ORF-Wahl live: Der Favorit stellt sich jetzt dem Stiftungsrat
Die Nervosität ist groß - und zurecht: Heute wählt der Stiftungsrat den ORF-Generaldirektor bzw. die ORF-Generaldirektorin ab 2027. Und das unter verschärften Bedingungen: Ein neues Medienrecht verlangt eine transparente Abstimmung ohne politische Absprachen.
Immerhin geht es um die Leitung eines Milliardenkonzerns. Wie der ORF funktioniert, lesen Sie hier:
Der KURIER begleitet Sie live durch den Tag - der durchaus lang werden könnte: Kommt es zu einem zweiten Wahlgang, ist mit einem Ergebnis erst in den Abendstunden zu rechnen.
ORF Wahl 2026 Live
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Clemens Pig und was die APA mit Bewegtbild zu tun hat
Während Ex-APA-Chef Clemens Pig sich seinem selbstgewählten Schicksal ergibt und den Auftritt vor dem Stiftungsrat absolviert, eine kurzes Recherche-Ergebnis zur Frage: Was hat die APA mit Bewegtbild zu tun? Die Antwort ist doch etwas überraschend:
Allein die redaktionelle Videoproduktion umfasst heute rund 1.500 Videos sowie 500 Livestreams pro Jahr. Diese Inhalte werden von zahlreichen Nachrichtenanbietern im Online- und audiovisuellen Bereich, darunter auch der ORF, für ihre tägliche Berichterstattung genutzt. https://apa.at/loesung/apa-video/
Mit den APA-Videoservices betreibt die APA darüber hinaus eine leistungsfähige technische Infrastruktur für Videostreaming und unterstützt Medien, Unternehmen und Institutionen bei der professionellen Organisation und Verbreitung von Bewegtbildinhalten. https://apa.at/produkt/apa-tech-videoservice/. Im Bereich APA-OTS zählen Auftragsvideos sowie die Videoverbreitung zum Angebot: https://apa.at/produkt/ots-video/
Zentraler Baustein ist die von der APA betriebene Austria Video Plattform (AVP). Als neutrale Austauschplattform ermöglicht sie österreichischen Medienhäusern den Austausch von Video-Content. https://apa.at/produkt/austria-videoplattform/
Das hätte ich so nicht am Schirm gehabt.
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Zeitplan der Sitzung ist kräftig durcheinander geraten
Bei den zahlreichen BewerberInnen-Diskussionen in den vergangenen Tagen war ja viel die Rede von Synergien und Effizienz. Fürs Zeitmanagement beim offiziellen Hearing scheint das nicht zu gelten. Nach zwei Stunden hat man lediglich zwei Nominierte demnächst durch - also eine Stunde je Auftritt. Als Nummer 3 kommt der scheidende APA-CEO Clemens Pig dran, den Westenthaler grillen will, bis er richtig durch ist. Da kann man locker das Doppelte rechnen. Bei den weiteren Favoriten wird es wohl auch nicht kürzer. Prophezeiung: Die Kür des ORF-Chefs wird ein Fall für die Geisterstunde ... irgendwie passend.
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Kommt eine Rebellion der Gebührenzahler?
Es können durch die neuen EU-Regeln übrigens 121 Gebührenzahler die Bestellung des ORF-Generaldirektors beeinspruchen. Das erklärte Europarechtler Stefan Brocza vergangene Woche im ORF-"Report" und davor schon in einem Gastkommentar für den KURIER.
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Warum muss es eigentlich diese Hearings geben?
Eigentlich ist ja bekannt, was die Bewerberinnen und Bewerber so wollen, sie haben das auch mehrfach öffentlich gesagt. Dennoch müssen sie sich jetzt im Stiftungsrat erneut präsentieren.
Die Antwort ist zweigeteilt: Erstens wegen der Formalitäten. Und zweitens, weil erstmals jede Stiftungsrätin, jeder Stiftungsrat seine Entscheidung erklären muss. Und das fällt sicher leichter, wenn sich die Bewerberinnen und Bewerber gerade frisch ins Gedächtnis gerufen und auf gute und auf böse Fragen kohärent gerantwortet haben.
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So eine ORF-Wahl ...
... ist keine leichte Kost. Zum Mittagessen gibt es hier nun Schnitzel, Kartoffelsalat, Reis und Krautfleckerl. Mahlzeit!
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Kleiner Tipp an den nächsten ORF-Chef
Öffentlich Jammern nützt etwas! Hier in der Redaktion gab es gerade Care-Pakete, aus dem wunderbaren Marketing Kaffee, Kürbiskerne und einen Drink, den wir am Ende des Tages aufmachen werden, und Kollege Michael Huber brachte Schokobananen. Wie macht man hier ein Herzerl?
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Vor dem Sitzungssaal ...
... lässt es sich aber auch gut aushalten. Von der Terrasse im sechsten Stock hat man einen tollen Ausblick auf Wien.
© Oberbucher -
Der Sitzungssaal ...
... mit dem großen runden Tisch wird öfters mit einem Raumschiff verglichen. Ob der als Favorit gehandelte Clemens Pig tatsächlich Kapitän des ORF wird, scheint derzeit völlig offen zu sein. Informationen zufolge ist ein zweiter Wahlgang ein realistisches Szenario an diesem Wahltag.
© ORF -
Falls die Chefredaktion mitliest
Im KURIER gibt es weder Brötchen noch Schokobananen.
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Ein bisschen Hintergrund zur ersten Bewerberin im Hearing
Und zwar hier:
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Die Sitzung ist im Gange
Die berichtenden Journalistinnen und Journalisten dürfen übrigens nicht bei der Sitzung dabei sein. Sie warten vor dem Gremiumssitzungssaal im sechsten Stock des ORF-Zentrums darauf, dass einzelne Stiftungsräte für Wortmeldungen herauskommen oder Informationen nach außen dringen. Immer wieder verschwinden Kollegen kurzzeitig von ihren Laptop-Arbeitsplätzen, um Telefonate zu führen oder neueste Gerüchte einzusammeln. Um den langen Tag durchzustehen, gibt es Getränke und Brötchen.
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Ingrid Thurnher bringt Stärkung
Die amtierende Generaldirektorin Ingrid Thurnher hat kurz vor dem Sitzungssaal vorbeigeschaut und den berichtenden Journalistinnen und Journalisten Stärkung in Form von Schokobananen vorbeigebracht. Damit habe sie selbst schon lange Termine durchgehalten - sie gehe davon aus, dass es auch heute länger dauern dürfe.
© sic -
Start des Hearings mit ORFIII-Geschäftsführerin
Die neun eingeladenen Bewerberinnen und Bewerber stellen sich nun dem Hearing. Die Reihenfolge wurde ausgelost. Den Auftakt bestreitet die FPÖ-nahe ORFIII-Geschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz. Vor der Sitzung hieß es, der Vortrag sei jeweils mit 20 Minuten begrenzt, die anschließende Fragerunde ebenfalls. Ob das durchzuhalten sein wird, ist sehr fraglich.
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Direktoren-Ausschreibung sorgt für Aufregung
Es ist ein Tagesordnungspunkt, der bei einer ORF-Wahl üblich ist und nun trotzdem für Erregung sorgt: Nach FPÖ-Vertreter Peter Westenthaler geht es nun auch dem NEOS-nahen Stiftungsrat Alexander Zach zu schnell mit der Festlegung der Zahl der Direktoren und deren Ausschreibung. Das steht heute nach der Bestellung der neuen ORF-Geschäftsführung auf der Tagesordnung. Zach sieht darin eine "unnötige Horuck-Aktion".
Die meisten Hearing-Teilnehmer haben allerdings in ihren Konzepten ihre Vorstellung zur künftigen Geschäftsverteilung, mit der sie die Herausforderung ORF meistern wollen, bereits formuliert. Gesetzlich ist festgelegt, dass spätestens sechs Wochen, nachdem der Direktoren-Vorschlag vorliegt, der Stiftungsrat abstimmen muss.
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Lederer glaubt nicht an Erfolg von rechtlichen Schritten
Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer (SPÖ) ist überzeugt, dass man die Voraussetzungen für die Bestellung der neuen Generaldirektion laut dem neuen EU-Medienfreiheitsgesetz "minutiös" erfüllt. Rechtliche Schritte gegen die Bestellung stünden jedem frei, sagte er im Vorfeld der Sitzung, er gehe allerdings "nicht davon aus, dass das Erfolg hat". Den zuvor von einem Anwalt verschickten Brief an die Mitglieder des Stiftungsrats zu möglichen strafrechtlichen und zivilrechtlichen Konsequenzen verurteilte er als "furchtbar" - die Mitglieder des Gremiums müssten sich "überhaupt keine Sorgen machen".
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Westenthaler kündigt bereits rechtliche Schritte
"Wir erleben eine Bestellungsfarce", eröffnet FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler den Wahltag im Ton erwartungsgemäß. Er sieht im Favoriten, dem scheidenden APA-CEO Clemens Pig, einen "Regierungskandidaten" ohne Fernseherfahrung. Er kündigt deshalb bereits rechtliche Schritte an - auch das war erwartet worden. Aufhänger dafür sind für ihn ÖVP-Äußerungen zur Wahl, Stichwort "ausgepackelt". Als zweiter Punkt: Er ortet besser qualifizierte Frauen.
© sicPeter Westenthaler ist bereits in Stimmung und macht einen Rundumschlag gegen den favorisierten Clemens Pig und die Regierung
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Guten Morgen von der ORF-Chef-Wahl am Wiener Küniglberg
Um 10 Uhr startet die entscheidende Sitzung des 35-köpfigen Stiftungsratsüber die Bestellung der neuen ORF-Geschäftsführung hinter verschlossenen Türen.
Nach dem Bericht des Vorsitzenden Heinz Lederer beginnt das Hearing mit den neun nominierten Bewerberinnen und Bewerbern. Die Reihenfolge wird davor ausgelost. An Zeit dafür werden etwa 4 - 5 Stunden veranschlagt.
Die Stiftungsräte müssen in der Folge noch ein qualitatives Statement zu ihrer (wahrscheinlichen) Entscheidung in der Wahlzelle abgeben, was ein Tribut an das neue Europäische Medienfreiheitsgesetz ist. Hier ist mit 1,5 Stunden zu rechnen.
Danach folgt die Abstimmung sowie die Verlesung. Mit dem Ergebnis der ersten Abstimmungsrunde ist also am späten Nachmittag zu rechnen. Spekuliert wird immer noch über einen zweiten Wahlgang, falls niemand die absolute Mehrheit der Stimmen erreicht.
Auf Vorschlag des neuen ORF-Chefs oder der Chefin legt der Stiftungsrat danach die Zahl der Direktorinnen und Direktoren (maximal vier) und ihre Geschäftsverteilung (Aufgaben) und stimmt dann noch über die Ausschreibung der Direktorinnen und Landesdirektoren ab.
Nach dieser ersten Sitzung folgt noch eine zweite Sitzung mit dem normalen Programm des Stiftungsrats, z. B. Jahresabschluss 2025. -
Es hat der heutige Tag übrigens durchaus Ähnlichkeiten zum Song Contest
Zuerst gibt es die Präsentation der Kandidatinnen und Kandidaten, dann melden sich die 35 Jurys, dann wird ausgezählt. Aber zumindest gibt es heute keine schlechte Musik, nur andere Misstöne.
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Wenn Sie sich noch rasch einlesen wollen
Wir hätten da etwas vorbereitet:
- ORF-Wahl: Nervenkrieg hinter den Kulissen, Tauziehen um Favoriten
- Budget: ORF muss jährlich Volumen von 49 "Tatorten" einsparen: Kommt jetzt Klage?
- "Stimmungsbild im ORF": Redakteure plädieren für Lisa Totzauer
- ORF-Wahl-Debatte: Alle Kandidaten wollen eine Gehaltsobergrenze beim ORF
- ORF-Wahl: Das stört die Favoriten an den ORF-Nachrichten
- ORF-Chefin Thurnher irritiert über Streit zwischen Totzauer und Zierhut-Kunz
- "Frechheit", "Stimmvieh": Harte Bandagen im Rennen um den ORF-Chefsesssel
- ORF-Wahl: Ich bin ein Medienmanager – holt mich hier rein
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Willkommen zum Tauziehen um die ORF-Leitung.
Wir dürfen Sie heute durch den Tag begleiten: Nina Oberbucher und Christoph Silber aus dem ORF-Zentrum, ich aus der Redaktion. Eines scheint gewiss: Es wird lang.
Das sind die Menschen, um die es heute gehen wird:
Noch mehr Menschen sind aber zum Hearing zugelassen. Hier die komplette Liste:
- Robert Altenburger (Ex-Chefredakteur Servus TV)
- Markus Breitenecker (vormals COO ProSiebenSat.1)
- Petra Höfer (frühere ORF-Managerin)
- Johannes Larcher (Ex-Hulu-Manager)
- Clemens Pig (scheidender APA-CEO)
- Sonja Sagmeister (ORF-Redakteurin)
- Eva Schütz (Herausgeberin Exxpress)
- Lisa Totzauer (ORF-TV-Magazinchefin)
- Kathrin Zierhut-Kunz (Co-Geschäfsführerin ORF III)
Diese stellen sich vor, dann werden sie befragt, dann wird abgestimmt. Eine einfache Mehrheit reicht. Wie der heutige Tag genau ablaufen wird, das lesen Sie hier:
Es wird ein Tag, an dem es durchaus auch ruppig werden kann. Der KURIER begleitet Sie live durch die kommenden Stunden. Eines nur scheint fix: Einer wird gewinnen.
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