ServusTV steigt in die Formel 1- Übertragungen ein. ORF bleibt Partner

© APA/AFP/POOL/LEONHARD FOEGER

Kultur Medien
07/07/2020

ServusTV sichert sich Formel 1 ab 2021 - Partnerschaft mit ORF

Nach dem Fußball holt sich ServusTV auch im Motorsport die Königsklasse. ORF überträgt als Partner die Hälfte der Rennen.

von Christoph Silber

Auf die kursierenden Gerüchte folgte nun die Bestätigung: ServusTV kauft die Senderechte an der Formel I für die nächsten drei Jahre ab 2021. Der ORF, seit Urzeiten bei der Formel 1 engagiert, wird aber als Partner weiterhin die Hälfte der Rennen zeigen können. Das gaben ServusTV und ORF am Dienstag bekannt. Das Lizenzpaket umfasst neben den Live-Rechten ausführliche Highlight-Zusammenfassungen sowie die Rechte für Online und mobile. Über Details des Deals herrscht wie üblich Stillschweigen.

Gut für die Fans: Damit ist die Königsklasse des Motorsports in Österreich auch künftig gratis zu sehen. Anders in Deutschland: Dort hatte sich zuvor Abo-Sender Sky die exklusiven Rechte gesichert und damit RTL ausgestochen. Den Grand Prix von Österreich werden übrigens sowohl Servus als auch der ORF zeigen. Wer darüber hinaus welchen Grand Prix sendet, wird der Rennkalender zeigen.  Gefragt ist die Formel 1 jedenfalls trotz Corona: Die jüngste ORF-Übertragung – gleichzeitig der Saison-Auftakt – erreicht trotz hochsommerlicher Temperaturen durchschnittlich 609.000 Zuseher (Marktanteil 46 Prozent), was in etwa dem Vorjahreswert entsprach.

 

Wirtschaftlich sinnvoll

ServusTV-Intendant Wegscheider erklärt dazu in einer Aussendung: "Die neue Vereinbarung mit der Formel 1 erfüllt uns mit Stolz und wir werden alles daran setzen parallel zur MotoGP eine weitere Erfolgsgeschichte in der österreichischen Motorsportberichterstattung zu schreiben. Mit der Formel 1, der MotoGP und der Superbike WM gibt es ab 2021 das beste Live-Motorsportprogramm bei ServusTV. Die Kooperation mit dem ORF ist wirtschaftlich sinnvoll und garantiert Formel-1-Fans alle Rennen live im Free-TV."

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabretz spricht von "wirtschaftlich herausfordernden Zeiten auch für den ORF." Mit dem Erwerb der Live-Rechte an der aktuellen Bundesliga-Saison und an der UEFA-Europa League habe der ORF zuletzt für den Sport und die Sportfans gleichermaßen wichtige Free-TV-Rechte sichern können. "Die nun vorliegende Vereinbarung mit geteilten Übertragungsrechten ist zwar ein Novum, aber diese Kooperation garantiert, dass auch die Formel 1 in den kommenden Jahren ein integraler Bestandteil des ORF-Programmangebots bleibt  - bei gleichzeitiger Einhaltung der ökonomischen Vorgaben. Und das ist eine gute Nachricht für alle Motorsportfans in Österreich.“

ServusTV, das zum u. a. im Motorsport intensiv engagierten Red-Bull-Imperium gehört, holt sich jedenfalls mit der Formel I ein nächstes große Sportrecht, von denen es bereits einige gibt: Bis 13. Juli läuft dort noch das exklusive Einladungsturnier „THIEMs 7“ – mit Tennis und Österreichs Top-Star Dominic Thiem hat man in den vergangenen Monaten im Zusammenspiel mit Sky bereits große Quoten-Erfolge feiern können. Die MotoGP, die der Privatsender sowohl in Österreich als auch in Deutschland zeigen kann, startet am übernächsten Wochenende in die neue Saison.

FUSSBALL: TIPICO BUNDESLIGA / MEISTERGRUPPE: SK RAPID WIEN - RB SALZBURG

Für Aufsehen gesorgt haben die Salzburger vor allem aber vor kurzem mit dem Erwerb hochkarätiger Fußball-Rechte für Österreich: ServusTV wird ab der Saison 2021/22 pro Jahr Spiele aus der UEFA Champions League, der Europa League sowie der neu gegründeten Europa Conference League live im Free-TV und im Livestream auf servustv.com übertragen. Aus Konzernsicht wohl nicht unwesentlich: Egal, wo also Red Bull Salzburg spielen wird – ServusTV wird dabei sein können. Und quasi zum Drüberstreuen gibt es bei Servus auch noch den DFB-Pokal – das Finale zwischen Bayern München und Leverkusen schauten am lauen Samstagabend 117.000 und damit aber weniger als zeitgleich in der ARD (163.000).

Das kann man verschmerzen, denn eine solche Fülle an hochwertigen Sportrechten bei einem frei empfangbaren Privat-Sender hat es wohl noch nie gegeben. Dass ServusTV ernst macht in diesem Bereich war der Branche spätestens klar, als man im November David Morgenbesser holte, der davor sieben Jahre lang als Director Sports Rights and Commercialization bei Sky Deutschland werkte.

Ian Holmes, Director Media Rights der Formel 1: "Ich bin überzeugt, dass die Formel 1 von der außergewöhnlichen Energie, Leidenschaft und Begeisterung von ServusTV profitieren wird. Diese wird die überaus beliebte, kompetente und angesehene Produktion des ORF perfekt ergänzen."

 

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