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ORF-Direktoren: Pig interviewt Shortlist-Kandidaten bereits ab Dienstag

Der künftige ORF-Chef Pig will sein Team am 6. August, fünf Tage vor der Bestellung, veröffentlichen. Stiftungsratschef Lederer weist Kritik Westenthalers zurück.
Drei Männer in Anzügen - Heinz Lederer, Clemens Pig, Gregor Schütze -stehen an Rednerpulten vor rotem ORF-Hintergrund, der mittlere spricht ins Mikrofon.

Der neu gewählte ORF-Generaldirektor Clemens Pig geht bei seiner Team-Suche ins Finale. Wer einen Direktorenjob haben will, muss nun – auch terminlich – Flexibilität beweisen.

Bereits ab Dienstag wird Pig nämlich jene Kandidatinnen und Kandidaten zu Bewerbungsgesprächen bitten, die er und die Personalberater aus der Schweiz und Deutschland auf der Shortlist haben. Die entsprechende Sondierung der Bewerbungen auf Grundlage von Bewerbungsunterlagen und Scorecard-Bewertung wird bis Sonntag abgeschlossen sein. Sein Team wird Pig voraussichtlich am 6. August gegenüber den Stiftungsräten bekanntgeben.

Das geht aus einem Schreiben hervor, das der Stiftungsratsvorsitzende Heinz Lederer Mittwochabend an die Gremienmitglieder versandt hat. 

Gremium für dumm verkauft - oder auch nicht

Darin nimmt Lederer zunächst aber zu Vorwürfen von FPÖ-Vertreter Peter Westenthaler Stellung. Der hatte sich beschwert, dass „ausgesuchte Medien sehr wohl mit Informationen über Namen und Anzahl von Bewerbern versorgt“ würden. Nur das einzig zuständige Gremium werde für dumm verkauft. Er wolle nun alle Bewerbungen vorgelegt bekommen. Auch über mögliche rechtliche Schritte orakelt Westenthaler.

Lederer verneint für sich und Pig die Weitergabe von Bewerbernamen an Medien. Er lege größten Wert auf die Einhaltung des Europäischen Medienfreiheitsgesetzes hinsichtlich Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Der Vorsitzende erinnert aber Westenthaler auch ans ORF-Gesetz. Dieses legt fest, „dass sowohl die Auswahlentscheidung als auch allfällige Bewerbungsgespräche mit Kandidatinnen und Kandidaten ausschließlich in der Verantwortung des gewählten Generaldirektors liegen.“ Lederer: „Dem Stiftungsrat kommt in der jetzigen Phase des Bestellungsverfahrens noch keine Rolle zu.“

Inhaltlich mitreden können Stiftungsräte ab dem 6. August. Denn da plant der gewählte Generaldirektor, „seinen Bericht und Antrag über die von ihm vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten auf dem Webportal des Stiftungsrates bereitzustellen“, heißt es in dem Schreiben. Pig wird dementsprechend auch Begründungen für seine Auswahl auf Basis der Kriterien liefern. Am 11. August wird dann der 35-köpfige Stiftungsrat abstimmen.

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