperlen auf die Stirn.

Der Film
„Sörensen hat Angst“ ist heute (Mittwoch) um 20.45 Uhr in der ARD zu sehen und bereits vorab in der ARD-Mediathek verfügbar

Das Hörspiel
In der ARD-Audiothek (www.ardaudiothek.de) gibt es Sörensens ersten Fall auch zum Anhören

Der Darsteller und Regisseur
Bjarne Mädel spielte nicht nur die Hauptrolle, sondern führte auch Regie. Autor Sven Stricker hat die Rolle des Sörensen für ihn geschrieben 

Und auch die Ermittlungen fördern wenig Erfreuliches zu Tage: Sörensen muss sich mit den Abgründen von Katenbüll beschäftigen. Im Mittelpunkt steht der Streit zwischen zwei Erzfeinden, dem verwahrlosten Ex-Kurdirektor Frieder Marek (Matthias Brandt) sowie dem Fleischfabrik-Chef Jens Schäffler (Peter Kurth).

Dass Katenbüll in erster Linie von der Fleischindustrie lebt, ist für Sörensen eine weitere unangenehme Überraschung. Denn er ist Vegetarier. Doch selbst die Bratkartoffeln werden beim hiesigen Wirt ausschließlich mit Speck serviert. Schmeckt ja sonst nicht, heißt es.

Fortsetzung möglich

Dass man in Zukunft noch mehr von Kriminalhauptkommissar Sörensen zu sehen bekommt, ist durchaus möglich: „Wir haben jetzt nicht vor, eine Krimireihe zu werden. Das würde dem ganzen Projekt auch das Besondere nehmen“, so Mädel. „Aber der zweite Roman ist ja schon draußen und den dritten hat Sven jetzt fertiggestellt. Es gibt also genug Möglichkeiten, die Geschichte weiterzuerzählen.“

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